Covid-19-Impfung

Impfung gegen Covid-19 (Stand: 15.09.2021)

Auf dieser Seite finden Sie alles Wissenwerte zur Impfung gegen Covid-19, insbesondere zu den Themen
> Voraussetzungen für eine Impfung
> Impfung nach Covid-19-Infektion
> Impfung von Allergikern
> Impfung bei Einnahme von Blutverdünnern
> Impfung von Schwangeren und Stillenden
> Impfung von Kindern
> Impfung von Herztransplantierten
> Impfschema, insbesondere Impfintervall, Impfung mit 2 verschiedenen Impfstoffen (Kreuzimpfung) und Auffrischimpfungen
> Impfstoffen, insbesondere von Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson/Janssen
> Verhalten nach der Impfung
> Nebenwirkungen der Impfstoffe, incl. besonderen Nebenwirkungen von mRNA-Impfstoffen (insbesondere auch der Myokarditis nach Impfung) und Vektorimpfstoffen (insbesondere auch der Thrombosen und Guillain-Barré-Syndrom nach Impfung) sowie bei Impfstoffwechsel
> allgemeiner Impfempfehlung
> Immunität nach der Impfung
> Ansteckungs- und Übertragungsgefahr trotz Impfung (Durchbruchsinfektion)
> Mehr Informationen zur Impfung
> Andere Impfungen
> Impfpriorisierung (von “historischem” Interesse)

*******************************************************************
WICHTIG:
Alles zur Myokarditis nach mRNA-Impfung finden Sie hier.

Eine Zusammenfassung der Häufigkeit unerwünschter Symptome, die durch eine Covid-19-Infektion ausgelöst werden, im Vergleich zur Häufigkeit von unerwünschten Nebenwirkungen einer Covid-19-Impfung finden Sie hier.

Vergessen Sie vor lauter Covid-19 nicht Ihre jährliche Grippeimpfung!

*******************************************************************
Artikel, die wir für Sie für relevant halten, werden laufend aktualisiert
> Auflistung von Artikeln und Empfehlungen zu Covid-19
*******************************************************************

Voraussetzungen für eine Impfung

Alter
Die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Janssen sind zugelassen ab einem Alter von 18 Jahren, die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna ab 12 Jahre.

Akute Covid-19-Infektion
Vor dem Impfen und direkt an der Impfstation muss kein Covid-19-Test (weder PCR- noch Antikörpertest) gemacht werden, solange man keine Symptome aufweist. Die Verträglichkeit der Impfung wird durch eine akute Infektion auch nicht negativ beeinflusst. Das Immunsystem wird durch den Impfstoff sogar zusätzlich unterstützt und kann die Infektion leichter kontrollieren.

Akute andere Infektionen
Eine Impfung bei akut Erkrankten mit Fieber über 38,5 Grad leidet, sollte nicht geimpft werden. Bei einer Erkältung oder leichtem Fieber unter 38,5 Grad kann geimpft werden.

Nicht geimpft werden derzeit…
…nur Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren (bisher sind außerdem für 12-17-Jährige nur die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna zugelassen worden)
Bei dieser Gruppe fehlen Daten zur Verträglichkeit, Wirksamkeit und Nutzen-Risiko-Bewertung.

WICHTIG! Infektion trotz Impfung?
Nicht jeder Geimpfte wird 100%ig vor Covid-19 geschützt. Derzeit ist sicher, dass eine Impfung zu ca. 95% vor einer Erkrankung schützt, das bedeutet, 5% entwickeln keinen Schutz. Außerdem ist noch unklar, ob ein Geimpfter möglicherweise bei Kontakt mit dem Erreger das Virus an andere weitergeben kann, auch wenn er selbst nicht erkrankt. Das heißt: auch Geimpfte sollten sich weiterhin an die derzeit geltenden Schutzmaßnahmen halten sollten, bis mehr Klarheit herrscht.
Im Juli 2021 sind ca. 3800 Coronainfektionen bei 25.000.000 vollständig geimpften Personen registriert worden, das entspricht einer Quote von 0,015% der vollständig Geimpften bzw. einem Anteil von ca. 0,4% der insgesamt Corona-Infizierten.
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 08.07.2021

 

Impfung nach durchgemachter Covid-19-Infektion

Die STIKO empfiehlt allen Personen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, die Verabreichung einer Impfstoffdosis, da die natürliche Immunität bald nachlässt. Bei Genesenen reicht diese eine (also nicht wie sonst zweimalige) Spritze aus, um die Immunität wiederherzustellen. Bei Personen, die von COVID-19 genesen sind, kann die einmalige Impfung die Immunität gegen SARS-CoV-2 deutlich verstärken, weil Genesene eine weniger starke Antikörperantwort haben als Geimpfte. Außerdem erzeugt die Imfung bei Genesenen Immunität auch gegen neuere Varianten von SARS-CoV-2 und nicht nur gegen die, an der man sich angesteckt hat.

1. Personen mit gesicherter Covid-19-Infektion (pos. PCR-Test) und Symptomen
Einmalige Impfung 6 Monate nach der Erstinfektion (bzw. spätestens 7 Monate nach ihrem letzten positiven PCR-Test). Die Gabe einer Impfstoffdosis ist aber im Einzelfall bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome möglich. Allerdings wird bei früherer Impfung (also vor Ablauf der 6 Monate) über vermehrte Nebenwirkungen berichtet.

2. Personen mit gesicherter Covid-19-Infektion (pos. PCR-Test) OHNE Symptome
Einmalige Impfung bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose.

3. Personen mit gesicherter Covid-19-Infektion (pos. PCR-Test) nach bereits erfolgter einmaliger Impfung
Zweite Impfdosis in der Regel 6 Monate nach Ende der COVID-19-Symptome bzw. der Diagnose erhalten. Die Gabe einer Impfstoffdosis ist im Einzelfall auch hier bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der Symptome möglich.

WICHTIG:
Sollte man unbemerkt eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben, ist eine Impfung trotzdem nicht schädlich.

 

Impfung von Allergikern

Zunächst hieß es, dass bei Patienten, die in der Vergangenheit mit signifikanten allergischen Reak­tionen auf Impfstoffe oder Medikamente reagiert haben, Vorsicht geboten sei. Allergiker, die auf Lebensmitteln, Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Insektengift, Latex und/oder andere Medikamente regieren, sind aber nach den Erkenntnissen des Paul-Ehrlich-Insituts nicht durch die Impfung gefährdet, da Allergiker generell kein höheres Risiko für schwerwie­gende unerwünschte Wirkungen bei der Coronaimpfung haben.
Das gleiche gilt für Personen mit einer familiären Anaphylaxie-Vorgeschichte oder früheren Komplikationen bei Injektionen von Vakzinen oder Medikamenten. Mittlerweile empfehlen Allergologen die Coronaimpfung sogar bei Biologikaeinnahme.
Wer in der Vergangenheit nach Impfungen oder Spritzen
– schwindelig, schwach oder ohnmächtig wurde
– einen schnellen Herzschlag (Tachykardie) und/oder Atemnot bekam
– zu Sofortallergien neigt mit Anschwellen des Gesichts und des Halses
– einen schlimmen Hautausschlag am gesamten Körper bekam
– einen allergischen Schock erlitten hat,
sollte das unbedingt dem Arzt vor der Impfung mitteilen, damit er nach der Injektion länger beobachtet werden kann. Grundsätzlich solle jede Person 15 (besser 30) Minuten nach der Impfung beobachtet werden, und besonders für Allergiker sollte eine angemes­se­ne medizinische Behandlung für schwere allergische Reaktionen bereitstehen. Fragen Sie ggf. nach, ob das gewährleistet ist, wenn Sie Allergiker sind.
Bei Menschen, die auf die erste Dosis eine schwere allergische Reaktion hatten, sollte die zweite Dosis nicht verabreicht wer­den.
Bei einer bekannten Allergie gegenüber einem Impfstoffbestandteil (z.B. Polyethylenglykol, s.u.) sollte gar nicht geimpft werden.
Zur Häufigkeit von allergischen Reaktionen ist zu sagen, dass zwar eine insgesamte Häufigkeit von 1-4: 1000 Geimpften angegeben wird, darin sind aber auch leichte allergische Reaktionen, beispielsweise ein vorübergehendes Ekzem eingeschlossen. Schwere allergische Reaktionen kommen in nur ca. 2,5 – 5: 1.000.000 der Geimpften vor und können gut behandelt werden. Kein Patient mit schwerer allergischer Reaktion ist bisher gestorben. Nach einer Studie im August 2021 aus Israel bekommen nur 0,7% der Patienten mit einer Hochrisiko-Allergievorgeschichte eine schwere allergische Reaktion, die dann bereits in den ersten 10-20 Minuten nach der Impfung auftritt. Lesen Sie dazu auch den Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 01.09.2021.
Ein Unterschied zwischen den Impfstoffen besteht: bei den mRNA-Impfstoffen treten  häufiger anaphylaktische Reaktionen (schwere Allergien) auf in ca. 2-4:1.000.000 Fällen im Vergleich zu den Vektorimpfstoffen.
> Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung vom 06.03.2021
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 04.01.2021
> Stellungnahme in der pharmazeutischen Zeitung vom 23.12.2020
> Artikel Ärztezeitung vom 10.12.2020
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 09.12.2020


Was tun, wenn man verzögert schwere allergische Symptome bekommt?

