COVID-19

Covid-19 und ARVC / ACM (Stand 14.06.2021)

Aus aktuellem Anlass möchten wir gemeinsam mit unserem wissenschaftlichen Beirat darauf hinweisen, dass ARVC-Patienten durch Covid-19 (Coronavirus disease 2019) besonders gefährdet sind und die empfohlenen Maßnahmen zum Schutz vor Covid-19 unbedingt umsetzen sollten.

Passen Sie gut auf sich und Ihre Angehörigen auf und befolgen Sie die allgemeinen Vorbeugungsmaßnahmen. Je länger Sie coronafrei bleiben, desto besser wird das Wissen über die besten Präventionsmethoden und mögliche Therapien sein. Es lohnt sich also, sich so vorsichtig wie möglich zu verhalten, insbesondere bis eine Impfung für Sie verfügbar ist.

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Artikel, die wir für Sie für relevant halten, werden laufend aktualisiert
> Auflistung von Artikeln und Empfehlungen zu Covid-19
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Im Folgenden finden Sie Informationen zu den Themen
> Risiko von Covid-19 für Herzpatienten
> Gefahr durch Aerosole
> Allgemeine Tipps
> Prävention von Covid-19, incl. Informationen zu Masken
> Impfung gegen Covid-19 (auf einer eigenen Unterseite)
> Symptome von Covid-19
> Einnahme von gewohnten Medikamenten bei Covid-19
> Infos zu Off-label-Therapien bei Covid-19
> Spezielle Tipps, incl. Sport nach einer Covid-19-Infektion, (Zahn-)Arztbesuch in Pandemiezeiten, Infos für ICD-Träger, Infos für Schwangere, Covid-19 bei Kindern und Infos für Patienten mit Herzinsuffizienz
> Tipps für den Umgang mit Ängsten und Sorgen
> Infos zu Zytokinsturm und schwerem Verlauf
> Mehr Infos, Artikelsammlung, wichtige Links
> FAQ zum Thema Covid-19
> Forschung und Umfrage zu ARVC und Covid-19
> Q&A-Session zu Covid-19 und Kardiomyopathien (Video vom 07.05.2020)
> Q&A-Session ARVC und Covid-19 / Impfung (27.02.2021)
> Umfragen zu Covid-19 und den Auswirkungen

 

Risiko von Herzpatienten

Patienten mit chronischen Herzerkrankungen wie ARVC haben bei einer Infektion mit dem Coronavirus ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf. Sie sind gefährdet durch
– gefährliche Herzrhythmusstörungen
– Herzmuskelentzündungen (Myokarditis in bis zu 30% der Fälle)
– Thrombosen
– einen infektionsbedingten Katecholaminanstieg mit Anstieg der Herzfrequenz und erhöhtem Risiko für Tachykardien

Im MRT zeigten sich nach Covid-19-Infektion bei 20 – 30% der PatientInnen Veränderungen am Herz (Narben, wasseransammlungen im Herzmuskel und -beutel), auch nach eigentlich leichten Verläufen (> Fachartikel (2020, EN)). Die Ursache dafür ist noch nicht ganz geklärt. Möglicherweise läuft keine “normale”, durch Erreger ausgelöste Herzmuskelentzündung ab, sondern es findet eine Autoimmunreaktion statt, eine überschießende Reaktion des Immunsystems.
Unsere wissenschaftliche Beirätin Prof. Dr. Karin Klingel, Kardiopathologin in Tübingen, untersucht Biopsien von Covid-19-PatientInnen, untersucht das Myokarditisrisiko in einer von der Deutschen Herzstiftung geförderten Studie: „SARS-CoV2: ein neues kardiotropes Virus mit Myokarditispotenzial?”

Besonders gefährdet sind Patienten mit
– hohem Alter (besonders Hochbetagte, aber igs. ab dem 60. LJ)
– Herzschwäche (Herzinsuffizienz), v.a. NYHA-Klasse III/ IV der New York Heart Association
– Lungenhochdruck
– Immunschwäche/-suppression
– Herztransplantation
– hohem Blutdruck (Hypertonie)
– Diabetes
– Adipositas (Body-Mass-Index BMI > 25 kg/m², beginnend steigendes Risiko schon ab einem BMI von 23 kg/m²
– Untergewicht

Ein leicht erhöhtes Risiko haben Männer
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 27.08.2020

Ob Menschen mit Blutgruppe A ein höheres Risiko haben, sich zu infizieren und/oder schwer zu erkranken (bzw. mit Blutgruppe 0 ein niedrigeres), ist noch unklar. Die Studien zur Blutgruppe als Risikofaktor für eine COVID-19-Erkrankung zeigen keine einheitlichen Ergebnisse und werden noch intensiv diskutiert.
Ein Vitamin-D-Mangel wurde als möglicher Risikofaktor genannt. Dies gilt mittlerweile als widerlegt.

