COVID-19

Covid-19 und ARVC / ACM (Stand 17.04.2021)

Aus aktuellem Anlass möchten wir gemeinsam mit unserem wissenschaftlichen Beirat darauf hinweisen, dass ARVC-Patienten die empfohlenen Maßnahmen zum Schutz vor Covid-19 unbedingt umsetzen sollten.

Passen Sie gut auf sich und Ihre Angehörigen auf und befolgen Sie die allgemeinen Vorbeugungsmaßnahmen. Je länger Sie coronafrei bleiben, desto besser wird das Wissen über die besten Präventionsmethoden und mögliche Therapien sein. Es lohnt sich also, sich so vorsichtig wie möglich zu verhalten, insbesondere bis eine Impfung für Sie verfügbar ist.

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Artikel, die wir für Sie für relevant halten, werden laufend aktualisiert
> Auflistung von Artikeln und Empfehlungen zu Covid-19
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Im Folgenden finden Sie Informationen zu
> Risiko von Covid-19 für Herzpatienten
> Gefahr durch Aerosole
> Allgemeine Tipps
> Prävention von Covid-19, incl. Informationen zu Masken und Impfung
> Symptome von Covid-19
> Einnahme von gewohnten Medikamenten bei Covid-19
> Infos zu Off-label-Therapien bei Covid-19
> Spezielle Tipps, incl. Sport nach einer Covid-19-Infektion, (Zahn-)Arztbesuch in Pandemiezeiten, Infos für ICD-Träger und Infos für Patienten mit Herzinsuffizienz
> Tipps für den Umgang mit Ängsten und Sorgen
> Infos zu Zytokinsturm und schwerem Verlauf
> Mehr Infos, Artikelsammlung, wichtige Links
> FAQ zum Thema Covid-19
> Forschung und Umfrage zu ARVC und Covid-19
> Q&A-Session zu Covid-19 und Kardiomyopathien (Video vom 07.05.2020)
> Q&A-Session ARVC und Covid-19 / Impfung (27.02.2021)
> Umfragen zu Covid-19 und den Auswirkungen

 

Risiko von Herzpatienten

Patienten mit chronischen Herzerkrankungen wie ARVC haben bei einer Infektion mit dem Coronavirus ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf. Sie sind gefährdet durch
– gefährliche Herzrhythmusstörungen
– Herzmuskelentzündungen (Myokarditis in bis zu 30% der Fälle)
– Thrombosen
– einen infektionsbedingten Katecholaminanstieg mit Anstieg der Herzfrequenz und erhöhtem Risiko für Tachykardien

Besonders gefährdet sind Patienten mit
– hohem Alter (besonders Hochbetagte, aber igs. ab dem 60. LJ)
– Herzschwäche (Herzinsuffizienz), v.a. NYHA-Klasse III/ IV der New York Heart Association
– Lungenhochdruck
– Immunschwäche/-suppression
– Herztransplantation
– zusätzlichen Risikofaktoren wie hohem Blutdruck, Diabetes und Adipositas

Ein leicht erhöhtes Risiko haben Männer
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 27.08.2020

Ob Menschen mit Blutgruppe A ein höheres Risiko haben, sich zu infizieren und/oder schwer zu erkranken (bzw. mit Blutgruppe 0 ein niedrigeres), ist noch unklar. Die Studien zur Blutgruppe als Risikofaktor für eine COVID-19-Erkrankung zeigen keine einheitlichen Ergebnisse und werden noch intensiv diskutiert.

Ob Mutationsträger ohne Symptome und ARVC-Patient*innen mit geringfügigen Symptomen gefährdet sind, ist derzeit nicht gesichert. Die Experten der Johns-Hopkins-Universität geben diesbezüglich Entwarnung, beziehen sich aber auf sehr geringe Fallzahlen. Theoretisch ist eine zusätzliche Gefährdung des Herzens durch eine Myokarditis möglich.

 

Infektionsrisiko durch Aerosole

Ein Risiko einer Infektion über Aerosole (feinste freischwebende Tröpfchen in der Luft, die SARS-CoV-2-Partikel enthalten) ist mittlerweile gut belegt. Diese Tröpfchen sind kleiner als fünf Mikrometer und bleiben meist länger in der Luft als größere Tropfen, die rasch zu Boden sinken. Aerosolteilchen können Stunden bis Tage in der Luft schwe­ben. Andere Infektionswege – etwa über Oberflächen – spielen eine wesentlich geringere Rolle für das Infektionsgeschehen.
Das Ansteckungsrisiko durch Aerosole lässt sich minimieren durch:
– Tragen von effektiven Masken (am besten FFP2-Maske, s.o.)
– Einhalten der Distanz von mindestens 1,5 m (besser 2 m)
– Treffen in Innenräumen so kurz wie möglich
– häufi­ges Stoß- oder Querlüften in geschlossenen Räumen
– Raumluftreiniger und Filter, wo Menschen sich länger in ge­schlossenen Räumen aufhalten müssen
– in der Schule/am Arbeitsplatz Einnehmen eines Platzes in der hintersten Reihe, wenn möglich am offenen Fenster bei regelmäßigem Lüften.
Bei einem unwohlen Gefühl trotz aller Schutzmaßnahmen versuchen Sie, individuelle Lösungen mit Schulleitung, Lehrern oder Arbeitgeber zu treffen bzw. ein Attest für Homeschooling oder Homeoffice vom Hausarzt oder Kardiologen ausstellen zu lassen. Exaktere Aussagen zum Risiko einer Ansteckung in der Schule oder am Arbeitsplatz sind derzeit nicht machbar.

Im Freien, beim Spazierengehen, dem Aufenthalt in Biergärten, beim Joggen oder Rad­fahren ist das Ansteckungsrisiko sehr gering, ziemlich sicher im Promillebereich. Im Freien haben sich keine größeren Cluster infiziert (im Gegensatz zu Infektionsclustern in Innenräumen, Heimen, Schulen, bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, Chorproben oder Busfahrten).

 

Allgemeine Tipps

– Messen Sie täglich Ihre Körpertemperatur
– Senken Sie Fieber (über 38,5°C) mit Paracetamol (3 x 1g tgl.), insbesondere wenn Sie zusätzliche Risikofaktoren haben (Arrhythmieneigung, höhergradige Herzinsuffizienz, Lungenhochdruck)
– Halten Sie Ihren Kaliumspiegel auf hohem Niveau (> 4,5 besser 5 mmol/l), allerdings keinesfalls zu hoch (ungünstiger Krankheitsverlauf)
– Nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein (s.a. nächster Absatz)
– Stärken Sie, wenn Sie möchten, Ihr Immunsystem mit Vitamin C/D oder Zink
(Patienten, die Vitamin C und/oder D einnahmen, hatten einen günstigeren Verlauf; Zink, das in den USA sehr beliebt ist, zeigte widersprüchliche Effekte)

 

Prävention

Grundsätzlich gilt als Prävention die AHA-Regel bzw. die erweiterte AHAL-Regel:
– Abstand
– Hygiene
– Alltagsmasken
– Lüften

Die neueste, wirksamste und anhaltendste Möglichkeit zur Prävention ist die Impfung


