Praktisches zu Defibrillatoren

Praktisches zu Defibrillatoren

Implantierbarer Cardioverter/Defibrillator (ICD)

Im Laufe einer ARVC-Therapie kann es unter Umständen notwendig werden, dass Sie sich einen ICD, kurz “Defi”, implantieren lassen. Ob Sie in die Risikogruppe fallen, der eine Implantation empfohlen wird, sollte von einem erfahrenen ARVC-Spezialisten beurteilt werden. Keinesfalls sollten Sie die OP einfach nur aufgrund einer Genmutation oder bei milden Symptomen ohne echte Indikation durchführen lassen.

Sollte aber ein Experte zu der Einschätzung gelangen, Ihnen einen ICD zu empfehlen, um das Risiko eines Plötzlichen Herztods zu senken, können Sie mit einem Defibrillator Ihren Alltag in der Regel ganz normal weiter bestreiten.

Viele Ihrer Fragen beantwortet diese informative Broschüren des ICD-Herstellers BIOTRONIK:
> Broschüre: “Impulse für ein langes Leben mit dem implantierbaren Cardioverter/Defibrillator” (PDF)

Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe tragen ICDs folgender Firmen:

> Abbott (früher: St. Jude Medical)
> Biotronik
> Boston Scientific (früher: Cameron Health), vor allem subkutaner ICD (S-ICD)
> Medtronic


Reisen mit ICD

Wie finde ich heraus, wo ich mein ICD nach einem Zwischenfall im Urlaub oder im Ausland ausgelesen werden kann? Die o.g. ICD-Hersteller stellen auf ihre Webseiten  Übersichten der Kliniken, in denen ihre Produkte weltweit ausgelesen werden können, zur Verfügung.

> Kliniksuche Abbott (früher: St. Jude Medical)
> Kliniksuche Biotronik
> Kliniksuche Boston Scientific (früher: Cameron Health)
> Klinikübersicht Medtronic


Verhaltensmaßnahmen direkt nach der Implantation eines ICD

– 10 Tage sollte die Wunde trocken bleiben (kein direkter Kontakt mit Wasser, ggf. Aquasafe Pflaster verwenden)
– nach 14 Tagen ist Baden und Schwimmen möglich
– bei Auffälligkeiten der Wunde (z.B. Rötung / Überwärmung / Schwellung) oder Fieber einen Arzt aufsuchen
– heben Sie den Arm der operierten Seite (in der Regel links) für 6 – 8 Wochen nicht über Kopf bzw. über 90°
– meiden Sie starke Anstrengungen für 6 – 8 Wochen


Schwerbehindertenausweis

Nach der Implatation eines Defibrillators steht einem automatisch ein Schwerbehindertenausweis zu mit einem GdB (Grad der Behinderung) von mindestens 50%, der beim Versorgungsamt beantragt werden muss.