Ob Mutationsträger*innen ohne Symptome und ARVC-Patient*innen mit geringfügigen Symptomen gefährdet sind, ist wegen geringer Fallzahlen schwierig beurteilbar. Die Experten der Johns-Hopkins-Universität haben zwar bisher keine sehr schweren Verläufe bei ihren (wenigen) ARVC-Patienten mit Covid-19-Infektion gesehen, sehen aber grundsätzlich einen so hohen Prozentsatz von Herzmuskelentzündungen (Myokarditiden) bei Covid-19-Infektionen, dass sie ARVC-Patienten als gefährdet ansehen, weil diese eine ARVC triggern können.

 

Infektionsrisiko durch Aerosole

Ein Risiko einer Infektion über Aerosole (feinste freischwebende Tröpfchen in der Luft, die SARS-CoV-2-Partikel enthalten) ist mittlerweile gut belegt. Diese Tröpfchen sind kleiner als fünf Mikrometer und bleiben meist länger in der Luft als größere Tropfen, die rasch zu Boden sinken. Aerosolteilchen können Stunden bis Tage in der Luft schwe­ben. Andere Infektionswege – etwa über Oberflächen – spielen eine wesentlich geringere Rolle für das Infektionsgeschehen.
Das Ansteckungsrisiko durch Aerosole lässt sich minimieren durch:
– Tragen von effektiven Masken (am besten FFP2-Maske, s.o.)
– Einhalten der Distanz von mindestens 1,5 m (besser 2 m)
– Treffen in Innenräumen so kurz wie möglich
– häufi­ges Stoß- oder Querlüften in geschlossenen Räumen
– Raumluftreiniger und Filter, wo Menschen sich länger in ge­schlossenen Räumen aufhalten müssen
– in der Schule/am Arbeitsplatz Einnehmen eines Platzes in der hintersten Reihe, wenn möglich am offenen Fenster bei regelmäßigem Lüften.
Bei einem unwohlen Gefühl trotz aller Schutzmaßnahmen versuchen Sie, individuelle Lösungen mit Schulleitung, Lehrern oder Arbeitgeber zu treffen bzw. ein Attest für Homeschooling oder Homeoffice vom Hausarzt oder Kardiologen ausstellen zu lassen. Exaktere Aussagen zum Risiko einer Ansteckung in der Schule oder am Arbeitsplatz sind derzeit nicht machbar.

Im Freien, beim Spazierengehen, dem Aufenthalt in Biergärten, beim Joggen oder Rad­fahren ist das Ansteckungsrisiko sehr gering, ziemlich sicher im Promillebereich. Im Freien haben sich keine größeren Cluster infiziert (im Gegensatz zu Infektionsclustern in Innenräumen, Heimen, Schulen, bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, Chorproben oder Busfahrten).

 

Allgemeine Tipps

– Messen Sie täglich Ihre Körpertemperatur
– Senken Sie Fieber (über 38,5°C) mit Paracetamol (3 x 1g tgl.), insbesondere wenn Sie zusätzliche Risikofaktoren haben (Arrhythmieneigung, höhergradige Herzinsuffizienz, Lungenhochdruck)
– Halten Sie Ihren Kaliumspiegel auf hohem Niveau (> 4,5 besser 5 mmol/l), allerdings keinesfalls zu hoch (ungünstiger Krankheitsverlauf)
– Nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein (s.a. nächster Absatz)
– Stärken Sie, wenn Sie möchten, Ihr Immunsystem mit Vitamin C/D oder Zink
(Patienten, die Vitamin C und/oder D einnahmen, hatten einen günstigeren Verlauf; Zink, das in den USA sehr beliebt ist, zeigte widersprüchliche Effekte)

 

Prävention

Grundsätzlich gilt als Prävention die AHA-Regel bzw. die erweiterte AHAL-Regel:
– Abstand
– Hygiene
– Alltagsmasken
– Lüften

Die neueste, wirksamste und anhaltendste Möglichkeit zur Prävention ist die Impfung


Abstand – Soziale Distanz

So schmerzhaft es sein mag: wahren Sie – wo möglich – soziale Distanz (natürlich den Mindestabstand von 1,5 – 2m, aber beschränken Sie Ihre Kontakte überhaupt auf ein möglichst niedriges Niveau). Bedenken Sie, dass – je länger Sie coronafrei bleiben – immer mehr über die Erkrankung und mögliche Risiken, aber auch therapeutische Möglichkeiten bekannt wird.
Sprechen Sie ggf. mit Ihrem Arbeitgeber, ob Sie im Homeoffice arbeiten können. Sprechen Sie ggf. Ihre/n Arzt/Ärztin an, ob er/sie Ihnen ein Attest dafür ausstellt.
> “Welche Maßnahmen die Erkrankungswelle am ehesten brechen könnten”, Deutsches Ärzteblatt vom 16.12.2020
> Häufigste Ansteckungsorte lt. Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 11.11.2020


Hygiene

Händewaschen
Waschen Sie sich regelmäßig die Hände unter fließendem Wasser 20 – 30 sec. mit Seife. Seifenmoleküle brechen die Fetthülle des Coronavirus auf, so dass ohne Schutzhülle sich das Virus nicht mehr vermehren kann. Das Wasser spült dann die Virusreste weg. Wichtig ist das Händewaschen vor allem wenn Sie nach Hause kommen, nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten, vor der Zubereitung von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang, vor und nach dem Kontakt mit Erkrankten und vor dem Anlegen und nach dem Ablegen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Hygiene beim Husten und Niesen
Husten oder niesen Sie in ein Taschentuch und entsorgen Sie dies danach in einem Mülleimer. Alternativ husten oder niesen Sie in die Ellenbeuge.