Abstand – Soziale Distanz

So schmerzhaft es sein mag: wahren Sie – wo möglich – soziale Distanz (natürlich den Mindestabstand von 1,5 – 2m, aber beschränken Sie Ihre Kontakte überhaupt auf ein möglichst niedriges Niveau). Bedenken Sie, dass – je länger Sie coronafrei bleiben – immer mehr über die Erkrankung und mögliche Risiken, aber auch therapeutische Möglichkeiten bekannt wird.
Sprechen Sie ggf. mit Ihrem Arbeitgeber, ob Sie im Homeoffice arbeiten können. Sprechen Sie ggf. Ihre/n Arzt/Ärztin an, ob er/sie Ihnen ein Attest dafür ausstellt.
> “Welche Maßnahmen die Erkrankungswelle am ehesten brechen könnten”, Deutsches Ärzteblatt vom 16.12.2020
> Häufigste Ansteckungsorte lt. Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 11.11.2020


Hygiene

Händewaschen
Waschen Sie sich regelmäßig die Hände unter fließendem Wasser 20 – 30 sec. mit Seife. Seifenmoleküle brechen die Fetthülle des Coronavirus auf, so dass ohne Schutzhülle sich das Virus nicht mehr vermehren kann. Das Wasser spült dann die Virusreste weg. Wichtig ist das Händewaschen vor allem wenn Sie nach Hause kommen, nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten, vor der Zubereitung von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang, vor und nach dem Kontakt mit Erkrankten und vor dem Anlegen und nach dem Ablegen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Hygiene beim Husten und Niesen
Husten oder niesen Sie in ein Taschentuch und entsorgen Sie dies danach in einem Mülleimer. Alternativ husten oder niesen Sie in die Ellenbeuge.

Schutz vor Schmierinfektion
Auch wenn eine Infektion nach Kontakt mit Oberflächen und Gegenständen eine untergeordnete Rolle spielt: vermeiden Sie es, mit den Händen Mund, Nase oder Augen zu berühren, um eine Übertragung des Erregers zu verhindern.


Alltagsmaske – Mund-Nasenschutz


Verwenden Sie einen Mund-Nasenschutz beim Einkaufen, in Menschenmengen und evtl. sogar in geschlossenen Räumen (auch wenn es nicht vorgeschrieben ist).

Schutzwirkung
Kein oder nur geringer Schutz
– Masken, die schlecht oder falsch sitzen
– einlagige Stoffmasken
– Gesichtsschilde aus Plastik.
Mittlerer Schutz
– Mund-Nasen-Schutz nach DIN 14683 (“OP-Maske”)
– dreilagige Stoffmasken mit mittlerer Vlieslage
– KN95- oder N95-Halbmasken (s. dazu unten)
Hoher Schutz
– FFP2-Masken
– KN95- oder N95-Halbmasken mit zusätzlicher Zertifizierung (s. dazu unten)

Worauf sollte beim Kauf einer FFP2-Maske angegeben sein?
– der Hersteller
– die Artikelnummer
– die DIN-Norm DIN EN 149:2009-08
– das CE-Zertifikat mit nachfolgender 4-stelliger Ziffer
diese Ziffer gibt den Prüfort an
z.B. CE 0158 = DEKRA, CE 0121 = IFA (beide in Deutschland zertifiziert)
Die meisten Masken sind allerdings nicht in Deutschland zertifiziert worden (s. u.). Ob eine CE-Zertifizierung aus einem anderen Land genauso verlässlich ist wie eine deutsche, ist schwer beurteilbar. Achten Sie bei einer Onlinebestellung darauf, dass der Händler eine Konformitätserklärung auf seine Website gestellt hat.

Masken mit der Kennzeichnung KN95
KN95-Masken kommen aus China und sind häufig nicht marktkonform zugelassen. Lesen Sie mehr dazu in diesem Artikel:
> Artikel zu KN95-Masken der Pharmazeutischen Zeitung

Mehr Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:
> Information des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte zu Schutzmasken
> Liste CE-Kennzeichnungen von FFP-Masken (Heller Medizintechnik)
Hier werden auch die ungültigen CE-Zertifikate aufgeführt sowie Informationen zur Filterwirkung der verschiedenen Maskentypen.
Sehr skeptisch äußert sich die Deutsche Apothekerzeitung zur Qualität diverser gekennzeichneten Masken:
> Artikel Deutsche Apothekerzeitung vom 19.01.2021

Korrekter Sitz der FFP2-Maske
Ein Wangen-, Backen- oder Kinnbart sowie auch Koteletten verhindern einen adäquaten Schutz des Trägers einer FFP2-Maske. Deshalb wird Bartträgern empfohlen, sich zu rasieren. Die Masken sollten nicht an der Wange abstehen und die Spitze über der Nase sollte an der Nasenwurzel (nicht der Nasenspitze) der eigenen Nasenform anmodelliert werden mithilfe des flexiblen integrierten Drahts.
> Artikel Deutsches Ärzteblatt vom 29.01.2021

Wiederverwendbarkeit von FFP2-Masken
Zur Wiederverwendbarkeit von FFP2-Masken gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Streng genommen müsste man sie nach Gebrauch entsorgen. Nachdem das aber relativ illusorisch ist, hier eine Empfehlung: langes Auslüften (die einen sprechen von 72 Stunden in trockenen Räumen, andere von 7 Tagen). Noch optimalerweise ist das Auslüften in der Sonne. Dieser Vorgang sollte aber nur ca. 5mal wiederholt werden. Optimal ist angeblich das Erhitzen im Backofen bei 80°C Ober-und Unterhitze (höhere Temperaturen ab 90°C verformen die Masken und reduzieren die Filterleistung, unter 70°C wird der Erreger nicht zuverlässig abgetötet. Erhitzen in der Mikrowelle, Wasch- oder Spülmaschine, Desinfizieren oder UV-Lampenbestrahlung werden nicht empfohlen.
> Wiederverwertung von FFP2-Masken lt.Heidelberg24
> Wiederverwertung von FFP2-Masken lt. FH Münster

Abgabe von Masken an Risikopatienten
Wie Sie an FFP2-Masken für Risikopatienten in der Apotheke kommen, beschreibt der Artikel hier. Mittlerweile wurden Berechtigte vom Bundesgesundheitsministerium angeschrieben. In den Briefen finden sich Bezugsscheine für igs. 12 FFP2-Masken. Wer sich wundert, dass er welche bekommen hat, obwohl er jünger als 60 Jahre ist: zusätzlich zu den Ü60 wurden Krankenkassendaten ausgewertet nach Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf. Da langt schon, wenn der Arzt bei einem Husten V.a. Asthma kodiert hat. Deshalb hat fast die halbe Bevölkerung der BRD diese Berechtigungsscheine bekommen.


Lüften

Lüften Sie regelmäßig die Zimmer, in denen Sie sich aufhalten. Dabei gilt:
Quer- und Stoßlüftung
– keine Kipplüftung!

 

Impfung gegen Covid-19

Impfpriorisierung des Bundesgesundheitsministeriums bzw. der STIKO (Stand 01.04.2021)

Die STIKO (Ständige Impfkommission) hat eine Priorisierung in sechs Gruppen vorgeschlagen, die allerdings in der Impfverordnung, in der die Reihenfolge der Impfungen festgelegt wird, nicht berücksichtigt wurde. Leider ist das auch auf der Seite des Robert-Koch-Instituts nicht ganz klar beschrieben. Also: STIKO hat 6 Gruppen (5 Priorisierungsgruppen und alle anderen, die nicht darunter fallen) – in der Impfverordnung sind es nur 4 Gruppen (3 Priorisierungsgruppen und alle anderen, die nicht darunter fallen). Relevant für uns ist die Impfverordnung und nicht die STIKO-Empfehlung.