Wenn Sie nicht mehr am Impfort sind, rufen Sie bei Symptomen wie Hautquaddeln, Schwindel, Übelkeit, Blutdruckabfall, Herzrasen, Schwellung im Mund-/Halsbereich, Keuchen, anhaltendem Husten oder Atemnot sofort den Notarzt unter 112. Legen Sie sich hin (nicht stehen oder sitzen) und lassen Sie, wenn Sie allein sind, die Tür auf. Wenn Sie als schwerer Allergiker einen Notfall-PEN mit Adrenalin haben, setzen Sie ihn ggf. ein, wenn die Symptome schlimmer werden und der Notarzt noch nicht eingetroffen ist.

 

Impfung von PatientInnen, die Blutverdünner einnehmen

Blutgerinnungshemmer können dazu führen, dass sich an der Einstichstelle große Blutergüsse im Muskel bilden. Deswegen sollte die Impfung in diesem Fall mit der/m behandelnden Ärztin/Arzt besprochen werden. Oftmals können Medikamente für einige Tage problemlos abgesetzt werden (nur nach Absprache, nicht eigenmächtig!). Impfärzte verwenden bei Gerinnungshemmer-Patienten sehr dünne Kanülen und legen anschließend einen Kompressionsverband an. Patienten sollten selbst die Einstichstelle etwa fünf Minuten komprimieren. Die Nachbeobachtungszeit nach der Impfung sollte dann unbedingt 15 bis 30 Minuten dauern.
Detailliertere Informationen zum anzustrebenden INR-Wert u.a. finden Sie auf der Website der Deutschen Herzstiftung.


Impfung von Schwangeren und Stillenden

Seit dem 10.09.2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO nach Auswertung aller verfügbarer Daten nun die Covid-Impfung für alle Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, also ab der 14. Schwangerschaftswoche nach der letzten Monatsblutung (entsprechend der 12. Schwangerschaftswoche nach Empfängnis), siehe auch Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 10.09.2021.
Vorher wurde das nur bei Risikopatientinnen und nach ausführlicher Aufklärung empfohlen. In einer Studie im New England Journal of Medicine vom 21.04.2021 an 4000 Schwangeren, die mit einem mRNA-Impfstoff geimpft wurden, fanden sich allerdings keine Hinweise auf Schädigungen der Feten durch die Impfung. Auch die Daten eines US-Registers zu über 100.000 Schwangerschaften zeigten kein erhöhtes Fehlge­burtsrisiko in den ersten 20 Schwangerschaftswochen.
Eine Impfung im ersten Drittel wird – wie auch bei allen anderen Impfungen – nicht empfohlen, da die normale spontane Fehlgeburtsrate in dieser Zeit zu falschen Schlüssen über die Gefährlichkeit der Impfung führen könnte, ist aber auch eine reine Sicherheitsempfehlung für den Fall, dass sich später doch Komplikationen herausstellen würden.
Der Berufsverband der Frauenärzte, empfiehlt bereits in einer Stellungnahme vom 12.08.2021 die Impfung aller Schwangeren ab der 14. Schwangerschaftswoche.
In einer Studie an 17.000 Schwangeren und Stillenden erwies sich die Impfung (vorwiegend mit mRNA-Impfatoffen) als gut verträglich.
Der Impfstoff von AstraZeneca ist wegen des ohnehin erhöhten Thromboserisikos in der Schwangerschaft weniger geeignet. Wenn erwünscht, sollten die mRNA-Impfstoffe eingestzt werden, auch wenn dazu – wie schon erwähnt – ausreichende Belege fehlen.
Bei Nebenwirkungen wie Fieber kann Paracetamol eingenommen werden.
Für alle Schwangeren, denen das Risiko einer off-label-Impfung zu groß ist, können sich zwei enge Kontaktpersonen der Schwangeren – insbesondere natürlich der Partner – impfen lassen, um das Infektionsrisiko für die Schwangere zu verringern.


Impfung von stillenden Müttern

Nach der Geburt kann völlig unbedenklich geimpft werden. Eine Stillpause ist nicht notwendig. Im Gegenteil sorgen die mütterlichen Antikörper in der Muttermilch für einen Infektionsschutz beim Neugeborenen. In etwa 5-7% nach der 1. bzw. 2. Impfdosis kann eine verrin­gerte Milchmenge für höchstens 24 Stunden auftreten.

Siehe dazu auch:
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 18.08.2021

 

Impfung von Kindern

Der einzige Impfstoff, der von Anfang an für Kinder ab 16 Jahre zugelassen war, ist Comirnaty® von Biontech. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat ihn am 28.05.2021 auch für die Altersgruppe 12 – 15 Jahre zugelassen. Auch Spikevax® von Moderna ist seit 23.07.2021 für Kinder ab 12 Jahre zugelassen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) hat am 16.08.2021 nun nach Auswertung von Daten aus den USA auch eine Empfehlung für eine generelle Corona-Impfung bei gesunden Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren ausgesprochen. Vorher beschränkte sich die Empfehlung auf Kinder mit definierten Vorerkrankungen, wie Adipositas, angeborener oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression, schwere Zyanose, schwere Herzinsuffizienz, angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung <80 %), schwere pulmonale Hypertonie, chronische Lungenerkrankungen, bei der die Lungenfunktion anhaltend eingeschränkt ist, Tumorerkrankungen und einige weitere Erkrankungen. Eine Impfung von Kindern wird auch empfohlen, wenn deren Angehörige RisikopatientInnen sind, aber nicht geimpft werden können oder weil ihr Immunsystem medikamentös unterdrückt wird, z.B. im ersten Jahr nach einer Herztransplantation.
Weiterhin gilt allerdings, dass bei Kindern – je jünger sie sind – besonders sorgfältig das Risiko gegen den Nutzen abgewogen werden muss. Da Kinder ein sehr geringes Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-Infektion haben (s.a. Covid-19 bei Kindern), wiegt bei ihnen die Möglichkeit von bisher noch nicht bekannten Langzeitnebenwirkungen der Impfung ungleich schwerer als bei Erwachsenen. Deshalb wird das Thema nach wie vor sehr kontrovers diskutiert.
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 16.08.2021
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 12.07.2021

Ob Kinder von ARVC-PatientInnen, die ja meist lediglich Mutationsträger und nur in seltenen Fällen bereits erkrankt sind, geimpft werden sollten, ist Ermessenssache.

Mehr zur Impfung von Kindern finden Sie auf der Seite “Infektionsschutz” der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BzgA und auf der Webseite des Bundesverbans herzkranke Kinder BVHK.

 

Impfung nach Herztransplantation

Eigentlich fallen alle Herztransplantierten in die Priorisierungsgruppe 2 mit hohem und sehr hohem Risiko. Dies gilt aber nur für Herztransplantierte, deren Transplantation bereits ein Jahr oder mehr zurückliegt. Im ersten Jahr nach HTX wird das Immunsystem der PatientInnen so sehr unterdrückt, dass es einerseits zu Komplikationen mit dem transplantierten Herz kommen könnte, andererseits die Impfung gar nicht oder unzureichend wirken könnte. Dann könnte man sich in falscher Sicherheit wiegen und den Erfolg der Transplantation gefährden. Idealerweise sollte VOR einer geplanten Transplantation geimpft werden.
Bei länger Herztransplantierten scheint eine 3. Impfung noch besser zu schützen als nur zwei.
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 15.06.2021

 

Impfschema

Impfintervall – diverse Strategien

Die Impfung sollte je nach Impfstoff noch einmal wiederholt werden, bei Biontech nach 3 – 6, bei Moderna nach 4 – 6 und bei AstraZeneca nach 4 – 12 Wochen. Zu Beginn wurde mit dem Mindestabstand geimpft, um möglichst viele besonders gefährdete Menschen der ersten Priorisierungsgruppe schnell durchzuimpfen. Dann wurde in der dritten Welle der Abstand zwischen den Impfdosen in manchen Bundesländern maximal ausgedehnt, um mehr Menschen zu einer Erstimpfung zu verhelfen. In der Ersten Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Impfverordnung vom 29. April 2021 heißt es dazu: „Der von der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut empfohlene Abstand zwischen Erst- und Folge- sowie Auffrischimpfungen ist möglichst auszuschöpfen.“ Man hoffte, mit dieser Streckung des Impfabstands, die Infektionszahlen durch die Verabreichung nur einer Dosis an möglichst viele Menschen schneller zu erreichen, da bereits nach der 1. Dosis eine gute Schutzwirkung erzielt wird.
Neuerdings gibt es Überlegungen, bereits nach 4 Wochen die 2. Dosis AstraZeneca zu verimpfen, damit die Geimpften schneller mit der Immunisierung durch sind, um früher wieder am “normalen Leben” teilnehmen zu können. Es gilt aber zu bedenken, dass man sich diese frühere Immunisierung erkauft mit einem deutlich schlechteren längerfristigen Schutz. Bei einem Impfintervall von 12 Wochen und mehr besteht laut einer Studie im Lancet vom Februar ein Schutz von ca. 80% im Vergleich zu Ungeimpften – bei einem Impfintervall von weniger als 6 Wochen sinkt diese Schutzwirkung auf ca. 55%. Überlegen Sie sich deshalb gut, ob es das wert ist!
Auch bei den mRNA-Impfstoffen zeichnet sich mittlerweile ab, dass das längere Impfintervall (6 statt 3 bzw. 4 Wochen) zu einer besseren Immunität führt.

