WETTER

Häufig berichten Herzpatienten, dass sie sensibel auf wechselndes Wetter reagieren. Auch ARVC-PatientInnen können von solchen Symptomen betroffen sein und sollten sich darauf einstellen.

Die körperliche Belastung durch übermäßige Hitze oder Kälte beansprucht das Herz zusätzlich. Daher sollten extreme Wetterbedingungen eher gemieden werden, und es ist besondere Aufmerksamkeit bezüglich der individuellen Belastungsgrenze gefragt.

Verhalten bei Kälte

Kalte Temperaturen sorgen dafür, dass sich Gefäße im Körper verengen. Dieser Schutzmechanismus kann negative Auswirkungen auf das Herz haben und beispielsweise zu einer Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck und einer Zunahme von Herzrhythmusstörungen wie Herzstolpern führen. Das Herz muss gegen einen größeren Widerstand Blut durch die verengten Gefäße pumpen und steht deshalb unter Stress. Außerdem nimmt die Gerinnungsneigung zu, so dass sich leichter Blutgerinnsel bilden. Wird die Kälte vom Körper als Stress wahrgenommen, steigt zudem die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol, die wiederum die Herzfrequenz steigern und das Herz zusätzlich belasten.

Andererseits führen bei ARVC-Betroffenen Medikamente zur Senkung von Herzfrequenz und Blutdruck häufig dazu, dass bestimmte Körperteile (Hände und Füße) deutlich schneller auskühlen. Daher sind besonders warme Kleidung (in mehreren Schichten) und eine warme Kopfbedeckung empfehlenswert. Manche Betroffene schwören im Winter auf beheizbare Fußsohlen, Socken oder Schuhe. Meiden Sie außerdem bei Kälte das Einatmen kalter Luft. Legen Sie einen Schal über Mund und Nase oder tragen Sie eine Maske, um die Atemluft zu erwärmen.

Schützen Sie sich vor dem erhöhten Infektionsrisiko in der kalten Jahreszeit. Es kann durchaus sinnvoll sein, im Winter die Masken aus der Covid-Pandemie-Zeit wieder auszupacken und z.B. bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder bei großen Menschenansammlungen zu verwenden. Lassen Sie sich außerdem jährlich gegen Grippe und Covid-19 und ab dem 60. Lebensjahr einmalig gegen RSV impfen, idealerweise ab Ende September/Anfang Oktober vor der Grippesaison.

Zusätzlich ist darauf zu achten, dass körperliche Beanspruchung bei Kälte belastender ist. Die individuelle Belastungsgrenze bei Kälte kann daher niedriger liegen als bei milden Temperaturen. Meiden Sie also bei Kälte starke körperliche Anstrengung wie z.B. Schneeschippen und versuchen Sie, Stress zu minimieren. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Walking tun dem Körper und dem Herz gut.

Suchen Sie bei Warnsymptomen wie Brustschmerzen, Druckgefühl auf der Brust, Atemnot oder einer Verschlechterung Ihrer Herzrhythmusstörungen unbedingt einen Arzt auf.

Verhalten bei Hitze

Bei Hitze erweitern sich die Gefäße, und den daraus resultierenden Blutdruckabfall versucht der Körper durch eine erhöhte Herzfrequenz auszugleichen, die bei ARVC nicht günstig ist. Es drohen Kreislaufkollaps und Herzrasen.

Außerdem verliert der Körper durch Schwitzen wichtige Mineralstoffe. Deshalb sollte vor allem darauf geachtet werden, dass der erhöhte Bedarf an Mineralstoffen ausreichend gedeckt ist. Kalium und Magnesium sollten daher in ausreichender Menge (z.B. durch zusätzliche Einnahme) zugeführt werden. Zur Sicherheit empfiehlt es sich daher, zusätzliche isotonische Präparate, die getrunken werden können und schnell im Blut ankommen, dabei zu haben. Vorsicht: Trinken von purem Wasser kann zu zusätzlichen Elektrolytverschiebungen führen!

Ausführliche Tipps rund um heißes Wetter haben wir für Sie in dem PDF zusammengefasst.

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Letzte Aktualisierung: 06.01.2026

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