ARVC-Patienten unter 60 Jahre fallen nach derzeitigem Stand in die dritte Kategorie “erhöhte Priorität” (Stichwort: “Arrhythmie” und/oder “Herzinsuffizienz”). Dazu benötigt man ein Attest vom behandelnden Arzt. In diesem muss formlos bestätigt werden, dass beim Patient XY “eine Erkrankung im Sinne von §4 Ziffer 2 der Impfverordnung“ vorliegt (erhöhtes Arrhythmierisiko aufgrund von ARVC). Die Ausstellung kostet laut Impfverordnung pauschal € 5. Möglicherweise langt aber einfach das Mitbringen des letzten Arztbriefs, den in der Diagnose ARVC ist das Wort arrhythmogen (“Arrhythmie”) ja bereits enthalten. Mit dem ärztlichen Attest ist man aber auf der sicheren Seite.
> Bundesanzeiger zur Impfpriorisierung-§4 (01.04.2021)

Eine Ausnahme sind die Herztransplantierten, die in die zweite Kategorie “hohe Priorität” fallen. Und natürlich alle, die aufgrund Alter, Beruf, zusätzlichen Erkrankungen oder Kontaktstatus (z.B. zu Schwangeren, als pflegender Angehöriger – dies aber nur, wenn eine Pflegestufe anerkannt ist) einer höheren Kategorie zuzuordnen sind.
Nachdem momentan die meisten der Impfwilligen in Kategorie 1 durchgeimpft sind, werden derzeit die Menschen, die in Kategorie 2 fallen (also die über 70-Jährigen etc.), durchgeimpft.
Neu in der Impfverordnung vom 1. April 2021 ist allerdings, dass in diese Kategorie nun auch alle gesunden Menschen mit hohem Kontaktrisiko fallen, also ÄrztInnen, ErzieherInnen, GrundschullehrerInnen, PolizistInnen u.a., dadurch rutschen allerdings die Menschen mit chronischer Erkrankung in der Priorisierung immer weiter nach hinten.
Allerdings sind im Bereich der seltenen Erkrankungen seit der Impverordnung vom 10. März 2021 Einzelfallentscheidungen möglich. Wenn Ihr Arzt Ihnen per Attest bestätigt, dass Sie nicht nur ein “erhöhtes”, sondern ein “sehr hohes Risiko” für einen schweren Verlauf haben, dann können Sie in die 2. Kategorie hochgestuft werden. Das könnte z.B. der Fall sein, wenn Sie besonders arrhythmieanfällig sind. Einzelheiten müssen Sie im Gespräch mit dem behandelnden Arzt klären. In dem Attest muss formlos bestätigt werden, dass beim Patient XY “eine Erkrankung im Sinne von §3 Ziffer 2 der Impfverordnung“ vorliegt (sehr hohes oder hohes Risiko aufgrund von ARVC). Die Ausstellung kostet laut Impfverordnung pauschal € 5.
Wir haben mittlerweile einige Mitglieder, die aufgrund eines solchen Attests geimpft wurden, obwohl sie deutlich jünger als 60 Jahre sind.
> Bundesanzeiger zur Impfpriorisierung-§3 (01.04.2021)

Mehr Artikel zum Thema:
> Auflistung von Artikeln und Empfehlungen zu Covid-19
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 29.01.2021 “Formlose Bescheinigung beim Impfattest ausreichend”
> Praxisnachrichten der kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV vom 19.01.2021
> FAQ des Bundesgesundheitsministeriums: Frage “Wer wird zuerst geimpft?”
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 18.12.2020
> Vorläufige STIKO-Empfehlungen zur Impfpriorisierung (Stand 07.12.2020)
> Unsere Stellungnahme zum Risiko einer Covid-19-Infektion für ARVC-Patienten vom 23.11.2020

Wer ungefähr wissen möchte, wann er dran ist mit Impfen, kann sich die Zeitspanne im Internet von einem der verfügbaren “Impstoffrechner” berechnen lassen. Abhängig ist das aber natürlich von der Lieferung der Impfstoffe, lokalen Kapazitäten beim Impfen und der Impfbereitschaft in der Bevölkerung. ARVC-Patienten fallen bei der Angabe von Risiken in die Kategorie “Arrhythmie”.

Voraussetzungen für eine Impfung

Alter
Die Impfstoffe sind zugelassen ab einem Alter von 16 Jahren.

Akute Covid-19-Infektion
Vor dem Impfen und direkt an der Impfstation muss kein Covid-19-Test (werder PCR- noch Antikörpertest) gemacht werden, solange man keine Symptome aufweist. Die Verträglichkeit der Impfung wird durch eine akute Infektion auch nicht negativ beeinflusst.

Akute andere Infektionen
Eine Impfung bei akut Erkrankten mit Fieber über 38,5 Grad leidet, sollte nicht geimpft werden. Bei einer Erkältung oder leichtem Fieber unter 38,5 Grad kann geimpft werden.

Impfung nach durchgemachter Covid-19-Infektion
Personen, die bereits eine Corona-Infektion durchgemacht haben, sollen 6 Monate nach der Erstinfektion einmalig (also nicht wie sonst zweimal) geimpft werden. Die Immunität nach einer Covid-19 Infektion hält nach derzeitgem Wissensstand ca. 8 Monate an, auch wenn in ca. 15% Reinfektionen möglich sind, die aber in der Regel milde verlaufen. Wenn verfrüht nach einer durchgemachten Infektion geimpft wird, wird über vermehrte Nebenwirkungen berichtet.
Sollte man unbemerkt eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben, ist eine Impfung trotzdem nicht schädlich.

Impfschema
Die Impfung sollte je nach Impfstoff noch einmal wiederholt werden, bei Biontech nach 3-6, bei Moderna nach 4-6 und bei AstraZeneca nach 9-12 Wochen. Derzeit wird (anders als zu Beginn) der Abstand zwischen den Impfdosen in manchen Bundesländern maximal ausgedehnt, um mehr Menschen zu einer Erstimpfung zu verhelfen, denn bisher wurde die Zweitimpfung zurückgehalten. Man hofft so, die Infektionszahlen durch die Verabreichung nur einer Dosis an möglichst viele Menschen schneller zu erreichen, da bereits nach der 1. Dosis eine gute Schutzwirkung erzielt wird. Manche Experten befürchten dann allerdings eine Resistenzentwicklung des Erregers gegen den Impfstoff. Die Datenlage dazu ist nicht konsistent. Die Strategien der einzelnen Länder sind völlig unterschiedlich.
Ob später Auffrischimpfungen nötig werden, ist noch nicht bekannt. Zunächst wurde davon ausgegangen, dass der Impfschutz 1 – 2 Jahre anhält. Pfizer hat aber am 15.4. angekündigt, dass möglicherweise eine dritte Dosis binnen sechs bis zwölf Monaten notwendig sei (ähnlich wie z.B. bei Tetanus, wo für die Grundimmunisierung 3 Impfungen erfolgen müssen) und dann jährliche Auffrischungs­im­pfungen, ähnlich wie bei der Grippeimpfung. Diese könnte dann auch jeweils an neue Mutationen des Virus angepasst werden.

Nicht geimpft werden derzeit
– Schwangere
– stillende Frauen,
– Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren
Bei diesen oben genannten 3 Gruppen fehlen Daten zur Verträglichkeit und Wirksamkeit.

