Psychokardiologie

Psychokardiologie und psychokardiologische Rehabilitation

Hier finden Sie unsere Informationen zu
> Psychokardiologische Betreuung und Forschung
> Psychokardiologische Reha

Wir verweisen an dieser Stelle auch auf das Informationsportal Psychokardiologie, das deutschlandweit Ansprechpartner listet:
> Akutkliniken
> Rehakliniken
> Kardiologen mit psychokardiologischer Ausbildung
> Psychokardiologisch qualifizierte Psychotherapeuten
Das Portal wird verantwortet von Prof. Dr. med. Christoph Herrmann-Lingen, Klinikdirektor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen in Kooperation mit der Gesellschaft für Fortbildung und Forschung an der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Göttingen e. V.

 

Psychokardiologische Betreuung und Forschung

Diese Liste beinhaltet eine Auswahl an psychokardiologischen bzw. psychosomatischen Betreuungseinrichtungen, die entweder führend in der psychokardiologischen Forschung sind oder bei denen uns Erfahrungsberichte von unseren Mitgliedern vorliegen. Sie beinhaltet keine Wertung. Besonderheiten der einzelnen Institutionen bzw. Personen sind ggf. im schräg gedruckten Text beschrieben.

Die Liste ist sortiert nach Postleitzahl und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ansprechpartner können sich jederzeit ändern. Wenn Ihnen Änderungen bekannt sind oder Ärzte und Kliniken in dieser Liste fehlen, teilen Sie uns dies gerne unter info@arvc-selbsthilfe.org mit, wir ergänzen die Liste laufend nach neuestem Kenntnisstand.
(Stand: Mai 2022)


22767 Hamburg

  • Psychokardiologie Hamburg, Neue Große Bergstr. 9, 22767 Hamburg
    Dipl. Psych. Sabine Wery von Limont (Psychologische Psychotherapeutin), Dr. Boris Leithäuser (Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie)
    > Webseite
    Zusammenarbeit zwischen psychologischer und kardiologischer Betreuung in niedergelassenen Praxen, informative Webseite, Wery von Limont war Referentin bei unserem Online-Austauschwochenende 2020

37075 Göttingen

  • Universitätsmedizin Göttingen, Von-Siebold-Straße 5, 37075 Göttingen
    Herzzentrum Göttingen – Psychokardiologische Station
    Prof. Dr. med. Christoph Herrmann-Lingen (Klinikdirektor, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Innere Medizin – Psychotherapie)
    > Webseite
    Psychosomatische und psychotherapeutische Betreuung von ARVC-PatientInnen, Spezialsprechstunde für PatientInnen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, stationäre Psychotherapie mit tiefenpsychologischem Schwerpunkt, Spezialstation für Internistische Psychosomatik und Psychokardiologie gemeinsam mit der Klinik für Kardiologie und Pneumologie ( geeignet auch als Akutklinik bei Krisen für Patienten mit schweren Herzkrankheiten bzw. -beschwerden), psychosomatische Tagesklinik, psychokardiologische Betreuung von Kindern und Jugendlichen (nur im Rahmen der Ambulanz für Familientherapie, nicht stationär), psychokardiologische Forschung und verantwortlicher Letztautor des Positionspapiers der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) “Bedeutung von psychosozialen Faktoren in der Kardiologie – Update 2018”, zahlreiche psychokardiologische Publikationen

50931 Köln

  • Uniklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, im Klinikum Weyertal, Weyertal 76, 50931 Köln
    Prof. Dr. med. Christian Albus (Klinikdirektor)
    > Webseite
    Ambulante und stationäre psychosomatische und psychotherapeutische Behandlung, insbesondere auch bei psychischen Belastungen bei körperlichen Erkrankungen wie Herzerkrankungen (Angst- und posttraumatische Belastungsstörungen), psychokardiologische Forschung, Erstautor des Positionspapiers der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) “Bedeutung von psychosozialen Faktoren in der Kardiologie – Update 2018”, zahlreiche psychokardiologische Publikationen

61231 Bad Nauheim

  • Kerckhoff-Klinik, Benekestr. 2-8, 61231 Bad Nauheim
    Abteilung Psychokardiologie der Kerckhoff-Klinik
    Prof. Dr. med. Bettina Hamann (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie)
    > Webseite
    Ambulante und stationäre Betreuung der PatientInnen, eigene Abteilung für Psychokardiologie, auch Akutklinik, gutes Versorgungsangebot für ICD-PatientInnen, kognitiv-verhaltenstherapeutische Psychotherapie, Rehabilitation mit dem Schwerpunkt Psychokardiologie, psychokardiologische Forschung, Mitautorin des Positionspapiers der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) “Bedeutung von psychosozialen Faktoren in der Kardiologie – Update 2018”

81675 München

  • Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität (TU) München, Ismaninger Str. 22, 81675 München
    Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, AG Internistische Psychosomatik und Psychokardiologie
    Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig (emeritiert, kein explizit psychokardiologischer Nachfolger)
    > Webseite (TU München)
    Forschung in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe mit mehreren psychokardiologischen Projekten und Schwerpunkten, Prof. Ladwig ist Vorsitzender der Forschungsgruppe “Mental Health Epidemiology” des HelmholtzZentrums München, zahlreiche psychokardiologische Publikationen

88285 Bodnegg

  • Klinik Wollmarshöhe, Wollmarshofen 14, 88285 Bodnegg
    Prof. Dr. Kilian Mehl (Klinikleitung), Dr. Wilhelm Joos (Kardiologe)
    > Webseite
    Psychosomatische Klinik, Psychokardiologie, Akutpsychosomatik