Schutz vor Schmierinfektion
Auch wenn eine Infektion nach Kontakt mit Oberflächen und Gegenständen eine untergeordnete Rolle spielt: vermeiden Sie es, mit den Händen Mund, Nase oder Augen zu berühren, um eine Übertragung des Erregers zu verhindern.


Alltagsmaske – Mund-Nasenschutz


Verwenden Sie einen Mund-Nasenschutz beim Einkaufen, in Menschenmengen und evtl. sogar in geschlossenen Räumen (auch wenn es nicht vorgeschrieben ist).

Schutzwirkung
Kein oder nur geringer Schutz
– Masken, die schlecht oder falsch sitzen
– einlagige Stoffmasken
– Gesichtsschilde aus Plastik.
Mittlerer Schutz
– Mund-Nasen-Schutz nach DIN 14683 (“OP-Maske”)
– dreilagige Stoffmasken mit mittlerer Vlieslage
– KN95- oder N95-Halbmasken (s. dazu unten)
Hoher Schutz
– FFP2-Masken
– KN95- oder N95-Halbmasken mit zusätzlicher Zertifizierung (s. dazu unten)

Worauf sollte beim Kauf einer FFP2-Maske angegeben sein?
– der Hersteller
– die Artikelnummer
– die DIN-Norm DIN EN 149:2009-08
– das CE-Zertifikat mit nachfolgender 4-stelliger Ziffer
diese Ziffer gibt den Prüfort an
z.B. CE 0158 = DEKRA, CE 0121 = IFA (beide in Deutschland zertifiziert)
Die meisten Masken sind allerdings nicht in Deutschland zertifiziert worden (s. u.). Ob eine CE-Zertifizierung aus einem anderen Land genauso verlässlich ist wie eine deutsche, ist schwer beurteilbar. Achten Sie bei einer Onlinebestellung darauf, dass der Händler eine Konformitätserklärung auf seine Website gestellt hat.

Masken mit der Kennzeichnung KN95
KN95-Masken kommen aus China und sind häufig nicht marktkonform zugelassen. Lesen Sie mehr dazu in diesem Artikel:
> Artikel zu KN95-Masken der Pharmazeutischen Zeitung

Mehr Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:
> Information des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte zu Schutzmasken
> Liste CE-Kennzeichnungen von FFP-Masken (Heller Medizintechnik)
Hier werden auch die ungültigen CE-Zertifikate aufgeführt sowie Informationen zur Filterwirkung der verschiedenen Maskentypen.
Sehr skeptisch äußert sich die Deutsche Apothekerzeitung zur Qualität diverser gekennzeichneten Masken:
> Artikel Deutsche Apothekerzeitung vom 19.01.2021

Korrekter Sitz der FFP2-Maske
Ein Wangen-, Backen- oder Kinnbart sowie auch Koteletten verhindern einen adäquaten Schutz des Trägers einer FFP2-Maske. Deshalb wird Bartträgern empfohlen, sich zu rasieren. Die Masken sollten nicht an der Wange abstehen und die Spitze über der Nase sollte an der Nasenwurzel (nicht der Nasenspitze) der eigenen Nasenform anmodelliert werden mithilfe des flexiblen integrierten Drahts.
> Artikel Deutsches Ärzteblatt vom 29.01.2021

Wiederverwendbarkeit von FFP2-Masken
Zur Wiederverwendbarkeit von FFP2-Masken gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Streng genommen müsste man sie nach Gebrauch entsorgen. Nachdem das aber relativ illusorisch ist, hier eine Empfehlung: langes Auslüften (die einen sprechen von 72 Stunden in trockenen Räumen, andere von 7 Tagen). Noch optimalerweise ist das Auslüften in der Sonne. Dieser Vorgang sollte aber nur ca. 5mal wiederholt werden. Optimal ist angeblich das Erhitzen im Backofen bei 80°C Ober-und Unterhitze (höhere Temperaturen ab 90°C verformen die Masken und reduzieren die Filterleistung, unter 70°C wird der Erreger nicht zuverlässig abgetötet. Erhitzen in der Mikrowelle, Wasch- oder Spülmaschine, Desinfizieren oder UV-Lampenbestrahlung werden nicht empfohlen.
> Wiederverwertung von FFP2-Masken lt.Heidelberg24
> Wiederverwertung von FFP2-Masken lt. FH Münster

Abgabe von Masken an Risikopatienten
Wie Sie an FFP2-Masken für Risikopatienten in der Apotheke kommen, beschreibt der Artikel hier. Mittlerweile wurden Berechtigte vom Bundesgesundheitsministerium angeschrieben. In den Briefen finden sich Bezugsscheine für igs. 12 FFP2-Masken. Wer sich wundert, dass er welche bekommen hat, obwohl er jünger als 60 Jahre ist: zusätzlich zu den Ü60 wurden Krankenkassendaten ausgewertet nach Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf. Da langt schon, wenn der Arzt bei einem Husten V.a. Asthma kodiert hat. Deshalb hat fast die halbe Bevölkerung der BRD diese Berechtigungsscheine bekommen.