WICHTIG!
Nicht jeder Geimpfte wird 100%ig vor Covid-19 geschützt. Derzeit ist sicher, dass eine Impfung zu ca. 95% vor einer Erkrankung schützt, das bedeutet, 5% entwickeln keinen Schutz. Außerdem ist noch unklar, ob ein Geimpfter möglicherweise bei Kontakt mit dem Erreger das Virus an andere weitergeben kann, auch wenn er selbst nicht erkrankt. Das heißt: auch Geimpfte sollten sich weiterhin an die derzeit geltenden Schutzmaßnahmen halten sollten, bis mehr Klarheit herrscht.

Impfung von Allergikern

Zunächst hieß es, dass bei Patienten, die in der Vergangenheit mit signifikanten allergischen Reak­tionen auf Impfstoffe oder Medikamente reagiert haben, Vorsicht geboten sei. Allergiker, die auf Lebensmitteln, Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Insektengift, Latex und/oder andere Medikamente regieren, sind aber nach neuesten Erkenntnissen des Paul-Ehrlich-Insituts nicht durch die Impfung gefährdet, da Allergiker generell kein höheres Risiko für schwerwie­gende unerwünschte Wirkungen bei der Coronaimpfung haben.
Das gleiche gilt für Personen mit einer familiären Anaphylaxie-Vorgeschichte oder früheren Komplikationen bei Injektionen von Vakzinen oder Medikamenten.
Wer in der Vergangenheit nach Impfungen oder Spritzen
– schwindelig, schwach oder ohnmächtig wurde
– einen schnellen Herzschlag (Tachykardie) und/oder Atemnot bekam
– zu Sofortallergien neigt mit Anschwellen des Gesichts und des Halses
– einen schlimmen Hautausschlag am gesamten Körper bekam
– einen allergischen Schock erlitten hat,
sollte das unbedingt dem Arzt vor der Impfung mitteilen, damit er nach der Injektion länger beobachtet werden kann. Grundsätzlich solle jede Person 15 (besser 30) Minuten nach der Impfung beobachtet werden und besonders für Allergiker eine angemes­se­ne medizinische Behandlung für schwere allergische Reaktionen bereitstehen. Fragen Sie ggf. nach, ob das gewährleistet ist, wenn Sie Allergiker sind.
Bei Menschen, die auf die erste Dosis eine schwere allergische Reaktion hatten, sollte die zweite Dosis nicht verabreicht wer­den.
Bei einer bekannten Allergie gegenüber einem Impfstoffbestandteil (z.B. Polyethylenglykol, s.u.) sollte gar nicht geimpft werden.
Zur Häufigkeit von allergischen Reaktionen ist zu sagen, dass zwar eine insgesamte Häufigkeit von 1-4: 1000 Geimpften angegeben wird, darin sind aber auch leichte allergische Reaktionen, beispielsweise ein vorübergehendes Ekzem eingeschlossen. Schwere allergische Reaktionen kommen in nur ca. 2,5 – 5: 1.000.000 der Geimpften vor und können gut behandelt werden. Kein Patient mit schwerer allergischer Reaktioon ist bisher gestorben.
Ein Unterschied zwischen den Impfstoffen besteht: bei den Biontech- und Modernaimpfstoffen treten ca. 10mal häufiger anaphylaktische Reaktionen (schwere Allergien) auf in ca. 1:100.000 Fällen im Gegensatz zum AstraZenaca-Impfstoff mit ca. 1:1.000.000 Fällen.
> Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung vom 06.03.2021
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 04.01.2021
> Stellungnahme in der pharmazeutischen Zeitung vom 23.12.2020
> Artikel Ärztezeitung vom 10.12.2020
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 09.12.2020

Impfung von PatientInnen, die Blutverdünner einnehmen

Blutgerinnungshemmer können dazu führen, dass sich an der Einstichstelle große Blutergüsse im Muskel bilden. Deswegen sollte die Impfung in diesem Fall mit der/m behandelnden Ärztin/Arzt besprochen werden. Oftmals können Medikamente für einige Tage problemlos abgesetzt werden (nur nach Absprache, nicht eigenmächtig!). Impfärzte verwenden bei Gerinnungshemmer-Patienten sehr dünne Kanülen und legen anschließend einen Kompressionsverband an. Patienten sollten selbst die Einstichstelle etwa fünf Minuten komprimieren. Die Nachbeobachtungszeit nach der Impfung sollte dann unbedingt 15 bis 30 Minuten dauern.
Detailliertere Informationen zum anzustrebenden INR-Wert u.a. finden Sie auf der Website der Deutschen Herzstiftung.

Informationen zu den Impfstoffen

Impfstoff Comirnaty® (BNT162b2/Tozinameran) von Biontech/Pfizer
Der Impfstoff wurde in Deutschland entwickelt und ist seit Dezember 2020 in Deutschland zugelassen. Er muss bei -80°C gekühlt werden. Die volle Schutzwirkung von ca 95% tritt eine Woche nach Verabreichung der zweiten Dosis, die nach 3 Wochen verimpft werden soll, ein.
> Informationen zum Impfstoff Comirnaty®

Inhaltsstoffe von Comirnaty®
– mRNA (Boten-Ribonukleinsäure, engl. messenger ribonucleid acid)
– Lipide ((4-Hydroxybutyl)azanediyl)bis(hexan-6,1-diyl)bis(2-hexyldecanoat)
– 2-((Polyethylenglykol)-2000)-N,N-ditetradecylacetamid) (potentiell allergieauslösend)
– 1,2-Distearoyl-sn-glycero-3- Phosphocholin
– Cholesterin
– Kaliumchlorid
– einbasiges Kaliumphosphat (Kaliumdihydrogenphosphat)
– Natriumchlorid
– zweibasisches Natriumphosphat-Dihydrat (Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat)
– Saccharose
– Wasser für Injektionszwecke

Impfstoff  Covid-19 Vaccine Moderna® ( mRNA-1273, kurz “Moderna”) von Moderna
Der Impfstoff wurde in den USA entwickelt und im Januar 2021 in Deutschland zugelassen. Er muss bei – 20°C gekühlt werden. Die volle Schutzwirkung von ca. 94% tritt eine Woche nach Verabreichung der zweiten Dosis, die nach 4 Wochen verimpft werden soll, ein.
> Informationen zum Impfstoff Covid-19 Vaccine Moderna®

Inhaltsstoffe von Covid-19 Vaccine Moderna®
– mRNA (Boten-Ribonukleinsäure, engl. messenger ribonucleid acid)
– Lipide (SM-102.
– Polyethylenglykol [PEG] 2000 Dimyristoyl-Glycerin [DMG] (potentiell allergieauslösend)
– Cholesterin
– 1,2-distearoyl-sn-glycero-3-phosphocholine [DSPC]
– Tromethamin
– Tromethamin-Hyrochlorid
– Essigsäure
– Natriumacetat
– Saccharose

Impfstoff  Vaxzevria® (Covid-19 Vaccine AstraZeneca®, AZD1222, ChAdOx1) von AstraZeneca
Der Impfstoff ist ein schwedisch-englisches Produkt und seit Januar 2021 in Deutschland zugelassen. Er muss bei – 2 bis -8°C im Kühlschrank gekühlt werden. Die volle Schutzwirkung von ca. 94% tritt eine Woche nach Verabreichung der zweiten Dosis, die nach 9 – 12 Wochen verimpft werden soll, ein.
> Informationen zum Impfstoff Covid-19 Vaccine AstraZeneca®

