Tipps zur Einnahme

Allgemeine Tipps zur Medikamenteneinnahme

Um eine möglichst sichere und zuverlässige Wirkung der Medikamente und damit einen optimalen Therapieerfolg zu erreichen, gibt es ein paar Dinge bei der Einnahme zu beachten. Manches mag banal und selbstverständlich erscheinen, die Wirksamkeit und Verträglichkeit kann mit wenigen Mitteln aber ganz entscheidend beeinflusst werden.


1. Therapiebeginn und Nebenwirkungen

Nicht immer ist direkt spürbar, dass ein Medikament so wirkt, wie erhofft. Gerade die ersten Wochen einer neuen Therapie können besonders belastend sein. Hier ist Durchhaltevermögen gefragt! Anfängliche Nebenwirkungen (Schwindel, Müdigkeit, niedriger Blutdruck etc.) lassen oft nach 2-3 Wochen nach. Sollte dies nicht der Fall sein und der Alltag zu stark beeinträchtigt werden, halten Sie bitte Rücksprache mit dem Arzt. Manchmal ist eine langsamere Steigerung der Dosis, eine Dosisreduktion oder auch der Wechsel auf ein anderes Präparat möglich.

2. Lagerung und Einnahme

Beim “Stellen” im Voraus und Teilen von Tabletten können nennenswerte Mengen Wirkstoff verloren gehen, auch wenn das mit bloßem Auge nicht sichtbar ist (Abrieb, Einfluss von Licht, Luftfeuchtigkeit, Wärme).
Am besten ist es, Tabletten nicht im Voraus aus dem Blister zu nehmen, sondern erst unmittelbar vor der Einnahme. Bei Dosetten, die für eine Woche im Voraus konzipiert sind, auf korrekte Lagerung achten: <25°C an einem dunklen, trockenen, für Kinder nicht erreichbaren Ort (ungünstig: Küche, Fensterbank, Badezimmer).
Möglichst auf Teilung von Tabletten verzichten. Dies ist gerade für Antiarrhythmika relevant, bei denen die Wirkung besonders wichtig ist und nicht schwanken sollte. Wenn die Teilung unbedingt notwendig ist: achten Sie darauf, dass sich die Tablette “in dosisgleiche Teile” teilen lässt. Eine Kerbe bedeutet nicht automatisch, dass die Tablette geteilt werden darf. Apotheken können hier Auskunft geben und haben Zugriff auf entsprechende Datenbanken.
Am wichtigsten ist aber die Praktikabilität. Was schafft im Alltag eine gute Übersicht und hilft, die Medikamente regelmäßig einzunehmen?

3. Einnahmemodus

Die Einnahme sollte immer mit einem großen Glas Wasser erfolgen. Es gibt mehrere Engstellen in der Speiseröhre, an denen Tabletten und Kapseln gerne hängen bleiben. Folge: Der Wirkstoff kommt nicht am Wirkort an und ggf. wird die Speiseröhre angegriffen.
Sehr wichtig: Medikamente nicht mit Heißgetränken einnehmen (manche Wirkstoffe werden dadurch zerstört). Kaffee ist durch den hohen Gerbstoffgehalt besonders ungünstig.

4. Einnahmezeitpunkt

Medikamente regelmäßig, am besten immer zur gleichen Zeit, einnehmen. Ob ein Medikament vor oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden sollte, hängt vom Wirkstoff, der Technologie der Arzneiform (Retardtablette, Tablette, magensaftresistente Tablette, …) und auch vom gewünschten Effekt. Auch wenn es bei einem Medikament grundsätzlich egal sein sollte, wann es eingenommen wird, kann es trotzdem einen Unterschied im “Anfluten” des Wirkstoffs geben. Hier kann die Einnahme vor/ nach der Mahlzeit gezielt genutzt werden, um zu steuern, wie schnell und wie stark ein Effekt eintritt – bzw., wie lange die Wirkung anhält. Dies lässt sich nicht verallgemeinern und muss wirkstoff- (und tatsächlich auch präparat-, bzw. firmen-spezifisch) entschieden werden.

Für Sotalol ist eine konsequente Einnahme 1h vor den Mahlzeiten besonders wichtig. Der Wirkstoff wird sonst nicht vollständig vom Körper aufgenommen. Insbesondere Milch/ Milchprodukte verhindern die Aufnahme. Dies wird bei Erstverordnung nicht immer kommuniziert.

5. Notwendige Kontrollen

Regelmäßige Kontrolle, z.B. von EKG, Blut- / Elektrolytwerten, oder bestimmten Organfunktionen, sind bei einigen Medikamenten erforderlich. Fragen Sie Ihren Arzt, in welchen Abständen Kontrollen vorgesehen sind. Oft kümmert sich längerfristig der Hausarzt darum.
Für einige Medikamente spielen Elektrolytwerte eine große Rolle, darunter besonders der Kaliumspiegel. Medikamente wie ACE-Inhibitoren, “Sartane” oder Aldosteronantagonisten können den Kaliumwert erhöhen, was zu unerwünschten Rhythmusstörungen führen kann. Gleichzeitig kann auch ein zu niedriger Kaliumwert das Risiko für gefährliche Arrhythmien verstärken.
Insbesondere unter Einnahme von QT-Zeit-verlängernden Medikamenten (z.B. Sotalol, Amiodaron) ist ein ausgeglichener Kalium-Haushalt wichtig. Optimalerweise ist ein Kaliumspiegel im hochnormalen Bereich anzustreben. Von einer pauschalen Einnahme von Kaliumpräparaten ist abzuraten, die Substitution kann aber in vielen Fällen sehr sinnvoll sein. Mehr dazu unter > Magnesium und Kalium.

6. Wechselwirkung mit anderen Medikamenten

Vorsicht bei Medikamenten in der Selbstmedikation und bei von anderen Fachärzten verordneten Präparaten (z.B. anticholinerge Arzneimittel, QT-Zeit-verlängernde Substanzen, Sympathomimetika, Corticosteroide, Medikamente mit Einfluss auf den Elektrolythaushalt, einige entzündungshemmende Medikamente…). Die Notwendigkeit sollte vor dem Hintergrund der speziellen Situation bei ARVC besonders kritisch hinterfragt werden. Nicht jeder Arzt hat auf die Schnelle den möglichen Einfluss auf einen empfindlichen Herzrhythmus im Blick.
Für Präparate, die Sie selbst in der Apotheke kaufen können, haben wir hier eine Liste zusammengestellt, die Hilfe dabei bieten kann: > Hausapotheke.