Belastungs-EKG

Belastungs-EKG (Stress-Test, Ergometrie)

Durchführung manchmal in Kombination mit:
– Spiroergometrie (Messung der Atemgase während der Belastung)

Was wird gemacht?
– körperliche Belastung auf dem Laufband oder Fahrrad-Ergometer
– kontinuierliche Steigerung der Wattzahl
– gleichzeitige EKG-Registrierung (und/oder Messung der Atemgase)

Worauf wird geachtet?
– Auftreten von ARVC-typischen Arrhythmien/Tachykardien bei zunehmender körperlicher Anstrengung
– Auftreten von Atemnot bei zunehmender körperlicher Anstrengung

Voraussetzungen:
– Beginn mit Ruhephase von 3 min.
– Gesamtbelastungsdauer < 9-12 min.
– ggf. Anwesenheit eines Arztes während der Belastung
– Reanimationsbereitschaft (Liege, Defi, Medikamente, Sauerstoff im Raum)
– Beginn mit 25 oder 50W
– Steigerung alle 2 min. um 25W
– maximale Herzfrequenz 220 minus Alter +/- 10-12 Schläge pro Minute

Absolute Abbruchkriterien:
– u.a. anhaltende VT (ventrikuläre Tachykardie) > 30 sec.

Relative Abbruchkriterien:
– polymorphe ES
– Bigeminus (2 VES = ventrikuläre Extrasystolen)
– Trigeminus (3 VES)
– Salven (> 3 VES)
– supraventrikuläre Tachykardie (ohne Angabe der Höhe der Frequenzgrenzen in den Leitlinien) u.a.

Die ausführlichen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. finden Sie hier:
> DGK Leitlinie 2000
> DGK Manual zum Stellenwert der Ergometrie 2018

 

Häufig gestellte Fragen zum Thema Belastungs-EKG
(FAQ – frequently asked questions)

Ich soll doch nur wenig Sport machen. Warum muss ich dann bei der Kontrolluntersuchung am Ergometer bis an meine Belastungsgrenze gehen?
Das Belastungs-EKG wird in der Regel höchstens einmal im Jahr durchgeführt. Tatsächlich schnellt durch die (z.T. ungewohnte) Anstrengung die Herzfrequenz vieler ARVC-Patienten bei der Ergometrie in die Höhe. Trotzdem gilt das Verfahren als sicher.Eine einmalige kurze Belastung führt zu keinen Schäden am Herzmuskel. Die Untersuchung ist sogar wichtig, weil
– bei Mutationsträgern Herzrhythmusstörungen unter körperlicher Anstrengung oft das erste Erkrankungszeichen sein können
– bei ARVC-Patienten mit Symptomen das Belastungs-EKG Auskunft darüber geben kann, ob die Medikamente in der Lage sind, die Herzfrequenz auch bei Anstrengung zu begrenzen

 

Artikel zum Thema Belastungs-EKG

  • Safety and Utility of Cardiopulmonary Exercise Testing in Arrhythmogenic Right Ventricular Cardiomyopathy/Dysplasia
    Scheel et al. in: J Am Heart Assoc. 2020 Feb 4;9(3):e013695
    > Article (2020, EN)
    Fachartikel über die Sicherheit der Durchführung von Belastungs-EKGs bzw. Spiroergometrie bei ARVC