Inhaltsstoffe von Covid-19 Vaccine AstraZeneca®
– L-Histidin
– L-Histidin Hydrochlorid Monohydrat
– Magnesiumchlorid-Hexahydrat
– Polysorbat 80
– Ethanol
– Saccharose
– Natriumchlorid (Kochsalz)
– Dinatriumedetat Dihydrat
– Wasser für Injektionszwecke

Die Imfung mit AstraZeneca ist mittlerweile aufgrund einer beobachteten seltenen Nebenwirkung, nämlich einer Sinusvenenthrombose (Thrombose in den Hirnvenen), die bei ca. 0,001% der Geimpften innerhalb von 4-16 Tagen nach der Impfung aufgetreten war, nur noch eingeschränkt eingesetzt. Mittlerweile hat sich der Verdacht, dass die seltenen Hirnvenenthrombosen mit der Impfung zusammenhängen, erhärtet, zumal ähnliche Probleme beim Impfstoff von Johnson&Johnson aufgetreten sind und man einen Zusammenhang mit der Art des Impfstoffes vermutet (vektorbasiert). Da diese Fälle nur bei jüngeren Personen – insbesondere Frauen – aufgetreten sind, empfiehlt die STIKO und auch das Bundesgesundheitsministerium derzeit (Stand: 14.04.2021) die Impfung mit AstraZeneca nur noch für Personen ab 60 Jahren. Was mit Risikopatienten unter 60 passiert, die bereits die erste Impfung erhalten haben, ist noch nicht geklärt. Derzeit wird in Deutschland empfohlen, die Zweitimpfung mit Comirnaty® (Biontech) nach 12 Wochen durchführen zu lassen.
Trotzdem können sich auch Jüngere, wenn Sie es wollen, nach ausführlicher Aufklärung mit AstraZeneca impfen lassen, da die Gesundheitsrisiken durch COVID-19 schwerwiegend sein können, und die Vorteile des Impfstoffs die Risiken von Nebenwirkungen eher überwiegen, zumal auch durch eine Covid-19-Infektion Sinusvenenthrombosen auftreten können.

Wahrscheinlich ist die seltene Thromboseform analog zur bereits bekannten HIT (heparin-induzierte Thrombopenie) verursacht durch eine „vaccine induced immune thrombocytopenia“, auf deutsch impfstoffinduzierte immune thrombotische Thrombzytopenie (VITT) mit einer gleichzeitigen Verringerung der Thrombozyten und Übergerinnbarkeit des Bluts. In diesem Fall sollte keinesfalls Heparin gegeben werden.
Möglicherweise hängt das vorwiegende Auftreten bei jüngeren Frauen auch mit der Kombination mit Antibabypille und Rauchen (also zusätzlichen Thromboserisken) zusammen, das sind aber derzeit alles nur Theorien.

Im Beipackzettel des Impfstoffs wird ein Warnhinweis ergänzt, sodass jede Person nach ärztlicher Aufklärung für sich entscheiden kann, ob er oder sie einer Impfung mit AstraZenaca zustimmt.

Wenn innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung mit AstraZeneca eines der folgenden Symptome auftritt, soll schnell eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht und auf die Impfung hingewiesen werden:
– Atemnot
– Schmerzen in der Brust oder im Magen
– Schwellung oder Kältegefühl in einem Arm oder Bein
– schwere oder sich verschlimmernde Kopfschmerzen oder verschwommenes Sehen
– anhaltende Blutungen
– mehrere kleine Blutergüsse, rötliche oder violette Flecken oder Blutbläschen unter der Haut

Diagnostisch sollte dann ein ELISA-Test zum Nachweis von Antikörpern gegen PF4/Heparinkomplexe durchgeführt werden. Therapiert werden kann die VITT durch die hochdosierte intravenöse Gabe von Immun­globulinen mit dem Ziel, die Thrombozytenaktivierung zu hemmen. Nicht zum Einsatz kommen sollten Thrombozytenkonzentrate und Vitamin-K-Antagonisten.


Impfstoff COVID-19 Vaccine Janssen® (Ad26.COV2-S) von Janssen-Cilag/Johnson & Johnson
Der Hersteller Janssen-Cilag ist eine Tochter des US-Unternehmens Johnson und Johnson (J&J). Ihr Impfstoff wurde im März 2021 in Deutschland zugelassen, ist aber derzeit noch nicht lieferbar.
> Informationen zum Impfstoff Covid-19 Vaccine Janssen®

Inhaltsstoffe von COVID-19 Vaccine Janssen®
– 2-Hydroxypropyl-β-Cyclodextrin (HPBCD)
– Citronensäure-Monohydrat
– Ethanol
– Salzsäure
– Polysorbat 80
– Natriumchlorid
– Natriumhydroxid
– Trinatriumcitrat-Dihydrat
– Wasser für Injektionszwecke

Auch beim COVID-19 Vaccine Janssen® sind die sehr seltenen, aber gefährlichen Sinusvenenthrombosen aufgetreten (s. Nebenwirkungen bei AstraZeneca).

Einen Vergleich der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe haben wir in einer Tabelle zusammengestellt:
> Vergleich der Impfstoffe (PDF)

Zur Entwicklung und Sicherheit der Impfstoffe gibt es die Dokumentation einer interessanten englischsprachigen Veranstaltung “Public stakeholder meeting: development and authorisation of safe and effective COVID-19 vaccines in the EU”. Alle Dokumente des Meetings und die entsprechenden Videos finden Sie auf der Seite der European Medicines Agency (EMA).
> Stakeholder Meeting der EMA vom 11.12.2020

Nach der Impfung

Alkohol
Idealerweise sollte man drei Tage nach jeder Injektion mit dem Corona-Impfstoff auf Alkohol verzichten, da dieser die Immunantwort erheblich abschwächen kann.

Sport
Leichte körperliche Belastung ist nach der Impfung erlaubt. Extreme Ausdauersportarten oder Training mit hoher Gewichtsbelastung (die aber bei ACM/ARVC ja aber ohnehin ungünstig sind) sollten nach der Impfung vermieden werden. Bei starker körperlicher Belastung können Impfreaktionen verstärkt auftreten.

Nebenwirkungen der Impfung

Übliche Nebenwirkungen der Impfung sind
– Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Injektionsstelle (ca. 80%)
– Müdigkeit, Erschöpfung (ca. 60%)
– Kopfschmerzen (ca. 50%), Muskelschmerzen (ca. 30%), Gelenkschmerzen (ca. 20%)
– leichtes Fieber (10%)
– Frösteln (ca. 30%)
– Schüttelfrost
– Übelkeit, Unwohlsein, Erbrechen
– angeschwollene Lymphknoten (Lymphadenopathie)
Normalerweise dauern diese meist nur 24 Stunden oder höchstens wenige Tage an. Die Nebenwirkungen sind ein Zeichen für die Immunreaktion des Körpers auf die Impfung.
Ggf. können Paracetamol oder schmerzstillende Medikamente genommen werden, wobei man mit Paracetamol zurückhaltend sein sollte, da es die Immunantwort der Impfung abschwächen kann – deshalb wird von einer prophylaktischen Einnahme oder einer Einnahme innerhalb von 6 Stunden nach der Impfung unbedingt abgeraten. Nehmen Sie das Medikament am besten nur, wenn Sie wirklich Symptome nach der Impfung entwickeln.
Bei mRNA-Impfstoffen gibt es neurdings Hinweise auf eine verspätete Lokalreaktion (flächige Rötung, Juckreiz, Überwärmung, Ausschlag) nach ca. 8 (4-11) Tagen, die vorwiegend bei Frauen auftritt. Behandelt werden diese mit kühlenden Maßnahmen und polidocanolhaltige Salben (z.B. Linola Fettcreme), wenn notwendig auch mit oralen Antihistaminika (z.B. Loratadin) bzw. cortisonhaltigen Cremes (z.B. Prednicarbat, Momethason).
Mehr zu Nebenwirkungen auch unter “Impfung von Allergikern” und den einzelnen Impfstoffen.
Nebenwirkungen sollten der/m Hausärztin/Hausarzt oder in der Apotheke gemeldet werden, ggf. auch dem Paul-Ehrlich-Institut bzw. über dessen SafeVac-2.0-App (Download im App-/Google-Play-Store) oder dem Bundesgesundheitsministerium unter www.nebenwirkungen.bund.de