CH- 5017 Barmelweid

  • Klinik Barmelweid, CH-5017 Barmelweid
    PD Dr. Joram Ronel (Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Innere Medizin)
    > Webseite
    Psychokardiologische Betreuung, Long-Covid, Leiter Departement Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Chefarzt, früher Oberarzt an der
    Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der TU München, Mitautor des Positionspapiers der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) “Bedeutung von psychosozialen Faktoren in der Kardiologie – Update 2018”

 

 

Psychokardiologische Rehabilitation

Für einige ARVC-Patienten kann der Aufenthalt in einer psychokardiologischen Rehabilitationsklinik sinnvoll sein. Eine speziell psychokardiologische Reha gibt es in dieser Form noch nicht lange und ist daher auch nicht überall bekannt. Sie ist dann indiziert, wenn sowohl eine kardiologische Erkrankung als auch seelische Probleme / eine psychische Erkrankung (z.B. wegen durch die Erkrankung ausgelösten großen Ängsten, Panikattacken, Angstzuständen wegen wiederholter ICD-Schocks, nach einem überlebten plötzlichen Herztod oder einem ARVC-bedingten Todesfall in der Familie) vorliegen. Nur wenige Kliniken in Deutschland bieten ein solches Programm an.


Ziele der psychokardiologischen Reha

Die psychokardiologische Reha dient dazu,
– die Erwerbs- und Arbeitsfähigkeit (teilweise oder vollständig) wiederherzustellen oder
– den dauerhaften Eintritt einer Behinderung oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder
– mit den Folgen einer chronischen Erkrankung besser zurechtzukommen und weiterhin möglichst selbstständig leben zu können


Kostenträger

Kostenträger sind je nach Situation (gesetzlich oder privat versichert, erwerbstätig / in Rente, Pflegebedürftigkeit, Eltern mit Kindern) die Rentenversicherung, die Krankenkasse/Krankenversicherung und/oder die Beihilfe.


Antragstellung

Eine psychokardiologische Reha wird von Klinik, Hausarzt oder Facharzt (z.B. Kardiologen, Psychotherapeuten) empfohlen und sinnvollerweise mit Attesten, Befunden und Arztberichten unterstützt. Die Anträge müssen immer von den betroffenen Patienten selbst gestellt und unterschrieben werden. Während eines Krankenhausaufenthalts ist normalerweise der Sozialdienst der Klinik dabei behilflich.


Gründe für eine Ablehnung des Antrags

– eine ambulante Behandlung am Wohnort unter haus-/fachärztlicher Betreuung wird vom Kostenträger als ausreichend erachtet
– eine ambulante Reha in einer entsprechenden Einrichtung wird als ausreichend angesehen
– die letzte Reha liegt noch keine 4 Jahre zurück
– die Reha-Fähigkeit liegt nicht vor (z.B. wenn die Erkrankung zu schwer ist)
– versicherungsrechtliche Gründe


Was tun bei Ablehnung?

– Widerspruch einlegen
– Krankheitsbild, Beeinträchtigungen und Folgen (insbesondere die psychischen Folgen) deutlich schildern
– Notwendigkeit genau und umfassend begründen
– Einreichen zusätzlicher Befunde von Fachärzten
– neu aufgetretene Beschwerden, Krankheitsbilder oder Komplikationen verringern die 4-Jahresfrist


Dauer der Reha

Eine psychokardiologische Reha dauert in der Regel 5 Wochen, eine Verlängerung (oder aber auch eine Verkürzung) ist in Ausnahmefällen (mit einer entsprechenden ärztlichen Begründung) möglich.


Auswahl der Klinik

Die Mehrheit der Kliniken mit einem psychokardiologischen Angebot verfügt sowohl über eine psychosomatische als auch eine kardiologische Abteilung. Inhalte können dann aus beiden Fachrichtungen nach Bedarf kombiniert werden, zudem gibt es in der Regel indikationsspezifische psychotherapeutische Gruppentherapie, die auf Patienten mit Herzerkrankung ausgerichtet ist. Die Konzepte enthalten meist verhaltenstherapeutische oder tiefenpsychologisch fundierte Elemente. Ein Blick auf die Internetpräsenzen schafft hier einen Einblick in die jeweiligen Konzepte.

Möchte man bewusst ein spezielles, selbst ausgesuchtes  Haus wählen, kann man vom sogenannten “Wunsch- und Wahlrecht” Gebrauch machen und den Wunsch vorab dem Kostenträger mitteilen. Die Klinik muss dabei für die Erkrankung geeignet sein, einen Versorgungsvertrag mit dem Kostenträger haben und bestimmten Qualitätsstandards entsprechen. Sollte trotzdem ein anderes (weniger geeignetes) Haus zugeteilt werden, kann man Widerspruch einlegen und begründen, warum die selbst ausgewählte Rehaklinik geeigneter ist.

Bei der Auswahl der Rehaklinik kann ein Blick auf Internetpräsenz und Qualitätsbericht der Klinik, wo Listen mit Patientenzahlen und das jeweilige Konzept veröffentlicht sein können, hilfreich sein. Ansonsten orientieren Sie sich auch an unserer Seite zur kardiologischen Reha.


Empfehlung von und Erfahrung mit Rehakliniken

Aufgrund nur sehr vereinzelter Erfahrungsberichte unserer Mitglieder verzichten wir an dieser Stelle auf die Empfehlung einzelner psychokardiologischen Reha-Kliniken. Berichten Sie gerne über Ihre Erfahrungen, insbesondere, wenn diese positiv sind, an info@arvc-selbsthilfe.org.

 

Vorsicht

Eine psychokardiologische Reha ist nicht ausreichend, wenn intensiver Betreuungsbedarf oder eine akute Krise bestehen.