Grundsätzlich gilt: die zweite Impfdosis ist sehr wichtig, da erst nach der 2. Dosis der optimale (wenn auch nicht 100%ige) Schutz gewährt ist. Außerdem schützen zwei Impfdosen deutlich besser gegen neue Virusmutanten.


Kreuzimpfung (heterologe Impfung) mit 2 verschiedenen Impfstoffen

Seit 08.07.2021 empfiehlt die STIKO ALLEN Personen, die eine Erstimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca erhalten haben, eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wie von Biontech oder Moderna. Der Abstand zur Erstimpfung sollte bei der Kreuzimpfung mindestens 4 Wochen betragen. Diese neue Empfehlung beruht auf der Tatsache, dass eine Kombination der Impfungen besser vor der Delta-Variante des Virus schützt als eine zweimalige Impfung mit AstraZeneca. So verhindert eine Impfung mit Biontech je nach Studie und Land ca. 65 – 90% der Infektionen mit der Deltamutante, AstraZeneca ca. 60%. Allerdings schützen sie deutlich besser (nämlich zu ca. 96% bzw. 92%) vor einem schweren Krankheitsverlauf. Allerdings erkauft man sich die bessere Immunität durch eine höhere Rate an Lokal- und Allgemeinsymptomen (Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Muskel-/Kopf-/Gelenkschmerzen), die aber vorübergehend sind und in der Regel nur 1-2 Tage anhalten.
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 30.07.2021
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 09.07.2021
> STIKO-Empfehlung vom 08.07.2021
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 01.07.2021
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 29.06.2021
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 16.06.2021
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 14.05.2021
> Originalartikel vom 12.05.2021 (EN)
Die umgekehrte Kreuzimpfung (zuerst mRNA-Impfstoff, dann Vektorimpfstoff) wird übrigens NICHT empfohlen. Grund ist die geringe Wirksamkeit – die Kombination ist nicht sicherer als 2 Impfdosen mit dem AstraZeneca-Impfstoff.


Auffrischimpfungen

Der Zeitpunkt von Auffrischimpfungen nach den ersten zwei Dosen ist noch umstritten. Einige Länder und Institutionen (Krankenhaäuser und Altenheime) haben im September bereits mit einer 3. Impfdosis begonnen. Möglicherweise werden dann jährliche Auffrischungs­im­pfungen nötig sein, ähnlich wie bei der Grippeimpfung. Diese könnte dann auch jeweils an neue Mutationen des Virus angepasst werden. Die STIKO – wie auch die WHO – sind noch zurückhaltend, was eine eindeutige Empfehlung zu einer 3. Impfdosis angeht.
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 14.09.2021
Laborärzte empfehlen vor einer 3. Dosis sogenannte Surrogat-Neutralisationstests, um die Coronavirus-Antikörper-Konzentration im Blut der Impfkandidaten bestimmen. Unter einem Wert von 21.8 Binding Antibody Units (BAU) hätten Personen keinen Immunschutz gegen das Coronavirus und müssten baldmöglichst geimpft werden. Bei einem Wert über 1.000 BAU ist man noch immun, eine Auffrischimpfung also unnötig.
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 31.08.2021
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 10.08.2021

 

Informationen zu den Impfstoffen

Impfstoff Comirnaty® (BNT162b2/Tozinameran) von Biontech/Pfizer

Der Impfstoff wurde in Deutschland entwickelt und ist seit Dezember 2020 in Deutschland ab 16 Jahre, seit 28.05.2021 ab 12 Jahre zugelassen, und wird seit 27.12.2020 in Deutschland verimpft. Er muss bei -80°C gekühlt werden. Die volle Schutzwirkung tritt zwei Wochen nach Verabreichung der zweiten Dosis, die nach 3 – 6 Wochen verimpft werden soll, ein.
> Informationen zum Impfstoff Comirnaty®

Inhaltsstoffe von Comirnaty®
– mRNA (Boten-Ribonukleinsäure, engl. messenger ribonucleid acid)
– Lipide ((4-Hydroxybutyl)azanediyl)bis(hexan-6,1-diyl)bis(2-hexyldecanoat)
– 2-((Polyethylenglykol)-2000)-N,N-ditetradecylacetamid) (potentiell allergieauslösend)
– 1,2-Distearoyl-sn-glycero-3- Phosphocholin
– Cholesterin
– Kaliumchlorid
– einbasiges Kaliumphosphat (Kaliumdihydrogenphosphat)
– Natriumchlorid
– zweibasisches Natriumphosphat-Dihydrat (Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat)
– Saccharose
– Wasser für Injektionszwecke

Schutzwirkung
Zwei Impfungen mit Comirnaty® schützen zu 93,7% gegen die Alpha-Variante und zu 88% gegen die Delta-Variante (und zu 96% vor einer Krankenhauseinweisung, also vor einem schweren Verlauf). Wer nur die erste Impfung erhalten hat, ist nur zu 30% gegen Delta geschützt.


Impfstoff  Spikevax® (vorher mRNA-1273,
Covid-19 Vaccine Moderna®,
kurz “Moderna”) von Moderna

Der Impfstoff wurde in den USA entwickelt, am 06.01.2021 ab 18 Jahre, seit dem 23.07.2021 ab 12 Jahre in Deutschland zugelassen und wird seit Mitte Januar 2021 in Deutschland verimpft. Er muss bei – 20°C gekühlt werden. Die volle Schutzwirkung tritt zwei Wochen nach Verabreichung der zweiten Dosis, die nach 4 – 6 Wochen verimpft werden soll, ein.
> Informationen zum Impfstoff Covid-19 Vaccine Moderna®

Inhaltsstoffe von Spikevax®
– mRNA (Boten-Ribonukleinsäure, engl. messenger ribonucleid acid)
– Lipide (SM-102.
– Polyethylenglykol [PEG] 2000 Dimyristoyl-Glycerin [DMG] (potentiell allergieauslösend)
– Cholesterin
– 1,2-distearoyl-sn-glycero-3-phosphocholine [DSPC]
– Tromethamin
– Tromethamin-Hyrochlorid
– Essigsäure
– Natriumacetat
– Saccharose

Schutzwirkung
Zwei Impfungen mit Spikevax® schützen zu ca. 94% gegen die Alpha-Variante. Insgesamt ist die Schutzwirkung ähnlich hoch wie bei Comirnaty®.


Impfstoff  Vaxzevria® (Covid-19 Vaccine AstraZeneca®, AZD1222, ChAdOx1) von AstraZeneca

Der Impfstoff ist ein schwedisch-englisches Produkt, seit 30.1.2021 ab 18 Jahre in Deutschland zugelassen und wird seit Anfang Februar in Deutschland verimpft. Er muss bei – 2 bis -8°C im Kühlschrank gekühlt werden. Die volle Schutzwirkung von ca. 94% tritt eine Woche nach Verabreichung der zweiten Dosis, die nach 4 – 12 Wochen verimpft werden soll, ein.
Zu den Nebenwirkungen, insbesondere den Hirnvenenthrombosen, lesen Sie weiter unten nach. Wegen dieser Nebenwirkung wird der Impfstoff von der STIKO nur noch für Menschen über 60 Jahre empfohlen. Im Einzelfall kann davon aber auch nach entsprechender Aufklärung abgewichen werden.
> Informationen zum Impfstoff Covid-19 Vaccine AstraZeneca®

Inhaltsstoffe von Vaxzevria®
– L-Histidin
– L-Histidin Hydrochlorid Monohydrat
– Magnesiumchlorid-Hexahydrat
– Polysorbat 80
– Ethanol
– Saccharose
– Natriumchlorid (Kochsalz)
– Dinatriumedetat Dihydrat
– Wasser für Injektionszwecke

Schutzwirkung
Zwei Impfungen mit Vaxzevria® schützen zu ca. 74,5% gegen die Alpha-Variante und zu ca. 67% gegen die Delta-Variante (und zu ca. 85-92% vor einer Krankenhauseinweisung, also vor einem schweren Verlauf). Wer nur die erste Impfung erhalten hat, ist nur zu 30% gegen Delta geschützt.


Impfstoff COVID-19 Vaccine Janssen® (Ad26.COV2-S) von Janssen-Cilag/Johnson & Johnson

Der Hersteller Janssen-Cilag ist eine Tochter des US-Unternehmens Johnson und Johnson (J&J). Der Impfstoff wurde am 11. März 2021 in Deutschland für Personen ab 18 Jahre zugelassen, seit Mitte April wird er in Deutschland 2021 verimpft. Bei diesem Impfstoff ist nur eine Impfdosis nötig.
Zu den Nebenwirkungen, insbesondere den Hirnvenenthrombosen, lesen Sie weiter unten nach. Wegen dieser Nebenwirkung wird der Impfstoff vor allem für Menschen über 60 Jahre empfohlen.
> Informationen zum Impfstoff Covid-19 Vaccine Janssen®

Inhaltsstoffe von COVID-19 Vaccine Janssen®
– 2-Hydroxypropyl-β-Cyclodextrin (HPBCD)
– Citronensäure-Monohydrat
– Ethanol
– Salzsäure
– Polysorbat 80
– Natriumchlorid
– Natriumhydroxid
– Trinatriumcitrat-Dihydrat
– Wasser für Injektionszwecke

Schutzwirkung
Eine Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® schützt zu ca. 66% gegen die Alpha-Variante und deutlich schlechter gegen die Delta-Variante.