Impfempfehlung

Allen, die wegen der schnellen Zulassung der Impfstoffe Bedenken haben, können wir natürlich keinen wirklichen Rat geben. Jeder muss und darf für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht. Die Risiken eines schweren Verlaufs und von Langzeitfolgen einer Covid-19-Infektion gilt es individuell abzuwägen gegen akute und langfristige Impfnebenwirkungen – zu beidem gibt es für ACM-/ARVC-Patienten praktisch keine verlässlichen Daten. Trotzdem ist wohl die Wahrscheinlichkeit, schwer an Covid-19 zu erkranken oder an Covid-19 zu sterben ungleich viel höher als die Wahrscheinlichkeit, eine schwere Impfreaktion zu erleiden oder an einer Impfreaktion zu sterben. Deshalb sind wir der meinung, dass eine Impfung anzuraten ist, um das Pandemiegeschehen einzudämmen.
Auch die Deutsche Herzstiftung ruft eindeutig zur Impfung auf: “Angesichts der Gefährlichkeit von COVID-19, was Todesfälle und langfristige Schäden betrifft, ergibt sich nur eine vernünftige Konsequenz: den Empfehlungen der ständigen Impfkommission zu folgen und sich impfen zu lassen, wie die Deutsche Herzstiftung ausdrücklich hervorhebt.”
> Infos zu Covid-19 der Deutschen Herzstiftung

Immunität nach der Impfung
Wie lange die Immunität nach einer Impfung andauert, ist naturgemäß noch nicht bekannt, da ja erst seit Mitte 2020 Studien mit den Impfstoffen laufen. Es gibt aber wegen der Höhe der Antikörpertiter die Hoffnung, dass eine Impfimmunität länger als ein Jahr anhalten könnte. Derzeit gilt die Immunität nach Impfung für ca. 5 Monate als sicher. Aber selbst wenn jedes Jahr die Impfung aufgefrischt werden müsste: das geschieht ja bereits bei der Grippe und hat sich dort wegen der ständigen Mutationen des Influenzavirus bewährt.

Ansteckung und Übertragung trotz Impfung?
Das Robert-Koch-Institut schätzt das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2 durch voll­ständig geimpfte Personen als geringer ein als durch symptomlose Personen mit einem negativen Antigen­schnelltest. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung (also 15 Tage nach der letzten Impfdosis) mit SARS-CoV-2 infiziert und PCR-positiv wird, sei „niedrig, aber nicht Null“, schreibt das RKI. Die Impfung schützt die meisten, aber nicht alle Personen vor einer Ansteckung. Und wer sich infiziert hat, kann das Virus an weitere Personen weiter­geben. Es gibt aber Hinweise, dass durch eine geringe Viruslast diese Menschen nicht so infektiös sind. Auch die Dauer der Ansteckungsfähigkeit dürfte verkürzt sein.

Mehr Informationen zur Impfung finden Sie hier:
NEU: > Q&A-Session ARVC und Covid-19 / Impfung (27.02.2021)

STIKO-App der Ständigen Impfkommission (Download in den App-Stores)

> Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts zu Impstoffen (DE) incl. Sicherheitsberichten zu den Impfstoffen

Eine Stellungnahme des deutschen Ethikrats zum Thema “Besondere Regeln für Geimpfte?” finden Sie hier.

Andere Impfungen

Herzpatienten wird (unabhängig von Covid-19) eine Impfung gegen
Influenza (Grippe) einmal jährlich
Pneumokokken alle 6 Jahre
empfohlen. Mediziner empfehlen, zwischen der Corona-Impfung und einer Grippeschutz-Impfung mindestens 14 Tage Abstand zu lassen.

 

Typische Symptome von und Testung auf Covid-19

Bei typischen Krankheitssymptomen wie

– Fieber
– trockener Husten
– Abgeschlagenheit
– Geruchs-/Geschmacksverlust
– Schnupfen
– Muskel-/Glieder-/Kopfschmerzen
– Atemnot/Kurzatmigkeit/Schmerzen beim Atmen
– Lungenentzündung
– selten Durchfall/Auswurf/Halsschmerzen/Herzinfarktsymptomen

sollten Sie sich auf Covid-19 testen lassen. Informieren Sie den Arzt / die Behörde, dass Sie zur Risikogruppe gehören und begeben Sie sich bis zum Erhalt des Testergebnisses in Quarantäne.

Außerdem wird eine Testung angeordnet oder ist sinnvoll bei Kontakt mit positiv getesteten Personen und der Rückkehr aus Risikogebieten. Dabei ist zu beachten, dass eine Testung direkt am Flughafen / an der Grenze zwar sinnvoll sein mag, aber nichts darüber aussagt, ob man sich noch in den letzten Tagen oder auf der Rückreise (z.B. im Flugzeug oder im Zug) angesteckt hat. Deshalb ist nur eine (erneute) Testung 5 – 7 Tage nach Rückkehr wirklich aussagekräftig. Sinnvollerweise sollte man sich auch in dieser Zeit bis zum Erhalt des Testergebnisses in Quarantäne begeben, um sicher zu sein, dass man niemanden in dieser Phase ansteckt.

Beachten Sie: jedes der oben genannten Symptome kann theoretisch Covid-19 sein, auch wenn nur ein einzelnes, z.B. Schnupfen vorliegt. Das ist zwar untypisch, kommt aber vor. Im Zweifelsfall sollten Sie sich als Risikopatient lieber auch bei untypischen Symptomen testen lassen.

Die Inkubationszeit (die Zeit, die zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung vergeht) beträgt im Mittel 5 – 6 Tage.

Wie lange eine Immunität nach natürlicher Covid-19-Infektion anhält, weiß man derzeit noch nicht genau. Derzeit wird eine Immunität von ca. 5-6 Monaten beobachtet. Nach 3 Monaten haben ca. 99% der Infizierten noch Antikörper im Blut, nach 6 Monaten immerhin noch 88%. Es wurden allerdings in wenigen Fällen Re-Infektionen beschrieben, die aber überwiegend milde verlaufen.

 

Diagnostik von Covid-19 bei Herzpatienten

Bei COVID-19 Patient/innen mit einer chronischen Herzerkrankung wie ARVC/ACM sollten bei einem Krankenhausaufenthalt der Troponinwert und der NT-proBNP-Wert im Blut, ggf. auch CK-MB, D-Dimer und LDH bestimmt werden.
Bei deutlich erhöhten Troponinwerten ohne typische EKG Veränderungen eines Myokardinfarkts sollte eine Echokardiographie zur differentialdiagnostischen Abklärung durchgeführt werden.
Es wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen erhöhten kardialen Biomarkern und der Schwere einer COVID-19-Infektion hergestellt.

