Symptome

Viele PatientInnen mit ARVC bzw. ACM haben zunächst gar keine Symptome oder bemerken ihre Symptome erst sehr spät, weil sie sehr unspezifisch sind und oft nicht richtig eingeordnet werden können. Die Symptome äußern sich als Herzrhythmusstörungen (medizinisch: Arrhythmien) und/oder Herzschwäche (medizinisch: Herzinsuffizienz).
Diese Symptome können sich schleichend entwickeln, akut auftreten oder sich im Rahmen einer sogenannten „Hot phase“ (heiße Phase, Erkrankungsschub) präsentieren.

Herzrhythmus-
störungen

Herz-
schwäche

Hot Phase
Schübe

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FAQ Symptome – Häufig gestellte Fragen

Am häufigsten zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Gelegentlich beginnen die Symptome aber bereits bei Jugendlichen, sehr selten bei Kindern vor der Pubertät. Ein Beginn ist aber grundsätzlich in jedem Lebensalter möglich und hängt ggf. von der krankheitsverursachenden Genvariante ab.

Niedriger Blutdruck gilt als gut fürs Herz, kann aber den Alltag stark einschränken. Viele Betroffene müssen Betablocker einnehmen, die nicht nur wie erwünscht, die Herzfrequenz senken, sondern auch den Blutdruck. Das ist dann ein notwendiges Übel.
Vorab sollte eine Abklärung der Ursache für den niedrigen Blutdruck stehen: passt die Medikation noch? Hat sich die Herzerkrankung verschlechtert? Ist es vielleicht eine Venenerkrankung? Oder doch das Wetter...? 

Vorsicht: was den Kreislauf ankurbelt, ist oft auch ein potenzieller Trigger für Arrhythmien! Wenn eine Maßnahme Rhythmusstörungen auslöst, sollte sie nicht durchgeführt werden. Vor allem bei ausgeprägter Herzinsuffizienz ist Vorsicht geboten, da das Herz die Mehrbelastung ggf. nicht kompensieren kann. Medikamente, die den Kreislauf stimulieren, wie z.B. Etilefrin (Effortil®), sind für ARVC-Patienten nicht geeignet.

Mit verschiedenen Maßnahmen kann man trotzdem dafür sorgen, wieder besser "in Schwung" zu kommen:

  • Abruptes Aufstehen, insbesondere aus dem Liegen, vermeiden. Erst hinsetzen, dann langsam aufstehen. Hilfreich kann es sein, das Kopfteil des Betts bis zu 20° zu erhöhen.
  • Muskelanspannen in den Beinen (z.B. Strecken und Anziehen der Füße) kann helfen, den Blutrückfluss zum Herzen zu erhöhen. Ebenso das Tragen von Kompressionsstrümpfen, z.B. bei längerem Gehen oder Stehen.
  • Anregend auf den Kreislauf wirken Kneippsche Anwendung (abwechselnd warmes und kaltes Wasser über Arme und/ oder Beine laufen lassen). Auch Wechselduschen werden häufig empfohlen, aber von ARVC-Patienten nicht immer toleriert (nur bei stabiler Erkrankung und wenn keine Beschwerden auftreten; Beginn mit Armen und Beinen, langsam in Richtung Körpermitte vorarbeiten).
  • Kaffee oder koffeinhaltiger Tee erhöhen den Blutdruck. Viele ARVC-Patienten verzichten allerdings aufgrund der stimulierenden Wirkung aufs Herz komplett auf koffeinhaltige Getränke.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
    regelmäßig über den Tag verteilt Trinken (Vorsicht bei Herzschwäche, hier sollten die empfohlenen Flüssigkeitsmengen nicht überschritten werden)
  • Regelmäßige Bewegung
    B. ein zügiger Spaziergang oder Walking an der frischen Luft bringen den Kreislauf in Schwung.
  • Bei kalten Händen und Füßen:
    warm einpacken
    (z.B. Fäustlinge für den Winter, lange Unterwäsche), einen warmen Tee oder eine warme Suppe zu sich zu nehmen, sich regelmäßig zu bewegen oder ein warmes Fußbad bzw. Kneippsche Anwendungen mit anschließendem Spaziergang zu machen.

Meist liegt das an einem niedrigen Blutdruck. Grundsätzlich helfen deshalb die meisten Empfehlungen, die auch bei niedrigem Blutdruck gelten (s. dort). Vor allem aber:

  • warm einpacken (z.B. Fäustlinge für den Winter, lange Unterwäsche)
  • einen warmen Tee oder eine warme Suppe zu sich nehmen
  • sich regelmäßig bewegen
  • ein warmes Fußbad bzw. Kneippsche Anwendungen mit anschließendem Spaziergang machen.

Studien hierzu gibt es nicht.
Muskelzuckungen oder auch Muskelkrämpfe können allerdings ein Hinweis auf einen Magnesiummangel sein. Magnesiummangel wiederum kann Herzrhythmusstörungen verstärken. Für ARVC-Patienten ist es daher günstig, auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr zu achten.
Sprechen Sie das aber bitte mit dem/r behandelnden Arzt/Ärztin ab.

Schwindel beim Aufstehen entsteht oft durch einen plötzlich abfallenden Blutdruck (sog. "orthostatische Hypotonie"). Der Körper muss das Blut mit genügend Druck in den Kopf pumpen, damit das Hirn ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist. Geschieht das nicht, entsteht Schwindel. Um den Sauerstoffmangel auszugleichen, schlägt das Herz dann kurzzeitig schneller - ein natürlicher Mechanismus.