Einen Vergleich der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe mit den Daten der Zulassungsstudien haben wir in einer Tabelle zusammengestellt:
> Vergleich der Impfstoffe (PDF)

Zur Entwicklung und Sicherheit der Impfstoffe gibt es die Dokumentation einer interessanten englischsprachigen Veranstaltung “Public stakeholder meeting: development and authorisation of safe and effective COVID-19 vaccines in the EU”. Alle Dokumente des Meetings und die entsprechenden Videos finden Sie auf der Seite der European Medicines Agency (EMA).
> Stakeholder Meeting der EMA vom 11.12.2020

 

Nach der Impfung

Alkohol
Idealerweise sollte man drei Tage nach jeder Injektion mit dem Corona-Impfstoff auf Alkohol verzichten, da dieser die Immunantwort erheblich abschwächen kann.

Sport
Leichte körperliche Belastung ist nach der Impfung erlaubt. Extreme Ausdauersportarten oder Training mit hoher Gewichtsbelastung (die aber bei ACM/ARVC ja aber ohnehin ungünstig sind) sollten nach der Impfung vermieden werden. Bei starker körperlicher Belastung können Impfreaktionen verstärkt auftreten.

Arbeitsunfähigkeit
Wegen der Nebenwirkungen der Impfung (s.u.) sollte man zur Sicherheit keine wichtigen Termine auf die Tage nach der Imfung legen, insbesondere nach der 2. Dosis. Besonders hoch ist die Arbeitsunfähigkeit nach AstraZeneca, gefolgt von Moderna, am besten schneidet Biontech ab. Frauen entwickeln häufiger Symptome als Männer.

 

Nebenwirkungen der Impfung – allgemein

Eine Zusammenfassung der Häufigkeit von unerwünschten Nebenwirkungen der Impfung im Vergleich zur Häufigkeit unerwünschter Wirkungen, die durch eine Covid-19-Infektion ausgelöst werden, finden Sie hier.

Übliche Nebenwirkungen

– Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Injektionsstelle (ca. 80%)
– Müdigkeit, Erschöpfung (ca. 60%)
– Kopfschmerzen (ca. 50%), Muskelschmerzen (ca. 30%), Gelenkschmerzen (ca. 20%)
– leichtes Fieber (10%)
– Frösteln (ca. 30%)
– Schüttelfrost
– Übelkeit, Unwohlsein, Erbrechen
– angeschwollene Lymphknoten (Lymphadenopathie)
Normalerweise dauern diese meist nur 24-48 Stunden oder höchstens wenige Tage an. Die Nebenwirkungen sind ein Zeichen für die Immunreaktion des Körpers auf die Impfung.
Ggf. können Paracetamol oder schmerzstillende Medikamente genommen werden, wobei man mit Paracetamol zurückhaltend sein sollte, da es die Immunantwort der Impfung abschwächen kann – deshalb wird von einer prophylaktischen Einnahme oder einer Einnahme innerhalb von 6 Stunden nach der Impfung unbedingt abgeraten. Nehmen Sie das Medikament am besten nur, wenn Sie wirklich Symptome nach der Impfung entwickeln.
Fieber und grippale Symptome treten bei Vektorimpfstoffen etwa 2-3mal so häufig auf wie bei mRNA-Impfstoffen.

WICHTIG:
Nebenwirkungen können ein Zeichen für die erwünschte Immunantwort des Körpers sein. Wenn man keine Symptome verspürt, heißt das aber nicht im Umkehrschluss, dass die Impfung nicht gewirkt hat. Die Impfreaktion sagt nichts über die Stärke der Immunantwort aus.
Wer unbedingt wissen will, ob die Impfung angeschlagen hat, kann beim Arzt auf eigene Kosten einen Neutralisationstest durchführen lassen (ca. 25 €).


Meldung von Nebenwirkungen

Schwerwiegende oder ungewöhnliche Nebenwirkungen sollten der/m Hausärztin/Hausarzt oder in der Apotheke gemeldet werden. Auf der offiziellen Seite vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bzw. dem Bundesgesundheitsministerium können Sie unkompliziert und anonym Ihre Nebenwirkungen melden (übrigens nicht nur zu den Vaccinen zum Schutz vor COVID-19!):
Online-Meldung von Nebenwirkungen beim PEI oder alternativ über die SafeVac-2.0-App (Download im App-/Google-Play-Store).

Das Paul-Ehrlich-Institut ist für die Sicherheit der Impfstoffe zuständig und gibt regelmäßig Sicherheitsberichte heraus, in denen über die gemeldeten Nebenwirkungen berichtet wird.
Insgesamt liegen dem Paul-Ehrlich-Institut bis 30.6.2021 Meldungen von schwerwiegenden Impfkomplikationen  in der Höhe von 0,1 pro 1.000 Impfdosen vor. Die Gesamtzahl gemeldeter Nebenwirkungen (leichte und schwere) beläuft sich auf 1,4 auf 1000 Impfdosen (0,9 für Biontech, 2 für Moderna, 3 für AstraZeneca und 1,5 für Janssen).
Ausführlich informieren über die Nebenwirkungen kann man sich auf der Seite des Paul-Ehrlich-Instituts auf der Seite der Sicherheitsberichte. Hier finden Sie den aktuellsten Sicherheitsbericht vom 19.08.2021.


Andere gemeldete Nebenwirkungen

Für einen Zusammenhang zwischen Menstruationsstörungen und der Impfung gegen COVID-19 gibt es derzeit keinen Beleg, obwohl diese häufiger von Frauen berichtet werden.

Die in den Zulassungsstudien gemeldeten Fazialisparesen (Lähmungen des Gesichtsnervs) gehen möglicherweise auf eine erhöhte Rate an Infektionen von Herpes zoster (Gürtelrose) nach der Impfung zurück (Risiko für Zoster: 15 zusätzliche Fälle auf 100.000 Personen im Vergleich zu Ungeimpften).

Mehr zu Nebenwirkungen, insbesondere den schwerwiegenderen wie Hirnvenenthrombosen, Herzmuskelentzündungen und schweren allergischen Reaktionen können Sie auch unter der Rubrik “Impfung von Allergikern” und im nachfolgenden Abschnitt zu den besonderen Nebenwirkungen nachlesen.

 

Besondere Nebenwirkungen von mRNA-Impfstoffen (Biontech/Moderna)

Verspätete Lokalreaktion

Bei mRNA-Impfstoffen gibt es neurdings Hinweise auf eine verspätete Lokalreaktion (flächige Rötung, Juckreiz, Überwärmung, Ausschlag, schmerzhafte Schwellung) nach ca. 8 (4-11) Tagen, die vorwiegend bei Frauen auftritt. Behandelt werden diese mit kühlenden Maßnahmen und polidocanolhaltige Salben (z.B. Linola Fettcreme), wenn notwendig auch mit oralen Antihistaminika (z.B. Loratadin) bzw. cortisonhaltigen Cremes (z.B. Prednicarbat, Momethason).


Gesichts- und Lippenschwellung

Sehr selten treten Schwellungen im Gesicht (auch einseitig) und Lippen auf. Diese klingen in der Regel von selbst ab. Orale Antihistaminika oder Kortikosteroide können die Erholung beschleunigen.


Myokarditis und Perikarditis

Am 26.04.2021 tauchten erste Medienberichte zu Myokarditisfällen  (Fällen von Herzmuskelentzündungen) auf. Das israelischen Gesundheitsministerium sah in einer Pressemitteilung vom 02.06.2021 eine „gewisse Wahrscheinlichkeit für einen möglichen Zusammenhang” zwischen der 2. Impfdosis und dem Auftreten einer Myokarditis bei jungen Männern im Alter von 16 bis 30 Jahren her, je jünger, desto häufiger (am meisten betroffen: die 16 – 19-jährigen).
Mittlerweile ist klar: betroffen sind von der Myokarditis vorwiegend junge Männer unter 30 Jahren meist innerhalb einer Woche (im Mittel innerhalb 4 Tagen, aber auch bis zu 30 Tage) nach der zweiten mRNA-Impfung, von der Perikarditis (Herzbeutelentzündung) etwas ältere Personen (vor allem Männer zwischen 20 und 50 Jahren) mit einem längeren Intervall nach Erst- oder Zweitimpfung. Allerdings verlaufen die meisten Erkrankungen milde, und die Patienten erholen sich in der Regel innerhalb weniger Tage. Todesfälle gibt es in Deutschland nur 18 Einzelfälle, bei denen die Myokarditis als Ursache eher unwahrscheinlich ist, im Alter zwischen 26 und 90 Jahren.
Nach neuesten Daten von Ende August 2021 tritt eine Myokarditis nach mRNA-Impfung mit einer Häufigkeit von ca. 50 Fällen auf 1.000.000 Impfungen auf, also in 0,005% der Impfungen.