 

Einnahme von Medikamenten

Betablocker

Betablocker haben keinen negativen Einfluss auf das Immunsystem und erhöhen nicht das Infektionsrisiko.

ACE-Hemmer und Sartane

Setzen Sie auf keinen Fall wegen immer noch kursierender Nachrichten ACE-Hemmer (z.B. Ramipril, Enalapril), Sartane (z.B. Candesartan, Valsartan) oder Sacubitril/Valsartan (z.B. Entresto) ab! Studien haben mittlerweile keinen Einfluss dieser Medikamente auf den Verlauf einer Covid-19-Infektion nachweisen können. Im Gegenteil: Patienten, die ACE-Hemmer einnahmen, hatten laut einer Studie aus den USA, in die über 60.000 Patienten eingeschlossen wurden, sogar einen günstigeren Verlauf!
Eine aktuelle Studie aus Deutschland, allerdings mit sehr kleinen Fallzahlen, sieht einen größeren Vorteil für Patienten, die ACE-Hemmer nehmen als für diejenigen, die Sartane verwenden. ACE-Hemmer, nicht aber Sartane, scheinen die COVID-19-bedingte Entzündungsreaktionen zu  dämpfen.
> Fachartikel (10.12.2020, EN)
> Fachartikel (4.1.2020, DE)

Blutverdünner

Verordnete Blutverdünner sind wegen der Thrombosegefahr durch Covid-19 ohnehin als günstig anzusehen und deshalb unbedingt weiter einzunehmen.

Andere Medikamente

Auch andere Medikamente beeinflussten den Krankheitsverlauf von Covid-19 eher günstig, z.B. Calciumantagonisten (z.B. Verapamil) oder Statine/Cholesterinsenker (z.B. Simvastatin).

 

Einnahme von Ibuprofen, ASS, Diclofenac etc. (nicht-steroidale Antirheumatika = NSAR)

Obwohl ein schwerer Verlauf einer Covid-19-Infektion durch NSAR nicht erwiesen ist, können die Medikamente – insbesondere bei längerfristiger Anwendung – generell bei Herzpatienten eine ungünstige Wirkung haben. Deshalb empfehlen wir, bei kurzfristig auftretenden Schmerzen, Fieber oder leichten grippalen Symptomen, eher Paracetamol zu verwenden.

 

Off-label-Therapieansätze von Covid-19

Off-label bedeutet: ein Medikament ist für die Behandlung einer bestimmten Erkrankung eigentlich nicht zugelassen; es wird aber trotzdem verwendet (“off label”), z.B. weil es sich als wirksam erwiesen hat, aber noch keine Studien vorliegen, die die Wirksamkeit auch belegen. Oder weil es (wie bei Covid-19) noch gar keine erprobten Therapien gibt.

Momentan wird vor allem auf Dexamethason (ein niedrigdosiertes Cortison) zur Behandlung schwerer Verläufe gesetzt. Diese ist angezeigt, wenn die Sauerstoffsättigung im Blut SpO2 < 90 % oder die Atemfrequenz > 30/min beträgt.
In einer Studie wurde Cortison (z.B. Budenosid 2x täglich) auch inhalativ eingesetzt – wie bei einem Asthmatiker durch ein Spray, das eingeatmet wird. Die Dauer einer milden COVID-19-Infektion wurde zwar nur um einen Tag verkürzt, aber die Häufigkeit von schweren Verläufen um 90 % gesenkt.

Auch eine Thromboseprophylaxe mit Heparin ist wegen der Gefahr von Mikrothrombosierungen (kleinen Blutgerinnseln) mittlerweile Standard. Patienten im Krankenhaus soll (außer bei Kontraindikationen) in jedem Fall eine Thromboembolieprophylaxe mit niedermolekularem Heparin erhalten. Alternativ kann Fondaparinux zur Anwendung kommen. Ggf. kommt eine intensivierte Antikoagulationstherapie bei zusätzlichen Risikofaktoren zum Einsatz.

Ein anderer Ansatz ist die Behandlung von Erkrankten mit dem Plasma Genesener, das Antikörper gegen Covid-19 enthält. Die besten Ergebnisse mit der Plasmatherapie wurden erzielt, wenn der Symptombeginn nicht länger als 3 Tage zurücklag und die Patienten noch nicht mechanisch beatmet wurden. Wird sie später eingesetzt, scheint sie nutzlos zu sein.

Insgeamt ist die Studienlage dazu nicht ganz eindeutig: Während eine Studie aus Brasilien von Januar 2021 die Wirksamkeit einer hochdosierten Therapie mit dem Plasma Genesener bei älteren Patienten (> 75. LJ oder >65. LJ mit Vorerkrankungen) sah, wenn sie bereits in den ersten drei Krankheitstagen eingesetzt wird, und in einer Studie aus Argentinien eine Plasmaspende mit einem hohen Antikörpertiter einen schweren Verlauf in der Mehrzahl der Fälle verhinderte, zeigt laut einer deutschen Studie vom Januar 2021 wiederum die Plasmatherapie keine Wirkung.
In dieser Studie sah man einen Benefit durch Remdesivir, wenn es früh verabreicht wurde. Remdesivir wird auch vom Robert-Koch-Institut als mögliches Therapeutikum genannt. Die Hoffnung auf eine hohe Wirksamkeit von Remdesivir konnte zwar nicht wirklich bestätigt werden, allerdings hat es keine unerwünschten Effekte auf das Herz und beeinflusst die QT-Zeit nicht und kann daher bei Herzpatienten angewendet werden.

Antientzündliche Wirkstoffe, die gegen Interleukin 6 gerichtet sind (IL6-Inhibitoren) wie Tocilizumab und Siltuxi­mab, oder JAK1/2-Inhibitoren (JAK, engl. just another kinase) wie Barcitinib, die die Aktivierung eines Zytokinsturms blockieren, hatten zunächst keine herausragende Wirksamkeit bzw. widersprüchliche Resultate gezeigt, obwohl sie eigentlich die überschießende Immunantwort blockieren, die die Prognose der Patienten verschlechtert (s.a. > Infos zu Zytokinsturm und schwerem Verlauf). Nach neuesten Erkenntnissen werden sie nun aber bei schweren Verläufen eingesetzt, da sich erwiesen hat, dass sie die Überreaktion der angeborenen Immunantwort hemmen und die Wirkung von Cortison verstärken können.

Malariamittel (Chloroquin und Hydroxychloroquin) oder HIV-Medikamente (Lopinavir und Ritonavir) haben sich mittlerweile als unwirksam herausgestellt und gefährden Herzpatienten durch eine Verlängerung der QT-Zeit. Sie sollten daher auf keinen Fall mehr zum Einsatz kommen.

Neuere Ansätze versuchen sich an einem drug repurposing (Verwendung altbekannter Medikamente, die nicht für die Behandlung von Covid-19 zugelassen sind), z.B. die bereits bekannten Inhibitoren Camostat, Nafamostat, Lopinavir, Mefloquin, Papaverin und Cetylpyridinium, die dann die zelltoxischen Eigenschaft des Virus blockieren sollen.

Neuere Medikamente im Spiel sind Ciclosporin und Pelitinib, die womöglich gegen SARS-CoV-2 wirksam sein könnten.