Lüften

Lüften Sie regelmäßig die Zimmer, in denen Sie sich aufhalten. Dabei gilt:
Quer- und Stoßlüftung
– keine Kipplüftung!

 

Andere Impfungen (außer gegen Covid-19)

Herzpatienten wird (unabhängig von Covid-19) eine Impfung gegen
Influenza (Grippe) einmal jährlich
Pneumokokken alle 6 Jahre
empfohlen. Mediziner empfehlen, zwischen der Corona-Impfung und einer Grippeschutz-Impfung mindestens 14 Tage Abstand zu lassen.

 

Typische Symptome von und Testung auf Covid-19

Bei typischen Krankheitssymptomen wie

– Fieber
– trockener Husten
– Abgeschlagenheit
– Geruchs-/Geschmacksverlust
– Schnupfen
– Muskel-/Glieder-/Kopfschmerzen
– Atemnot/Kurzatmigkeit/Schmerzen beim Atmen
– Lungenentzündung
– selten Durchfall/Auswurf/Halsschmerzen/Herzinfarktsymptomen

sollten Sie sich auf Covid-19 testen lassen. Informieren Sie den Arzt / die Behörde, dass Sie zur Risikogruppe gehören und begeben Sie sich bis zum Erhalt des Testergebnisses in Quarantäne.

Außerdem wird eine Testung angeordnet oder ist sinnvoll bei Kontakt mit positiv getesteten Personen und der Rückkehr aus Risikogebieten. Dabei ist zu beachten, dass eine Testung direkt am Flughafen / an der Grenze zwar sinnvoll sein mag, aber nichts darüber aussagt, ob man sich noch in den letzten Tagen oder auf der Rückreise (z.B. im Flugzeug oder im Zug) angesteckt hat. Deshalb ist nur eine (erneute) Testung 5 – 7 Tage nach Rückkehr wirklich aussagekräftig. Sinnvollerweise sollte man sich auch in dieser Zeit bis zum Erhalt des Testergebnisses in Quarantäne begeben, um sicher zu sein, dass man niemanden in dieser Phase ansteckt.

Beachten Sie: jedes der oben genannten Symptome kann theoretisch Covid-19 sein, auch wenn nur ein einzelnes, z.B. Schnupfen vorliegt. Das ist zwar untypisch, kommt aber vor. Im Zweifelsfall sollten Sie sich als Risikopatient lieber auch bei untypischen Symptomen testen lassen.

Die Inkubationszeit (die Zeit, die zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung vergeht) beträgt im Mittel 5 – 6 Tage.

Wie lange eine Immunität nach natürlicher Covid-19-Infektion anhält, weiß man derzeit noch nicht genau. Derzeit wird eine Immunität von ca. 5-6 Monaten beobachtet. Nach 3 Monaten haben ca. 99% der Infizierten noch Antikörper im Blut, nach 6 Monaten immerhin noch 88%. Es wurden allerdings in wenigen Fällen Re-Infektionen beschrieben, die aber überwiegend milde verlaufen.

 

Diagnostik von Covid-19 bei Herzpatienten

Bei COVID-19 Patient/innen mit einer chronischen Herzerkrankung wie ARVC/ACM sollten bei einem Krankenhausaufenthalt der Troponinwert und der NT-proBNP-Wert im Blut, ggf. auch CK-MB, D-Dimer und LDH bestimmt werden.
Bei deutlich erhöhten Troponinwerten ohne typische EKG Veränderungen eines Myokardinfarkts sollte eine Echokardiographie zur differentialdiagnostischen Abklärung durchgeführt werden.
Es wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen erhöhten kardialen Biomarkern und der Schwere einer COVID-19-Infektion hergestellt.

 

Einnahme von Medikamenten

Betablocker

Betablocker haben keinen negativen Einfluss auf das Immunsystem und erhöhen nicht das Infektionsrisiko.


ACE-Hemmer und Sartane

Nach ersten beunruhigenden kursierenden Nachrichten über das höhere Risiko von PatientInnen, die ACE-Hemmer (z.B. Ramipril, Enalapril), Sartane (z.B. Candesartan, Valsartan) oder Sacubitril/Valsartan (z.B. Entresto) einnehmen, gab es zunächst Entwarnung vonseiten der KardiologInnen! Studien wiesen im Dezember 2020 keinen Einfluss dieser Medikamente auf den Verlauf einer Covid-19-Infektion nach. Im Gegenteil: Patienten, die ACE-Hemmer einnahmen, hatten laut einer Studie aus den USA, in die über 60.000 Patienten eingeschlossen wurden, sogar einen günstigeren Verlauf! Alle Fachgesellschaften warnten vor einem Absetzen der Medikamente.
Eine Studie aus Deutschland vom Dezember 2020, allerdings mit sehr kleinen Fallzahlen, sah einen größeren Vorteil für Patienten, die ACE-Hemmer nehmen als für diejenigen, die Sartane verwenden. ACE-Hemmer, nicht aber Sartane, schienen die COVID-19-bedingte Entzündungsreaktionen zu  dämpfen.
> Fachartikel (10.12.2020, EN)
> Fachartikel (4.1.2020, DE)