Zur Datenlage in verschiedenen Ländern:
Bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA sind bis Mitte Juli 145 Berichte über Myokarditiden nach der Impfung mit Comirnaty® gemeldet worden (bei 177 Mio. in Europa verabreichten Dosen) und 19 Fälle (bei 20 Mio. verimpften Dosen) nach Spikevax® von Moderna. Die 5 Todesfälle, die in Europa gemeldet wurden, betrafen ältere Menschen mit Begleiterkrankungen, während in den USA keine Todesfälle bekannt wurden. Vereinzelt betreffen die Meldungen auch Moderna (vor allem in den USA). Dort betreffen die Myokarditisfälle zu 60% junge Menschen unter 30 Jahren. In der Altersgruppe der 16-17jährigen war die Wahrscheinlichkeit für eine Myokarditis um mehr als das 4fache erhöht, bei den 18-24jährigen noch immer um mehr als 2,5 fach.
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 12.07.2021
In Deutschland wurden bis zum 31.7.2021 beim Paul Ehrlich-Institut (PEI) 399 Myo- und Perikarditisfälle nach Biontech- und 49 nach Moderna-Impfung gemeldet, das ergibt bei 54 Mio. bzw. 6,4 Mio. Impfdosen ein Auftreten von 0,32 bzw. 0,48 auf 100.000 Impfdosen, also sehr selten. Bei Personen im Alter von 18-49 Jahren ist die Häufigkeit ca. 2 auf 100.000 geimpfter Personen. Insgesamt ist die Anzahl an Myokarditidfällen um das mindestens 2,5fache erhöht zu den normalerweise zu erwartenden Fällen. Bei Kindern und Jugendlichen  zwischen 12 und 17 Jahren hat das PEI bis Ende Juli 24 Fälle einer Herzmuskelentzündung nach Coronaimpfungen mit dem Bion­tech-Wirkstoff bei Kindern, 22 bei männlichen, 2 bei weiblichen jungen Menschen (bei mehr als 1,3 Millionen Impfdosen). Die Perilarditis tritt vorwiegend bei Männern zwischen 20 und 50 Jahren auf.
Die Gebrauchsinformation der Impfstoffe wird um einen entsprechenden Hinweis auf die seltene Nebenwirkung ergänzt.
Siehe dazu auch:
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 20.08.2021
> Sicherheitsbericht des PEI vom 19.08.2021
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 11.06.2021
In den USA wurden bei 300 Millionen Impfdosen insgesamt ca. 1.200 Verdachtsfälle einer Myokarditis/Perikarditis gemeldet (ca. 800 zur Biontech- und ca. 400 zur Moderna-Vakzine), davon ungefähr die Hälfte bei Personen unter 30 Jahren. Schätzungen ergeben eine Häufigkeit von ca. 4,8 auf 1.000.000 Impfungen, Auswertungen von Krankenakten allerdings mehr als doppelt so hohe Raten von 10 bzw. 18 Myo- bzw. Perikarditisfällen auf 1.000.000 Impfungen. Die meisten Fälle traten nach der 2. Dosis auf. Das mittlere Alter betrug nach der 1. Dosis 30 Jahre und nach der 2. Dosis 24 Jahre, 2/3 bis 3/4 der Fälle traten bei Männern auf. 25% wurden im Krankenhaus behandelt, aber nur 2 auf der Intensivstation.
Die US-Gesundheitsbehörde CDC sieht selbst für die jüngste Gruppe der 12- bis 17-Jährigen weiterhin ein eindeutig positives Nutzen-Risiko-Verhältnis: Bei den männlichen Teenagern kämen auf 1 Million zweite Dosierungen 56 bis 69 Myokarditisfälle, bei weiblichen 8 bis 10. Für die männlichen Teenager von 12 – 17 Jahren heißt das aber, dass – statt statistisch gesehen 2 Myokarditisfällen auf 2.000.000 Impfungen – 128 Myokarditisfälle nach der Impfung auftraten, also ein 60fach erhöhtes Risiko oder 1 Myokarditis auf 16.000 Impfungen. Durch die Impfung würden aber andererseits bei männlichen bzw. weiblichen Teenagern zwischen 12 und 17 Jahren 5.700 bzw. 8.500 COVID-19-Erkrankungen, 215 bzw. 183 Krankenhausaufenthalte, 71 bzw. 38 Intensivbehandlungen und 2 bzw. 1 Todesfälle verhindert.
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 05.08.2021
> Orginalartikel in JAMA vom 04.08.2021 (EN)

Bei aller Aufregung, die natürlich unsere myokarditis-sensiblen ARVC-Patienten besonders betrifft, sollte also auch hier das Risiko einer möglichen Myokarditis nach Impfung (s.o., absteigend mit zunehmendem Alter) abgewogen werden gegenüber dem mittlerweile gut belegten Risiko, im Rahmen einer Covid-19-Erkrankung eine Myokarditis zu bekommen (>20% der schweren Fälle).
Nach neuesten Berechnungen aus Cleveland ist das Risiko für eine Myokarditis bei männlichen Jugendlichen von 12-17 Jahren durch Covid-19 fast 6-mal höher als durch eine mRNA-Impfung. Bei Mädchen von 12-17 Jahren ist das Risiko für eine Myokarditis durch Covid-19 sogar 21-mal höher als durch die Impfstoffe (s.a. Fachartikel, EN).
Bestätigt wird das durch eine Studie vom 25.08.2021 (s.a. Originalartikel), bei der das relative Risiko für eine Myokarditis nach mRNA-Impfung 3,24 (also 3,24 mal höher als bei Ungeimpften), das entspricht zusätzlichen 2,7 Myokarditisfällen auf 100.000 Personen. Im Vergleich dazu gibt es aber 11 Myokarditisfälle auf 100.000  Personen durch eine Covid-19-Infektion, also fast viermal mehr.
Unsere wissenschaftlichen Beiräte raten nicht von der Impfung ab und geben ebenfalls zu bedenken, dass die Myokarditis durch Covid-Infektion höher ist als durch die Impfung. Unsere Kardiopathologin kennt Fälle, bei denen klinisch eine Myokarditis nach Impfung vermutet wurde, aber durch eine Biopsie nicht bestätigt werden konnte.
Eine Ursache für die mögliche Auslösung einer Myokarditis gibt es noch nicht. Eine Theorie wäre eine starke Immunreaktion des Körpers auf die Impfung, die als Entzündungsreaktion auch das Herz angreift.
Wir beobachten die Berichte zu dem Thema weiter sehr genau.

WICHTIG:
Warnsymptome für eine Myokarditis sind

– Schmerzen in der Brust
– Müdigkeit, Abgeschlagenheit
– Fieber
– Atemnot
– Herzrasen, Herzklopfen, Palpitationen
– Herzrhythmusstörungen
– Herzschwäche bis hin zum Herzversagen

Leider verlaufen manche Myokarditisfälle aber auch völlig symptomlos, und die möglichen Symptome sind nur sehr schwer zu unterscheiden sowohl von einer normalen Impfnachwirkung als auch den üblichen ARVC-Symptomen. Die normalen Impfnebenwirkungen treten normalerweise nur in den ersten 48 Stunden nach Impfung auf – im Gegensatz zu der Myokarditis nach Impfung, bei der die ersten Symptome in den ersten 4-5 Tagenauftreten, aber auch seltener bis zu einem Monat nach Impfung. Im Zweifelsfall empfehlen wir eine Abklärung bei dem/der betreuenden Arzt/Ärztin.

Diagnostische Hinweise auf eine Myokarditis
– ein Anstieg der Herzenzyme im Labor (Serumkreatinkinase CK, CK-MB, Troponin cTnI/cTnT)
– ST- oder T-Wellenveränderungen im EKG
– abnorme Befunde in der Echokardiografie oder im MRT
– Entzündungszeichen in der Endomyokardbiopsie

Diagnose einer Perikarditis (mindestens 2 der folgenden Kriterien)
– perikardiale Brustschmerzen
– beim Abhören (Auskultation) perikardiales Reiben
– EKG-Veränderungen
– perikardialer Erguss (im Echo/MRT)

Wie wird die Myokarditis behandelt?
Es gelten die üblichen therapeutischen (medikamentösen) Maßnahmen für Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche. Außerdem ist eine wochenlange körperliche Schonung notwendig.

Was ist zu tun, wenn nach einer Impfung eine Myokarditis aufgetreten ist?
Nach derzeitgen Erkenntnissen, sollte dann keine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff durchgeführt werden, sondern auf einen Vektorimpfstoff ausgewichen werden, bei dem kein erhöhtes Myokarditisrisiko gefunden wird.


Weitere Verdachtsfälle

Verein­zelt Fälle von Erythema multiforme, Glomerulonephritis und nephrotischem Syndrom wurden gemeldet. Dabei handelt es sich noch um mutmaßliche Nebenwirkungen, von denen noch nicht gesichert ist, ob sie durch das Vakzin hervorgerufen wurden.
Ende Juni 2021 trat der erste Bericht einer VITT (vakzininduzierte Immunthrombzytopenie) nach Moderna-Impfung und auch Biontech-Impfung auf, die sonst nur von den Vektorimpfstoffen bekannt war (siehe dort). Die Zahlen sind aber nur so gering erhöht, dass es sich nur um einen Verdachtsfall und keine gesicherte Nebenwirkung handelt.
Insgesamt ist eher davon auszugehen, dass mRNA-Impfstoffe keine venösen Thrombosen verursachen, und arterielle Thrombosen (die für Herzinfarkte und Schlaganfälle verantwortlich sind) nur als Verdachtsfall und nicht gesichert. Sie sind also bei thrombosegefährdeten PatientInnen besser geeignet als Vektorimpfstoffe.