Alles Neue zu der Wirksamkeit von allen Therapieansätzen finden Sie auf der
> Website der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Mathematiker versuchen die Wirksamkeit verschiedener Therapien zu errechnen
> Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 07.01.2021
Weitere Informationen zu allen möglichen Therapieoptionen finden Sie in unserer Auflistung von Artikeln und Empfehlungen zu Covid-19
Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts
> Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts zu Arzneimitteln (DE)

 

Spezielle Tipps

Sport nach einer Covid-19-Infektion

Abgesehen von den ohnehin empfohlenen Einschränkungen beim Sport durch die Grunderkrankung ARVC sollte auch bei reinen Mutationsträgern nach einer Covid-19-Infektion mindestens 4 – 6 Wochen gar kein Sport betrieben werden.
> Artikel Ärztezeitung

 

(Zahn-)Arzt- und Krankenhausbesuche in Coronazeiten

Aufschiebbare Arztbesuche können ggf. verschoben werden. Zögern Sie aber nicht, bei beunruhigenden Krankheitsanzeichen (z.B. zunehmenden Herzrhythmusstörungen) einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen! Erkundigen Sie sich vorher telefonisch nach den Bedingungen dafür (Maskenpflicht, Begleitung möglich oder nicht, was mitbringen?). Gehen Sie nicht zu spät zum Arzt aus Angst vor einer Covid-19-Infektion! Seit Mitte August 2020 empfiehlt die WHO die Verschiebung nicht dringlicher Zahnarztbesuche, die nur der Prophylaxe dienen.
> Artikel im Ärzteblatt

 

Implantierte Geräte (Schrittmacher, Defibrillatoren)

Patienten mit implantierten Devices haben kein erhöhtes Risiko durch die Geräte, nur durch die zugrundeliegende Grunderkrankung.

 

Spezielle Informationen für Herzinsuffizienzpatienten

Für Patienten, die nicht nur Herzrhythmusstörungen, sondern bereits eine Herzinsuffizienz haben, gibt es spezielle Informationen.
> Praktische Tipps “heart failure matters” (DE)

 

Tipps im Umgang mit Ängsten und Sorgen

Lassen Sie sich von den verstörenden Nachrichten in allen Medien nicht zu sehr verunsichern. Hilfreiche Tipps im Umgang mit Ängsten und Sorgen finden Sie auf diversen Webseiten und auf unserer Seite mit den gesammelten Artikeln zu Covid-19 (s.u.).

 

Gefahr eines Zytokinsturms/schweren Verlaufs/Multiorganversagens

Bei Covid-19 Infektionen kann es zu einer überschießenden Immunreaktion kommen. Der daraus folgende Anstieg von IL-6 und IL-8 (Interleukin 6 und 8) führt zur Verlängerung der QT-Zeit und zu einer massiven Entzündung aller Gewebe. Auch ein Anstieg der Katecholaminausschüttung kann die Herzprobleme von ARVC-Patienten verstärken. Als Therapieoptionen werden aktuell verschiedene Rheumamedikamente (z.B. Tocilizumab, Sarilumab etc.) im Rahmen von Studien erprobt. Aber auch diese sind möglicherweise nicht wirksam. Auch hier scheint Cortison derzeit die höchste Wirksamkeit zu haben.

 

Weiterführende Informationen und Artikel

Eine große Sammlung an Artikeln zu allen genannten Punkten für den Interessierten und Fachartikel auf Deutsch und Englisch finden Sie unter unserer
Auflistung von Artikeln und Empfehlungen zu Covid-19

Allgemeine Empfehlungen und sonstige Informationen auf Deutsch und Englisch bei anderen Institutionen und in der Presse finden Sie unter
> Informationen zum Coronavirus SARS-CoV-2 des Robert-Koch-Instituts (DE)
> Informationen zu Arzneimitteln und Impfstoffen des Paul-Ehrlich-Instituts (DE)
> Informationsplattform des Bundesgesundheitsministeriums “Zusammen gegen Corona”
> Informationen für herzkranke Kinder des Bundesverbands Herzkranke Kinder (BVHK) zu Covid-19 (DE)
> Informationen und Empfehlungen der Deutschen Herzstiftung (DE)
> Empfehlungen unseres wissenschaftlichen Beirats Prof. Stefan Kääb in der Münchner Abendzeitung (DE)
> Artikel über Studie unserer wissenschaftlicher Beirätin Prof. Karin Klingel aus Tübingen (DE)
> Umfangreiche Auflistung des ERN GUARD-Heart zu Covid-19 (EN)
> Umfangreiche Auflistung von EURORDIS zu Covid-19 (EN)

Wer sich für Zahlen interessiert, dem liefert die Seite “Our world in data” viele Daten:
> Webseite

Frequently aked questions (FAQ) – Häufig gestellte Fragen zum Thema Covid-19

Wenn ich an Covid-19 erkranke, muss ich dann öfter zur Kontrolle?

Wenn keine besonderen Symptome auftreten, ist eine häufigere Untersuchung möglicherweise nicht notwendig. Wenn Sie sich unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem/r betreuenden Arzt/Ärztin und vereinbaren einen Termin. Er/sie legt dann fest, ob engmaschiger kontrolliert werden soll (z.B. mit Langzeit-EKG, Echo, Blutuntersuchungen). Treten Symptome wie vermehrte Herzrhythmusstörungen, Fieber, ausgeprägte Schwäche, Leistungsbfall auf, sollte engmaschig kontrolliert werden (z.B. alle 3 Monate, ggf. auch öfter).


Wie erkenne ich, ob ich eine Myokarditis habe?

Im Echo und/oder MRT kann eine Myokarditis diagnostiziert werden. Im Blut geben Veränderungen bei Herzenzymen (z.B. CK-MB, Troponin, LDH) Auskunft über das Ausmaß der Entzündung. Ggf. kann auch eine Biopsie (Probenentnahme) aus dem Herzmuskel die Diagnose sichern.

 

Forschung zu Covid-19 und ARVC

Wenn Sie an Covid-19 erkrankt sind oder waren, füllen Sie diese Umfrage der kanadischen Patientenorganisation SADS aus, damit möglichst viele Daten international gesammelt werden können, um das Risiko von ARVC-Patienten besser spezifizieren zu können. Gerne sind wir Patienten, die nicht so gut Englisch können beim Ausfüllen behilflich.
> Covid-19-Fragebogen von SADS Kanada

 

Q&A: Covid-19 und Kardiomyopathien

Unser Online-Seminar fand am Donnerstag, 07.05.2020 in Kooperation mit HOCM Deutschland e.V. statt:

 

Q&A ARVC und Covid-19

Bei unserer Online-Q&A-Session am 27. Februar 2021 beantwortete Prof. Dr. Stefan Kääb vom Klinikum der Universität München (LMU) Fragen zu Covid-19 bei ARVC-Patienten und zur Impfung. Er hat uns freundlicherweise die Folien seines Kurzvortrags zur Verfügung gestellt.
> ARVC und Covid-19 / Impfung gegen Covid-19 (Vortrag Prof. Kääb vom 27.02.2021)

 

Rare Barometer

Umfrage zur Auswirkung von Covid-19 auf Menschen mit seltenen Erkrankungen

Die Auswirkungen von Covid-19 auf Menschen mit seltenen Erkrankungen war der Inhalt einer Umfrage von EURORDIS
> Ergebnisse der Umfrage von EURORDIS