Bei ARVC-Patienten tritt das häufig dann auf, wenn Medikamente eingenommen werden, die den Blutdruck senken und den Puls niedrig halten, sodass der Körper das kurzzeitige Defizit schlechter ausgleichen kann.

Um das Herz nicht übermäßig zu belasten, empfiehlt es sich, langsam aufzustehen (erst hinsetzen, dann aufstehen). Eine ausreichende Trinkmenge kann außerdem helfen, den Kreislauf zu stabilisieren.

Lesen Sie dazu auch die Tipps bei niedrigem Blutdruck (s. dort).

Bei extrem hohen Herzfrequenzen über 180/min (bei Jugendlichen über 200/min) kann sich das Herz nicht mehr mit Blut füllen und dann auch nichts mehr in den Kreislauf pumpen. Das Hirn wird dann nicht mehr mit Blut versorgt, es wird einem schwarz vor den Augen und man wird bewusstlos.

Differentialdiagnosen umfassen:

  • Ionenkanalerkrankungen (Brugadasyndrom, CPVT, Long-QT-Syndrom, Short-QT-Syndrom)
  • andere Formen der Kardiomyopathien (dilatative, hypertrophe, restriktive)
  • Krampfleiden des Gehirns wie Epilepsie


Manchmal ist es aber auch einfach eine Kreislaufregulationsstörung, wie sie zum Beispiel häufig in der Pubertät auftritt. Bei bekannten Genvarianten in der Familie oder Familien, in denen gehäuft Herzrhythmusstörungen, Herzsymptome, Herzmuskelentzündungen oder Herztodesfälle auftreten, muss man aber eine Synkope sehr ernst nehmen.

Das hilft unseren Mitgliedern:

  • tief durchatmen
  • genug essen und trinken
  • ein Glas kaltes Wasser trinken
  • Dehnübungen
  • Massage, manuelle Therapie, Osteopathie
  • Stressabbau durch Entspannungstechniken wie Meditation, autogenes Training, progressive Muskelrelaxation, Atemübungen, Qi Gong, Yin Yoga u.a. (was man für sich am hilfreichsten findet)


Bei einem anhaltenden unangenehmen Druckgefühl auf der Brust sollte man unbedingt beim betreuenden Arzt/Ärztin abklären, ob ein Erkrankungsschub, eine sogenannte „hot phase“ vorliegt.

Wenn diese Symptome anhalten, sollte ein Herz-Ultraschall (Echokardiographie) und ein Oberbauch-Ultraschall (Oberbauchsonographie) durchgeführt werden, um eine Leberstauung und Wasser im Bauchraum (Aszites) auszuschließen. Beides kann Folge der für ARVC typischen Rechtsherzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz) sein.

Studien dazu gibt es nicht. Viele Patienten berichten aber, dass sich bei Wetterwechsel, Gewitter oder Vollmond ihre Rhythmusstörungen verstärken.
Mehr Infos zum Wetter finden sich hier.

Pocket-Leitlinie: Kardiomyopathien - Leitlinien für das Management von Kardiomyopathien (Version 2023)
Meder B, Eckardt L, Falk V et al. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (2023) - ESC Pocket Guidelines, Börm Bruckmeier Verlag GmbH
https://leitlinien.dgk.org/2024/pocket-leitlinien-kardiomyopathien-version-2023/

2023 ESC Guidelines for the management of cardiomyopathies
Arbelo E, Protonotarios A, Gimeno JR et al. ESC Scientific Document Group, Eur Heart J. 2023 Aug 25:ehad194
https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehad194

Pocket-Leitlinie: Ventrikuläre Arrhythmien und Prävention des plötzlichen Herztodes (Version 2022)
Eckardt L, Bosch R, Falk V, et al. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (2023) - ESC Pocket Guidelines, Börm Bruckmeier Verlag GmbH
https://leitlinien.dgk.org/2023/pocket-leitlinie-ventrikulaere-arrhythmien-und-praevention-des-ploetzlichen-herztodes-version-2022/

2022 ESC Guidelines for the management of patients with ventricular arrhythmias and the prevention of sudden cardiac death
Zeppenfeld K, Tfelt-Hansen J, de Riva M et al. Eur Heart J. 2022 Oct 21;43(40):3997-4126
https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehac262

‘Hot phase’ clinical presentation in arrhythmogenic cardiomyopathy
Bariani R, Cipriani A, Rizzo S et al. EP Europace, Volume 23, Issue 6, June 2021, Pages 907–917
https://doi.org/10.1093/europace/euaa343

Arrhythmogenic Right Ventricular Cardiomyopathy: Evolving From Unique Clinical Features to a Complex Pathophysiological Concept
Paul M, Schulze-Bahr E. Herz 45, 243–251 (2020)
https://doi.org/10.1007/s00059-020-04907-1

2019 HRS expert consensus statement on evaluation, risk stratification, and management of arrhythmogenic cardiomyopathy
Towbin JA, McKenna WJ, Abrams DJ et al. Heart Rhythm Volume 16, ISSUE 11, e301-e372, November 01, 2019
https://doi.org/10.1016/j.hrthm.2019.05.007

Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie/Kardiomyopathie
Saguner A, Brunckhorst C, Duru F. Cardiovascular Medicine 2011; 14 (11): 303-314
https://cardiovascmed.ch/article/doi/cvm.2011.01623


Letzte Aktualisierung: 17.08.2025

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