 

Besondere Nebenwirkungen von Vektorimpfstoffen (AstraZenaca, Janssen)

Nebenwirkung Hirn-/Sinusvenenthrombose und andere Thrombosen

Nach Impfungen mit AstraZeneca tritt in sehr seltenen Fällen bei ca. 0,001% der Geimpften (Meldung bis Mitte April 0,2 – 2,2 auf 100.000 Impfdosen) eine schwerwiegende Nebenwirkung, nämlich eine Sinusvenenthrombose (Thrombose in den Hirnvenen), innerhalb von 4 Tagen bis 3 Wochen  nach der Impfung auf, in Deutschland bisher nur nach der ersten Dosis. Die Thrombosen treten auch an anderen Orten auf, so in Portal-, Leber- oder Mesenterialvenen oder sie manifestieren sich in tiefen Beinvenenthrombosen, Lungenembolien und akuten arteriellen Thrombosen (letztere können Schlaganfälle auslösen). Ähnliche Probleme sind beim Impfstoff von Johnson&Johnson aufgetreten, daher vermutet man einen Zusammenhang mit der Art des Impfstoffes (vektorbasiert). Da diese Fälle vorwiegend bei jüngeren Personen – insbesondere Frauen unter 60 Jahren – aufgetreten sind, empfiehlt die STIKO und auch das Bundesgesundheitsministerium derzeit (Stand: 14.04.2021) die Impfung mit AstraZeneca nur noch für Personen ab 60 Jahren. Was mit Risikopatienten unter 60 passiert, die bereits die erste Impfung erhalten haben, ist noch nicht geklärt. Derzeit wird in Deutschland empfohlen, die Zweitimpfung mit Comirnaty® (Biontech) nach 12 Wochen durchführen zu lassen.
Trotzdem können sich auch Jüngere, wenn Sie es wollen, nach ausführlicher Aufklärung mit AstraZeneca impfen lassen, da die Gesundheitsrisiken durch COVID-19 schwerwiegend sein können, und die Vorteile des Impfstoffs die Risiken von Nebenwirkungen überwiegen, zumal auch durch eine Covid-19-Infektion Sinusvenenthrombosen auftreten können.

Wahrscheinlich ist die seltene Thromboseform analog zur bereits bekannten HIT (heparin-induzierte Thrombopenie) verursacht durch eine „vaccine induced immune thrombocytopenia“, auf deutsch impfstoff(vakzin)induzierte  (VITT), auch impfstoffinduzierte prothrombotische Immunthrombozytopenie (VIPIT) oder “Thrombose-mit-Thrombozytopenie Syndroms (TTS)” mit einer gleichzeitigen Verringerung der Thrombozyten und Übergerinnbarkeit des Bluts. Diagnostisch finden sich hohe Konzentrationen von Antikörpern gegen Plättchenfaktor 4 (PF4) sowie eine starke Aktivierung von Thrombozyten in entsprechenden Tests. Zur Diagnosesicherung werden ein MRT, eine Magnetresonanzangiographie (Gefäßdarstellung) und Laboruntersuchungen (Fragmentozyten, Gerinnung, INR, aPTT, Fibrinogen, D-Dimere, HIT-Diagnostik) empfohlen.
Möglicherweise hängt das vorwiegende Auftreten bei jüngeren Frauen auch mit der Kombination mit Antibabypille und Rauchen (also zusätzlichen Thromboserisken) zusammen, das sind aber derzeit alles nur Theorien. Laut Paul-Ehrlich-Institut sind diese Zusammenhänge nicht bewiesen, es konnten bisher keine zusätzlichen Risikofaktoren identifiziert werden.
Beim Auftreten dieser Art von Thrombosen helfen zusätzlich zur Blutverdünnung zur Auflösung der Thrombose hochdosierte Immunglobuline an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Bei einer klassischen HIT darf kein Heparin gegeben werden, bei einer VIPIT ist Heparingabe möglich.

Im Beipackzettel des Impfstoffs wird ein Warnhinweis ergänzt, sodass jede Person nach ärztlicher Aufklärung für sich entscheiden kann, ob er oder sie einer Impfung mit AstraZenaca zustimmt.

WICHTIG: Warnhinweise für atypische Thrombosen:
Wenn innerhalb von 4 – 16 Tagen nach der Impfung mit AstraZeneca oder Janssen eines der folgenden Symptome auftritt, soll schnell eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht und auf die Impfung hingewiesen werden:
– Atemnot, Kurzatmigkeit
– Schmerzen in der Brust
– Schwellung, Schmerzen und/oder Kältegefühl in einem Arm oder Bein
– anhaltende Magen- und/oder Bauchschmerzen
– Übelkeit, Erbrechen
– schwere, anhaltende oder sich verschlimmernde Kopfschmerzen (typisch: Beginn nach mehr als 3 Tagen nach Impfung, allmähliche Schmerzzunahme, aber auch akuter Donnerschlagkopfschmerz, der nicht auf Schmerzmittel anspricht; Andauern der Schmerzen über mehr als 3 Tage; Zunahme der Schmerzen durch Bücken oder Valsalva-Manöver = forciertes Ausatmen bei geschlossenem Mund und Nase)
– verschwommenes Sehen, Doppelbilder
– Sprachstörungen
– Sensibilitätsstörungen (kein Gefühl bei Berührung)
– Krampfanfälle, Lähmungen, Bewusstseinsstörung
– anhaltende Blutungen
– mehrere kleine Blutergüsse (Petechien), rötliche oder violette Flecken, punktförmige Hautblutungen oder Blutbläschen unter der Haut außerhalb der Injektionsstelle nach einigen Tagen

Diagnostisch sollte dann die Thrombozytenzahl gemessen und ein ELISA-Test zum Nachweis von Antikörpern gegen PF4/Heparinkomplexe durchgeführt werden. Niedrige Thrombozytenzahlen sind ein Warnhinweis. Wichtig ist, dass bei Patientinnen und Patienten mit Thrombose und normalen Thrombozytenzahlen oder Patientinnen und Patienten mit Thrombozytopenie ohne nachweisbare Thrombose nach Impfung ein frühes Stadium des TTS vorliegen kann. Daher sind wiederholte Untersuchungen auf TTS u.U. erforderlich. Wichtig ist auch, dass Patienten mit Thrombosen auf eine Thrombozytopenie (eine Verringerung der Anzahl der Blutplättchen) untersucht werden und umgekehrt.

Therapiert werden kann die VITT durch die hochdosierte intravenöse Gabe von Immun­globulinen mit dem Ziel, die Thrombozytenaktivierung zu hemmen. Nicht zum Einsatz kommen sollten Thrombozytenkonzentrate und Vitamin-K-Antagonisten. Mittlerweile ist außerdem bekannt, dass ein mehrmaliger Austausch des Blutplasmas bei VITT helfen kann (> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 12.07.2021).

Wie unterscheide ich bei Kopfschmerzen nach Impfung mit einem Vektorimpfstoff, ob eine Sinusvenenthrombose vorliegt?
Die “normalen” Kopfschmerzen nach Impfung sind meist mild und treten in den ersten 2 Tagen nach Impfung auf. Wenn die Kopfschmerzen nach mehr als 3 Tagen auftreten, schlimmer werden, nicht auf Schmerzmittel ansprechen und wenn zusätzliche Symptome (s.o.) auftreten, ist das verdächtig und sollte unbedingt abgeklärt werden. Mehr dazu im Bayerischen Ärzteblatt vom 05.05.2021.


Guillain-Barré-Syndrom (GBS)

Die Untersuchungen zu der potentiellen Nebenwirkung eines GBS sind widersprüchlich. Impfungen mit den Vektorimpfstoffen von AstraZeneca (laut Paul-Ehrlich-Institut PEI, Sicherheitsbericht vom 15.07.2021) und Johnson&Johnson (laut US-Arzneimittelbehörde FDA) ein Guillain-Barré-Syndrom auslösen (> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 13.07.2021). Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) widerspricht dem Warnhinweis der US-Arznei­mittelbehörde FDA: die genannten Zahlen seien nicht besorgniserregend, ein kausaler Zusammenhang sei nicht belegt (> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 14.07.2021). Bis zum 30. Juni 2021 wurden dem PEI 51 Fälle eines GBS und 3 Fälle eines Miller-Fisher-Syndrom (MFS) – einer seltenen Variante des GBS – nach Impfung mit Vaxzevria® gemeldet. Die Erstsymptome traten im Mittel 14 Tage nach der Impfung bei Frauen wie Männern jeden Alters auf. Daher wurde nun ein ent­spre­chender Warnhinweis in die Produktinformation aufgenommen (> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 16.07.2021).
Die seltene neurologische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Umhüllungen (Myelinscheiden) der peripheren Nerven angreift, führt zu Muskelschwäche und manchmal zu Lähmun­gen, die sehr selten tödlich enden können. Sie kann auch nach anderen Impfungen (z.B. gegen Grippe oder Gürtelrose) auftreten. In den USA lag die Häufigkeit bei Johnson&Johnson bei 100 Verdachtsfällen auf 12,5 Millionen Impfdosen und damit ca. 3-5mal häufiger als zu erwarten. Die meisten Patienten erholen sich allerdings vollständig von der Erkran­kung.
Die Symptome treten bei den meisten betroffenen Patienten (vor allem Männern über 50) innerhalb von 22-42 Tagen nach der Im­pfung auf.