Nach einer aktuellen Studie im Juni 2021 hat sich nun aber herausgestellt, dass bei PatientInnen, die mit ihren ACE-Hemmern (unter ä#rztlicher Überwachung) pausierten, sich schneller von ihrer Covid-Infektion erholten. In der Pressemitteilung der LMU München heißt es dazu:
“Das Absetzen der Medikamente hatte auf die maximale Schwere der Erkrankung keinen Einfluss. Es zeigten sich jedoch Hinweise, dass Patient*innen, die pausierten, sich rascher und besser erholten. So hatten in der Gruppe mit pausierter im Vergleich zur fortgeführten Therapie nach 30 Tagen nur noch halb so viele Patient*innen eine Organschädigung oder waren verstorben. „Im Gegensatz zu bisherigen Studien, die deutlich jüngere Patientinnen und Patienten eingeschlossen haben, liefert unsere Studie erstmals Hinweise, dass gerade ältere, vorerkrankte Personen von einem zeitweisen Pausieren einer Therapie mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptorblockern profitieren könnten“, so Axel Bauer und Steffen Massberg.
Allerdings warnen die Autoren davor, die Erkenntnisse zu verallgemeinern: „Es kann im Einzelfall sinnvoll sein, eine Therapie im Rahmen einer akuten COVID-19 Erkrankung zeitweise auszusetzen. Die Entscheidung muss jedoch ärztlich getroffen werden. Hierbei gilt es, die Indikation für die Medikamente, die Verfügbarkeit alternativer Therapien und ambulanter Überwachungsmöglichkeiten sorgfältig zu berücksichtigen. In jedem Fall ist es wichtig, dass mit der Einnahme der wichtigen Medikamente nach überstandener Erkrankung auch wieder begonnen wird.“
> Pressemitteilung der LMU München (12.06.2021, DE)
> Fachartikel (11.06.2021, EN)


Blutverdünner

Verordnete Blutverdünner sind wegen der Thrombosegefahr durch Covid-19 ohnehin als günstig anzusehen und deshalb unbedingt weiter einzunehmen.


Andere Medikamente

Auch andere Medikamente von Herzpatienten beeinflussten den Krankheitsverlauf von Covid-19 eher günstig, z.B. Calciumantagonisten (z.B. Verapamil) oder Statine/Cholesterinsenker (z.B. Simvastatin).


Einnahme von Ibuprofen, ASS, Diclofenac etc. (nicht-steroidale Antirheumatika = NSAR oder NSAID)

Obwohl ein schwerer Verlauf einer Covid-19-Infektion durch NSAR nicht erwiesen ist, können die Medikamente – insbesondere bei längerfristiger Anwendung – generell bei Herzpatienten eine ungünstige Wirkung haben. Deshalb empfehlen wir, bei kurzfristig auftretenden Schmerzen, Fieber oder leichten grippalen Symptomen, eher Paracetamol zu verwenden.
Patienten, die wegen anderer Erkrankungen mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAID) behandelt werden, müssen aber im Fall von COVID-19 nicht mit einem schwereren Verlauf rechnen. In einer großen britischen Kohortenstudie, deren Ergebnisse jetzt in Lancet Rheumatology (2021; DOI: 10.1016/S2665-9913(21)00104-1) veröffentlicht wurde, war auch das Sterberisiko für die NSAID-Anwender nicht erhöht.

 

Off-label-Therapieansätze von Covid-19

Off-label bedeutet: ein Medikament ist für die Behandlung einer bestimmten Erkrankung eigentlich nicht zugelassen; es wird aber trotzdem verwendet (“off label”), z.B. weil es sich als wirksam erwiesen hat, aber noch keine Studien vorliegen, die die Wirksamkeit auch belegen. Oder weil es (wie bei Covid-19) noch gar keine erprobten Therapien gibt.

Momentan wird vor allem auf Dexamethason (ein niedrigdosiertes Cortison) zur Behandlung schwerer Verläufe gesetzt. Diese ist angezeigt, wenn die Sauerstoffsättigung im Blut SpO2 < 90 % oder die Atemfrequenz > 30/min beträgt.
In einer Studie wurde Cortison (z.B. Budenosid 2x täglich) auch inhalativ eingesetzt – wie bei einem Asthmatiker durch ein Spray, das eingeatmet wird. Die Dauer einer milden COVID-19-Infektion wurde zwar nur um einen Tag verkürzt, aber die Häufigkeit von schweren Verläufen um 90 % gesenkt.

Auch eine Thromboseprophylaxe mit Heparin ist wegen der Gefahr von Mikrothrombosierungen (kleinen Blutgerinnseln) mittlerweile Standard. Patienten im Krankenhaus soll (außer bei Kontraindikationen) in jedem Fall eine Thromboembolieprophylaxe mit niedermolekularem Heparin erhalten. Alternativ kann Fondaparinux zur Anwendung kommen. Ggf. kommt eine intensivierte Antikoagulationstherapie bei zusätzlichen Risikofaktoren zum Einsatz.

