Plötzlicher Herztod

Plötzlicher Herztod

Der plötzlicher Herztod eines Familienmitglieds ist für die Angehörigen ein unfassbarer Schock, insbesondere, wenn sie davor noch nichts von einer familiären Erkrankung gewusst haben. Bei jungen Menschen ist ARVC für bis zu 20% der plötzlichen Herztodesfälle verantwortlich. Manchmal führt sogar tragischerweise erst ein Fall plötzlichen Herztods zu der Diagnose ARVC in einer Familie.

Nicht weniger dramatisch für Familienangehörige, aber auch für die Betroffenen selbst ist der sogenannte “überlebte plötzliche Herztod” – eigentlich ein Paradoxon. Damit ist gemeint, dass jemand einen Herzstillstand erleidet und somit eigentlich tot ist, aber durch Wiederbelebungmaßnahmen (Herzdruckmassage, Einsatz eines extenen Defibrillators) überlebt.

Die meisten ARVC-Patienten haben zumindest anfangs keine oder nur geringfügige Symptome. Manche sind aber trotzdem dem Risiko des plötzlichen Herztods ausgesetzt. Der plötzliche Herztod ist Folge einer Herzrhythmusstörung, bei der das Herz viel zu schnell und völlig chaotisch schlägt (Kammerflimmern). Innerhalb kürzester Zeit steht das Herz dann still. Dieser Herzstillstand ist nicht zu verwechseln mit einem Herzinfarkt, bei dem die Blutzufuhr zum Herzen unterbrochen ist. Oft werden die Rhythmusstörungen durch körperliche Anstrengungen ausgelöst.

Eine vulnerable Phase für die potentiell tödlichen Rhythmusstörungen ist das Alter von 14 – 20 Jahren. Sie können aber grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten.

Bei einer bestimmten Risikogruppe wird zur Vorbeugung des plötzlichen Herztods die Implantation eines Defibrillators (ICD = implantable cardioverter/defibrillator) empfohlen. Diese Entscheidung für oder gegen den Einbau eines Defis ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die im Rahmen der Diagnosestellung nach einer sorgfältigen Risikoeinschätzung getroffen werden muss. Dies sollte möglichst durch einen ARVC-erfahrenen Arzt geschehen. Die Entscheidung sollte gemeinsam von Arzt und Patient unter Berücksichtigung der Vor- und Nachteile eines ICD angesichts des individuellen Risikoprofils und der Lebenserwartung des Patienten getroffen werden.  Falls der Arzt keinen ICD empfiehlt, muss diese Entscheidung alle 1 – 2 Jahre überprüft werden, wenn sich die Symptomatik ändert oder neue Riskofaktoren dazu kommen.

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