Familienplanung

Familienplanung

Viele junge ARVC-Patienten werden mit der Frage der Familienplanung konfrontiert. Junge Paare stehen vor der schwierigen Entscheidung, wie sie mit dem genetischen Risiko umgehen sollen: Da ARVC in der Regel autosomal-dominant vererbt wird, wird rein statistisch bei einer nachgewiesenen ARVC-Genmutation jeder zweite Nachkomme auch von der Erkrankung betroffen sein.

Diskussionen um Familienplanung bei einer genetisch bedingten Erkrankung haben in den letzten Jahren auch die Politik im Rahmen der Neufassung des Embryonenschutzgesetzes beschäftigt. Eine umstrittene Möglichkeit, gesunden Nachwuchs zu bekommen, ist die Präimplantationsdiagnostik (PID). Mittels künstlicher Befruchtung, der sogenannten “In-vitro-Fertilisation” (IVF), entsteht ein Embryo, dem in einem sehr frühen Stadium Zellen entnommen werden, die wiederum auf die Erkrankung getestet werden. Danach werden nur gesunde Embryos ohne die Mutation in die mütterliche Gebärmutter eingesetzt.

In Deutschland entscheidet eine Ethikkommission, bei welchen Erkrankungen eine PID durchgeführt werden darf. Ob ARVC unter deren Richtlinien fällt, ist nicht gesichert und wäre derzeit wohl eine Einzelfallentscheidung.

 

Wir verweisen an dieser Stelle auch auf die Vortragsfolien des Vortrags “Genetik und Möglichkeiten der Präimplantationsdiagnostik (PID)”, der von Dr. Teresa Neuhann (Medizinisch Genetisches Zentrum München – MGZ) im Rahmen eines Selbsthilfegruppentreffens am 30. Januar 2016 gehalten wurde.
> Vortragsfolien (PDF)

Weiterhin finden Sie Informationen in der Zusammenfassung des Symposiums „Humangenetik zwischen Wunsch und Kind – Chancen und Grenzen“, das am 27. Januar 2018 in München stattfand.
> Zusammenfassung (PDF)

Weitere Informationen finden Sie außerdem hier:
> Webseite des PID-Zentrum München
> Übersicht der zuständigen PID-Zentren und Ethikkommissionen