Ein anderer Ansatz ist die Behandlung von Erkrankten mit dem Plasma Genesener, das Antikörper gegen Covid-19 enthält. Die besten Ergebnisse mit der Plasmatherapie wurden erzielt, wenn der Symptombeginn nicht länger als 3 Tage zurücklag und die Patienten noch nicht mechanisch beatmet wurden. Wird sie später eingesetzt, scheint sie nutzlos zu sein.

Insgeamt ist die Studienlage dazu nicht ganz eindeutig: Während eine Studie aus Brasilien von Januar 2021 die Wirksamkeit einer hochdosierten Therapie mit dem Plasma Genesener bei älteren Patienten (> 75. LJ oder >65. LJ mit Vorerkrankungen) sah, wenn sie bereits in den ersten drei Krankheitstagen eingesetzt wird, und in einer Studie aus Argentinien eine Plasmaspende mit einem hohen Antikörpertiter einen schweren Verlauf in der Mehrzahl der Fälle verhinderte, zeigt laut einer deutschen Studie vom Januar 2021 wiederum die Plasmatherapie keine Wirkung.
In dieser Studie sah man einen Benefit durch Remdesivir, wenn es früh verabreicht wurde. Remdesivir wird auch vom Robert-Koch-Institut als mögliches Therapeutikum genannt. Die Hoffnung auf eine hohe Wirksamkeit von Remdesivir konnte zwar nicht wirklich bestätigt werden, allerdings hat es keine unerwünschten Effekte auf das Herz und beeinflusst die QT-Zeit nicht und kann daher bei Herzpatienten angewendet werden.

Antientzündliche Wirkstoffe, die gegen Interleukin 6 gerichtet sind (IL6-Inhibitoren) wie Tocilizumab und Siltuxi­mab, oder JAK1/2-Inhibitoren (JAK, engl. just another kinase) wie Barcitinib, die die Aktivierung eines Zytokinsturms blockieren, hatten zunächst keine herausragende Wirksamkeit bzw. widersprüchliche Resultate gezeigt, obwohl sie eigentlich die überschießende Immunantwort blockieren, die die Prognose der Patienten verschlechtert (s.a. > Infos zu Zytokinsturm und schwerem Verlauf). Nach neuesten Erkenntnissen werden sie nun aber bei schweren Verläufen eingesetzt, da sich erwiesen hat, dass sie die Überreaktion der angeborenen Immunantwort hemmen und die Wirkung von Cortison verstärken können.

Malariamittel (Chloroquin und Hydroxychloroquin) oder HIV-Medikamente (Lopinavir und Ritonavir) haben sich mittlerweile als unwirksam herausgestellt und gefährden Herzpatienten durch eine Verlängerung der QT-Zeit. Sie sollten daher auf keinen Fall mehr zum Einsatz kommen.

Neuere Ansätze versuchen sich an einem drug repurposing (Verwendung altbekannter Medikamente, die nicht für die Behandlung von Covid-19 zugelassen sind), z.B. die bereits bekannten Inhibitoren Camostat, Nafamostat, Lopinavir, Mefloquin, Papaverin und Cetylpyridinium, die dann die zelltoxischen Eigenschaft des Virus blockieren sollen.

Neuere Medikamente im Spiel sind Ciclosporin und Pelitinib, die womöglich gegen SARS-CoV-2 wirksam sein könnten.

Alles Neue zu der Wirksamkeit von allen Therapieansätzen finden Sie auf der
> Website der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Mathematiker versuchen die Wirksamkeit verschiedener Therapien zu errechnen
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 07.01.2021
Weitere Informationen zu allen möglichen Therapieoptionen finden Sie in unserer Auflistung von Artikeln und Empfehlungen zu Covid-19
Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts
> Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts zu Arzneimitteln (DE)

 

Spezielle Tipps

Sport nach einer Covid-19-Infektion

Abgesehen von den ohnehin empfohlenen Einschränkungen beim Sport durch die Grunderkrankung ARVC sollte auch bei reinen Mutationsträgern nach einer Covid-19-Infektion mindestens 4 – 6 Wochen gar kein Sport betrieben werden.
> Artikel Ärztezeitung

 

(Zahn-)Arzt- und Krankenhausbesuche in Coronazeiten

Aufschiebbare Arztbesuche können ggf. verschoben werden. Zögern Sie aber nicht, bei beunruhigenden Krankheitsanzeichen (z.B. zunehmenden Herzrhythmusstörungen) einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen! Erkundigen Sie sich vorher telefonisch nach den Bedingungen dafür (Maskenpflicht, Begleitung möglich oder nicht, was mitbringen?). Gehen Sie nicht zu spät zum Arzt aus Angst vor einer Covid-19-Infektion! Seit Mitte August 2020 empfiehlt die WHO die Verschiebung nicht dringlicher Zahnarztbesuche, die nur der Prophylaxe dienen.
> Artikel im Ärzteblatt

 

Implantierte Geräte (Schrittmacher, Defibrillatoren)

Patienten mit implantierten Devices haben kein erhöhtes Risiko durch die Geräte, nur durch die zugrundeliegende Grunderkrankung.