Warnsymptome
– Schwächegefühl, v.a. in Beinen und Armen
– Kribbelgefühl bzw. Gefühlsstörung, v.a. in Beinen und Armen
– Verschlimmerung und Ausbreitung dieser Symptome auf andere Bereiche des Körpers
– Schwierigkeiten beim Gehen
– Probleme mit Gesichtsbewegungen, Gesichtslähmungen
– Schwierigkeiten beim Sprechen, Kauen oder Schlucken
– Doppeltsehen
– Unfähigkeit, die Augen zu be­we­gen
– Inkontinenz (reduzierte Blasen- und Darmkontrolle)
– Lähmungserscheinungen
Bei diesen Symptomen sollte unverzüglich ein Arzt kontaktiert werden. Behandelt werden kann das Syndrom mit Cortison oder Immunglobulinen.

 

Nebenwirkungen bei Impfstoffwechsel

Die Zwischenauswertung einer neuen Studie im Lancet ergab, dass bei einem Wechsel des Impfstoffs (egal ob von AstraZeneca auf Biontech oder umgekehrt) ein deutlicher Anstieg von allgemeinen Nebenwirkungen nach der zweiten Impfdosis auftrat. In der Gruppe mit Vaxzevria-Erstimpfung und Comirnaty-Zweitimpfung berichteten zum Beispiel 34 % der Impflinge von Fieberhaft­igkeit. In der Gruppe mit 2 Dosen Vaxzevria waren es 10 %. Die umgekehrte Impfreihenfolge lieferte ähnliche Ergebnisse: Wurde mit Comirnaty erstgeimpft und mit Vaxzevria geboostert, trat bei 41 % der Impfstoffempfänger Fieberhaftigkeit auf, verglichen mit 21 % bei denjenigen, die 2 Dosen Comirnaty erhalten hatten. In beiden Fällen war das Risiko für das Auftreten von Fieberhaftigkeit somit um mehr als 20 % höher als bei homologer Impfung. Vergleichbare Anstiege wurden den Autoren zufolge bei Schüttelfrost, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, allgemeinem Unwohlsein und Muskelschmerzen beobachtet. Die vermehrten Nebenwirkungen waren aber vorübergehend, nach 48 Stunden in der Regel überstanden und führten nicht zu mehr Krankenhausaufenthalten. Die Einnahme von Paracetamol kann die Nebenwirk­ungen der Impfung lindern. Dies sollte aber nicht vorsorglich eingenommen werden.

 

Impfempfehlung

Wir können die Impfung gegen Covid-19 allen ARVC-PatientInnen nur empfehlen, auch wenn wir Verständnis haben für Menschen, die wegen der schnellen Zulassung der Impfstoffe Bedenken haben. Jeder muss und darf für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht. Die Risiken eines schweren Verlaufs und von Langzeitfolgen einer Covid-19-Infektion gilt es individuell abzuwägen gegen akute und langfristige Impfnebenwirkungen – zu beidem gibt es für ACM-/ARVC-Patienten praktisch keine verlässlichen Daten. Allerdings gibt es wohl keinen Impfstoff, zu dem nach so kurzer Zeit so viele Daten gesammelt und ausgewertet wurden. Ja, es gibt Nebenwirkungen der Impfung – trotzdem ist in jedem Fall die Wahrscheinlichkeit, schwer an Covid-19 zu erkranken oder an Covid-19 zu sterben ungleich viel höher als die Wahrscheinlichkeit, eine schwere Impfreaktion zu erleiden oder an einer Impfreaktion zu sterben. Deshalb sind wir der Meinung, dass eine Impfung unbedingt anzuraten ist, um sich selbst als ARVC-PatientIn zu schützen, aber auch, um das Pandemiegeschehen einzudämmen.
Auch die Deutsche Herzstiftung ruft eindeutig zur Impfung auf: “Angesichts der Gefährlichkeit von COVID-19, was Todesfälle und langfristige Schäden betrifft, ergibt sich nur eine vernünftige Konsequenz: den Empfehlungen der ständigen Impfkommission zu folgen und sich impfen zu lassen.”
> Infos zu Covid-19 der Deutschen Herzstiftung

 

Immunität nach der Impfung

Wie lange die Immunität nach einer Impfung andauert, ist naturgemäß noch nicht bekannt, da ja erst seit Mitte 2020 Studien mit den Impfstoffen laufen. Es gibt aber wegen der Höhe der Antikörpertiter die Hoffnung, dass eine Impfimmunität mindestens ein Jahr anhalten könnte. Derzeit gilt die Immunität nach Impfung für ca. 7-8 Monate als sicher. Aber selbst wenn jedes Jahr die Impfung aufgefrischt werden müsste: das geschieht ja bereits bei der Grippe und hat sich dort wegen der ständigen Mutationen des Influenzavirus bewährt. Ziemlich sicher hält jedenfalls die Immunität nach einer Impfung länger an als die Immunität nach einer durchgemachten Infektion, auch wenn die Immunitätsreaktion individuell sehr unterschiedlich ausfällt.

 

Durchbruchsinfektionen – Ansteckung und Übertragung trotz Impfung?

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung (also 15 Tage nach der letzten Impfdosis) mit SARS-CoV-2 infiziert und PCR-positiv wird, ist „niedrig, aber nicht Null“, schreibt das RKI. Die Impfung schützt die meisten, aber nicht alle Personen vor einer Ansteckung. Und wer sich infiziert hat, kann das Virus an weitere Personen weiter­geben. Es gibt aber Hinweise, dass diese Menschen durch eine geringe Viruslast nicht so infektiös sind. Auch die Dauer der Ansteckungsfähigkeit dürfte verkürzt sein.
Eine mögliche Ursache für eine Neu-Ansteckung nach Impfung kann auch die Infektion mit einem mutierten Virus sein, gegen das die Impfung nicht vollständig schützt. In der Regel haben aber Zweitinfizierte einen asymptomatischen oder milden Verlauf und sind vor einem schweren Verlauf durch die Impfreaktion geschützt.

Durch die Deltavariante hat sich die Wirksamkeit der Impfung verschlechtert. Schützte eine Impfung mit Comirnaty® 2 Wochen nach der 2. Dosis noch zu 97% vor der Alphavariante, so tut sie das nur noch zu 80% vor Delta. Bei Vaxzevria® ist die Schutzwirkung von 79% vor Alpha auf 67% gegen Delta abgefallen.

Bis Ende Juli sind beim Robert-Koch-Institut 6000 Fälle von sogenannten Durchbruchsinfektionen (also Covid-19-Infektionen bei den 40 Mio. vollständig geimpften Personen in Deutschland) registriert worden (entsprechend ca. 0,02%), mit einer entsprechenden Dunkelziffer. In der Regel haben diese Impfdurchbrüche aber einen milden oder asymptomatischen Verlauf. Die Rate an Long-Covid-Fällen danach ist nur halb so hoch.
Mitte August sind zwar etwas über 10%  der Patienten mit Covid-Infektion im Krankenhaus vollständig geimpft, diese liegen aber überwiegend auf der Normalstation und nur ganz vereinzelt auf der Intensivstation. Letztere haben dann meist Vorerkrankungen (s.a. Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 18.08.2021). Bei den Todesfällen spielen Impfdurchbrüche praktisch keine Rolle: bis Mitte August 2021 listete das RKI knapp etwas über 1.800 Todesfälle infolge von COVID-19 in der Gruppe der 18- bis 59-Jährigen auf, aber nur einen einzigen Todesfall einer voll immunisierten Person in der gleichen Altersgruppe (s.a. Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 26.08.2021).
Ursachen für Durchbruchsinfektionen könnten eine nachlassende Wirkung der Impfung, die Erhöhung der Infektiosität des Virus durch Mutanten oder ein geschwächtes Immunsystem beim Geimpften sein. Eine Studie aus Israel konnte zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen der Menge der Antikörper nach Impfung und Infektionsrisiko besteht. Insbesondere Low-Reponder (Personen, die nicht so gut auf Impfungen reagieren und keinen guten Antikörperschutz ausbilden) sind wohl vor der Deltavariante nicht so gut geschützt wie vor der ursprünglichen Variante, gegen die die Impfstoffe ja entwickelt wurden.
Da die Deltavariante anscheinend so ansteckend ist wie Windpocken (s.a. Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 30.07.2021), sollten auch Geimpfte die Vorsichtsmaßnahmen (AHAL-Regeln) weiter einhalten und sich nicht komplett sicher fühlen.