 

Spezielle Informationen für Herzinsuffizienzpatienten

Für Patienten, die nicht nur Herzrhythmusstörungen, sondern bereits eine Herzinsuffizienz haben, gibt es spezielle Informationen.
> Praktische Tipps “heart failure matters” (DE)

 

Tipps im Umgang mit Ängsten und Sorgen

Lassen Sie sich von den verstörenden Nachrichten in allen Medien nicht zu sehr verunsichern. Hilfreiche Tipps im Umgang mit Ängsten und Sorgen finden Sie auf diversen Webseiten und auf unserer Seite mit den gesammelten Artikeln zu Covid-19 (s.u.).

 

Schwangerschaft und Covid-19

Schwangere haben bei einer akuten Covid-19-Infektion in der Schwangerschaft ein höheres Risiko für Frühgeburten, Präeklamsien (schwangerschaftsinduzierte Hypertonie, im Volksmund “Schwangerschaftsvergiftung”) und Thrombosen. Nach einer Infektion sollten regelmäßige Ultraschallkontrollen alle 2 – 4 Wochen zur Überprüfung des Wachstums des Feten gemacht werden.

Eine Spontangeburt ist möglich. Die Infektionsraten der Neugeborenen sind nach einer Spontangeburt nicht höher als nach einem Kaiserschnitt.
Je nach lokaler Coronalage dürfen Ehemänner bzw. Begleitpersonen in der Regel bei der Geburt dabei sein, dürfen aber während des Wochenbetts nach der Geburt die Entbindungsklinik aus Infektionsschutzgründen nicht mehr betreten. Fragen Sie bei der Geburtsklinik Ihrer Wahl nach, wie dort die individuelle Regelung aussieht, die allerdings auch je nach Inzidenzzahlen unterschiedlich ausfallen kann.

Die Neugeborenen können gestillt werden, da gestillte Kinder keine höheren Infektionsraten aufweisen als nicht gestillte Neugeborene. Auch eine Trennung des Neugeborenen von einer infizierten Mutter muss nicht erfolgen.

Bei einer früher durchgemachten Infektion sowie nach Impfimmunisierung (falls erfolgt) schützen die mütterlichen Antikörper das Kind. In diesen Fällen kann Stillen vorbeugend für eine Infektion des Kindes sein.

Informationen zur Impfung in der Schwangerschaft lesen Sie im Impfteil.

 

Covid-19 bei Kindern

In Deutschland waren Anfang Juni ca. 188.000 Coronafälle von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren dokumentiert. Davon mussten ca. 1800 (ungefähr 1%) im Krankenhaus behandelt werden. 18 Kinder (also 1% der im Krankenhaus behandelten bzw. 0,01% der infizierten Kinder) benötigten eine intensivmedizinische Behandlung. Es gab nur 2 Todesfälle (0,001%, das heißt ca. 1 von 100.000 infizierten Kindern) – diese zwei Kinder hatten schwere Vorerkrankungen.
Es wurden einige wenige Fälle von einem Zytokinsturm (s.u.) ähnlich dem bereits bekannten Kawasaki-Syndrom bei Kindern beschrieben. Mehr dazu finden Sie in unserer Artikelliste unter dem Stichwort “Artikel zu Kindern”.
Über die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche, die MitationsträgerInnen sind, ist nichts bekannt.

 

Gefahr eines Zytokinsturms/schweren Verlaufs/Multiorganversagens

Bei Covid-19 Infektionen kann es zu einer überschießenden Immunreaktion kommen. Der daraus folgende Anstieg von IL-6 und IL-8 (Interleukin 6 und 8) führt zur Verlängerung der QT-Zeit und zu einer massiven Entzündung aller Gewebe. Auch ein Anstieg der Katecholaminausschüttung kann die Herzprobleme von ARVC-Patienten verstärken. Als Therapieoptionen werden aktuell verschiedene Rheumamedikamente (z.B. Tocilizumab, Sarilumab etc.) im Rahmen von Studien erprobt. Aber auch diese sind möglicherweise nicht wirksam. Auch hier scheint Cortison derzeit die höchste Wirksamkeit zu haben.

 

Weiterführende Informationen und Artikel

Eine große Sammlung an Artikeln zu allen genannten Punkten für den Interessierten und Fachartikel auf Deutsch und Englisch finden Sie unter unserer
Auflistung von Artikeln und Empfehlungen zu Covid-19

Allgemeine Empfehlungen und sonstige Informationen auf Deutsch und Englisch bei anderen Institutionen und in der Presse finden Sie unter
> Informationen zum Coronavirus SARS-CoV-2 des Robert-Koch-Instituts (DE)
> Informationen zu Arzneimitteln und Impfstoffen des Paul-Ehrlich-Instituts (DE)
> Informationsplattform des Bundesgesundheitsministeriums “Zusammen gegen Corona”
> Informationen für herzkranke Kinder des Bundesverbands Herzkranke Kinder (BVHK) zu Covid-19 (DE)
> Informationen und Empfehlungen der Deutschen Herzstiftung (DE)
> Empfehlungen unseres wissenschaftlichen Beirats Prof. Stefan Kääb in der Münchner Abendzeitung (DE)
> Artikel über Studie unserer wissenschaftlicher Beirätin Prof. Karin Klingel aus Tübingen (DE)
> Umfangreiche Auflistung des ERN GUARD-Heart zu Covid-19 (EN)
> Umfangreiche Auflistung von EURORDIS zu Covid-19 (EN)

Wer sich für Zahlen interessiert, dem liefert die Seite “Our world in data” viele Daten:
> Webseite

Frequently aked questions (FAQ) – Häufig gestellte Fragen zum Thema Covid-19

Ich bin positiv auf SARS-Cov2 getestet worden. Worauf sollte ich achten? Wann muss ich ins Krankenhaus?