 

Mehr Informationen zur Impfung finden Sie hier:

> Q&A-Session ARVC und Covid-19 / Impfung (27.02.2021)

STIKO-App der Ständigen Impfkommission (Download in den App-Stores)

> Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts zu Impstoffen (DE) incl. Sicherheitsberichten zu den Impfstoffen

> Covid-19 Resources von Eurordis mit detailliertem Wissensstand zu den Impfstoffen mit
Monthly update: Research & development of treatments and vaccines for COVID-19

Eine Stellungnahme des deutschen Ethikrats zum Thema “Besondere Regeln für Geimpfte?” finden Sie hier.


Andere Impfungen

Herzpatienten wird (unabhängig von Covid-19) eine Impfung gegen
Influenza (Grippe) einmal jährlich
Pneumokokken alle 6 Jahre
empfohlen. Mediziner empfehlen, zwischen der Corona-Impfung und einer Grippeschutz-Impfung mindestens 14 Tage Abstand zu lassen.

Bitte denken Sie unbedingt daran, sich nicht nur gegen Covid-19, sondern auch gegen Grippe jeweils mit dem saisonalen Impfstoff immunisieren zu lassen!

Für historisch Interessierte 🙂

Impfpriorisierung des Bundesgesundheitsministeriums bzw. der STIKO

Stand Juli 2021

Mittlerweile sind praktisch überall die Priorisierungen aufgehoben und jeder, der älter als 15 Jahre ist, kann sich impfen lassen. Die Impfung schützt nicht nur einen selbst, sondern durch die zunehmende Herdenimmunität auch die Umgebung. Da sie auch das Risiko der Entwicklung neuer Mutationen verhindert, ist sie daher mittlerweile angesichts der um sich greifenden Impfmüdigkeit zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe geworden.

Stand 07.06.2021

Mit Wirkung zum 07.06.2021 ist die Priorisierung aufgehoben, wird aber in einigen Bundesländern zumindest in den Impfzentren noch aufrechterhalten, da die PatientInnen der Priorisierungsgruppe 3 noch nicht vollständig durchgeimpft sind.

Stand 01.04.2021

Die STIKO (Ständige Impfkommission) hat eine Priorisierung in sechs Gruppen vorgeschlagen, die allerdings in der Impfverordnung, in der die Reihenfolge der Impfungen festgelegt wird, nicht berücksichtigt wurde. Leider ist das auch auf der Seite des Robert-Koch-Instituts nicht ganz klar beschrieben. Also: STIKO hat 6 Gruppen (5 Priorisierungsgruppen und alle anderen, die nicht darunter fallen) – in der Impfverordnung sind es nur 4 Gruppen (3 Priorisierungsgruppen und alle anderen, die nicht darunter fallen). Relevant für uns ist die Impfverordnung und nicht die STIKO-Empfehlung.

ARVC-Patienten unter 60 Jahre fallen nach derzeitigem Stand in die dritte Kategorie “erhöhte Priorität” (Stichwort: “Arrhythmie” und/oder “Herzinsuffizienz”). Dazu benötigt man ein Attest vom behandelnden Arzt. In diesem muss formlos bestätigt werden, dass beim Patient XY “eine Erkrankung im Sinne von §4 Ziffer 2 der Impfverordnung“ vorliegt (erhöhtes Arrhythmierisiko aufgrund von ARVC). Die Ausstellung kostet laut Impfverordnung pauschal € 5. Möglicherweise langt aber einfach das Mitbringen des letzten Arztbriefs, den in der Diagnose ARVC ist das Wort arrhythmogen (“Arrhythmie”) ja bereits enthalten. Mit dem ärztlichen Attest ist man aber auf der sicheren Seite.
> Bundesanzeiger zur Impfpriorisierung-§4 (01.04.2021)

Eine Ausnahme sind die Herztransplantierten, die in die zweite Kategorie “hohe Priorität” fallen. Und natürlich alle, die aufgrund Alter, Beruf, zusätzlichen Erkrankungen oder Kontaktstatus (z.B. zu Schwangeren, als pflegender Angehöriger – dies aber nur, wenn eine Pflegestufe anerkannt ist) einer höheren Kategorie zuzuordnen sind.
Nachdem momentan die meisten der Impfwilligen in Kategorie 1 durchgeimpft sind, werden derzeit die Menschen, die in Kategorie 2 fallen (also die über 70-Jährigen etc.), durchgeimpft.
Neu in der Impfverordnung vom 1. April 2021 ist allerdings, dass in diese Kategorie nun auch alle gesunden Menschen mit hohem Kontaktrisiko fallen, also ÄrztInnen, ErzieherInnen, GrundschullehrerInnen, PolizistInnen u.a., dadurch rutschen allerdings die Menschen mit chronischer Erkrankung in der Priorisierung immer weiter nach hinten.
Allerdings sind im Bereich der seltenen Erkrankungen seit der Impfverordnung vom 10. März 2021 Einzelfallentscheidungen möglich. Wenn Ihr Arzt Ihnen per Attest bestätigt, dass Sie nicht nur ein “erhöhtes”, sondern ein “sehr hohes Risiko” für einen schweren Verlauf haben, dann können Sie in die 2. Kategorie hochgestuft werden. Das könnte z.B. der Fall sein, wenn Sie besonders arrhythmieanfällig sind. Einzelheiten müssen Sie im Gespräch mit dem behandelnden Arzt klären. In dem Attest muss formlos bestätigt werden, dass beim Patient XY “eine Erkrankung im Sinne von §3 Ziffer 2 der Impfverordnung“ vorliegt (sehr hohes oder hohes Risiko aufgrund von ARVC). Die Ausstellung kostet laut Impfverordnung pauschal € 5.
Wir haben mittlerweile einige Mitglieder, die aufgrund eines solchen Attests geimpft wurden, obwohl sie deutlich jünger als 60 Jahre sind.
> Bundesanzeiger zur Impfpriorisierung-§3 (01.04.2021)

Unser Tipp für den Impftermin:
– Grundsätzlich fällt jeder ARVC-Patient in Priorisierungsgruppe 3 („erhöhtes Risiko“) wegen der Arrhythmie
– Melden Sie sich an verschiedenen Stellen (zentrale Impfzentren, Hausarzt, Härtefallstelle) an
Einzelfallentscheidung: sprechen Sie Ihren Arzt an, ob er Ihnen ein Attest ausstellt, dass Sie in die Priorisierungsgruppe 2 mit hohem und sehr hohem Risiko fallen. Einzelheiten müssen Sie im Gespräch mit dem behandelnden Arzt klären. In dem Attest muss formlos bestätigt werden, dass beim Patient XY “eine Erkrankung im Sinne von §3 Ziffer 2 der Impfverordnung“ vorliegt (sehr hohes oder hohes Risiko aufgrund von ARVC). Die Ausstellung kostet laut Impfverordnung pauschal € 5. Erwähnen Sie ruhig, dass viele andere ARVC-Patienten solch ein Attest von ihrem Arzt/ihrer Ärztin bekommen haben. Wir haben mittlerweile viele Mitglieder, die aufgrund eines solchen Attests geimpft wurden, obwohl sie deutlich jünger als 60 Jahre sind.
Härtefallstelle: Antrag auf Härtefallentscheidung mit Einstufung in 2 (s.o.)! Bei einem Mitglied, das Mutationsträgerin ohne Symptome ist, war mit der Einreichung von Attest für Gruppe 3 (das übrigens jeder ARVC-Patient bekommen muss!), Gendiagnostik-Bericht und einer kurzen Beschreibung der Lebenssituation, der Antrag erfolgreich
– Lassen Sie sich bei Ihrem Hausarzt auf die Liste setzen oder suchen Sie sich einen neuen Hausarzt, der bereit ist, das zu tun
– Lassen Sie sich auf kurzfristige Einspring-Listen im Impfzentrum oder beim Hausarzt setzen für kurzfristige Ausfälle oder übriggebliebene Dosen
– Wenn Sie unter 60 Jahre alt sind, geben Sie an, dass Sie auch einen Impfstoff von AstraZeneca oder Johnson&Johnson akzeptieren – für diese ist die Priorisierung aufgehoben
– Versuchen Sie es auf der Website von Sofort-Impfen , dort werden freie Impftermine gesammelt

Mehr Artikel zum Thema:
> Auflistung von Artikeln und Empfehlungen zu Covid-19
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 29.01.2021 “Formlose Bescheinigung beim Impfattest ausreichend”
> Praxisnachrichten der kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV vom 19.01.2021
> FAQ des Bundesgesundheitsministeriums: Frage “Wer wird zuerst geimpft?”
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 18.12.2020
> Vorläufige STIKO-Empfehlungen zur Impfpriorisierung (Stand 07.12.2020)
> Unsere Stellungnahme zum Risiko einer Covid-19-Infektion für ARVC-Patienten vom 23.11.2020

Wer ungefähr wissen möchte, wann er dran ist mit Impfen, kann sich die Zeitspanne im Internet von einem der verfügbaren “Impstoffrechner” berechnen lassen. Abhängig ist das aber natürlich von der Lieferung der Impfstoffe, lokalen Kapazitäten beim Impfen und der Impfbereitschaft in der Bevölkerung. ARVC-Patienten fallen bei der Angabe von Risiken in die Kategorie “Arrhythmie” und damit Priorisierungsgruppe 3.