Wichtig ist zunächst: Ruhe bewahren. Covid-19 muss bei ARVC-Patienten nicht unbedingt zu einem schweren verlauf führen. Tatsächlich haben wir bisher bei den weingen Mitgliedern, von denen wir wissen, nur milde Verläufe berichtet bekommen. Eine Möglichkeit zur Risikoabschätzung zuhause ist, die O2- Sättigung ambulant zu überwachen. Man kann sich dafür vom Hausarzt ein Pulsoxymeter verschreiben lassen, einen Fingerclip, der die Sauerstoffsättigung misst. Bei einem wiederholten Abfall <92% wird eine Krankenhauseinweisung empfohlen. Das Asthmaspray Budenosid wird nur bei Lungensymptomen empfohlen.
Bei neu auftretenden Herzbeschwerden und Rhythmusstörungen sollte natürlich auch ein Arzt konsultiert werden. Wenn man eher das Gefühl hat, dass die Symptome von der Angst getriggert sind, kann evtl. einen Bluttest auf Troponin und/oder NTproBNP machen, um eine Myokarditis auszuschließen. Wenn der Hausarzt oder Kardiologe das nicht macht, kann man einen Troponin-Schnelltest im Internet bestellen, der ähnlich wie ein Coronaschnelltest funktioniert, allerdings mit einem Blutstropfen aus der Fingerkuppe, nicht mit einem Abstrich.


Wenn ich an Covid-19 erkranke, muss ich dann danach öfter zur kardiologischen Kontrolle?

Ungefähr 3 Monate nach einer Covid-19-Infektion ist eine kardiologische Kontrolle sinnvoll. Neben EKG, Langzeit-EKG und Herzecho können ein MRT und Blutuntersuchungen (z.B. auf Troponin oder NTproBNP) ggf. Hinweise auf eine Herzmuskelentzündung liefern. Je nach Untersuchungsergebnissen legt die Ärztin/der Arzt dann fest, ob engmaschiger kontrolliert werden sollte, beispielsweise mit häufigeren Ultraschalluntersuchungen.
Treten Symptome wie vermehrte Herzrhythmusstörungen, Fieber, ausgeprägte Schwäche oder ein Leistungsbfall auf, sollte unbedingt engmaschig kontrolliert werden (z.B. alle 3 Monate, ggf. auch öfter).
Wenn keine besonderen Symptome auftreten und die Untersuchungsergebnisse normal sind, sind häufigere Untersuchungen möglicherweise nicht mehr notwendig. Wenn Sie sich unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem/r betreuenden Arzt/Ärztin darüber.


Wie erkenne ich, ob ich eine Myokarditis habe?

Im Echo und/oder MRT kann eine Myokarditis diagnostiziert werden. Im Blut geben Veränderungen bei Herzenzymen (z.B. CK-MB, Troponin, LDH, NTproBNP) Auskunft über das Ausmaß der Entzündung. Ggf. kann auch eine Biopsie (Probenentnahme) aus dem Herzmuskel die Diagnose sichern (s. auch erste Frage)

 

Forschung zu Covid-19 und ARVC

Wenn Sie an Covid-19 erkrankt sind oder waren, füllen Sie diese Umfrage der kanadisch-amerikanischen Patientenorganisation SADS aus, damit möglichst viele Daten international gesammelt werden können, um das Risiko von ARVC-Patienten besser spezifizieren zu können. Gerne sind wir Patienten, die nicht so gut Englisch können, beim Ausfüllen behilflich.
> Covid-19-Fragebogen von SADS Kanada

 

Q&A: Covid-19 und Kardiomyopathien

Unser Online-Seminar fand am Donnerstag, 07.05.2020 in Kooperation mit HOCM Deutschland e.V. statt:

 

Q&A ARVC und Covid-19

Bei unserer Online-Q&A-Session am 27. Februar 2021 beantwortete Prof. Dr. Stefan Kääb vom Klinikum der Universität München (LMU) Fragen zu Covid-19 bei ARVC-Patienten und zur Impfung. Er hat uns freundlicherweise die Folien seines Kurzvortrags zur Verfügung gestellt.
> ARVC und Covid-19 / Impfung gegen Covid-19 (Vortrag Prof. Kääb vom 27.02.2021)

 

Rare Barometer

Umfrage zur Auswirkung von Covid-19 auf Menschen mit seltenen Erkrankungen

Die Auswirkungen von Covid-19 auf Menschen mit seltenen Erkrankungen war der Inhalt einer Umfrage von EURORDIS
> Ergebnisse der Umfrage von EURORDIS